Gymnasium-Abschluss & Abitur – wo ist der Unterschied?

Gymnasium-Abschluss & Abitur - wo ist der Unterschied

In der Alltagssprache werden die Begriffe ‚Gynmasium-Abschluss‘ und ‚Abitur‘ häufig miteinander gleichgesetzt oder verwechselt. In Wirklichkeit beziehen sie sich auf zwei verschiedene Umstände, unter denen man das Gymnasium verlassen kann. Welche Anhaltspunkte sie ausmachen und worin die Unterschiede bestehen, soll in diesem Text erklärt werden.

Was ist ein Gymnasium-Abschluss?

Das Charakteristische dieses Abschlusses ist bereits im Namen enthalten: Mit ihm werden die Jahre am Gymnasium abgeschlossen, also beendet. Allerdings wird die Bezeichnung ‚Gymnasium-Abschluss‘ im offiziellen Umfeld meistens durch den Begriff ‚Fachhochschulreife‘ ersetzt.

Es ist möglich, die gymnasialen Schuljahre noch vor der 13. Klasse beziehungsweise ohne Abitur zu beschließen. Bei dieser Option geht der/die Betreffende nach der vollendeten 12. Klasse (G8-Schullaufbahn) oder nach 13 Jahren (G9-Schullaufbahn) vom Gymnasium ab. Auch wenn das Erwerben eines Abiturs entfällt, wird die Fachhochschulreife als Schulabschluss anerkannt. Mitunter stehen der betreffenden Person bei der Wahl eines Studiums nicht alle Fächer offen, aber auf einen Ausbildungsberuf kann man sich mit diesem Abschluss problemlos bewerben. Dasselbe gilt für Studiengänge an einer Fachhochschule.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der schulische Teil der Fachhochschulreife erfüllt. Das berufsbezogene Gegenstück erfolgt entweder in Form einer Ausbildung oder wurde schon in den Schuljahren als Praxisphase abgelegt.

Was ist ein Abitur?

Mit dem Abitur schließt man ebenfalls die Zeit am Gymnasium ab. Jedoch stellt das Abitur eine eigenständige Prüfungsform dar. Die Prüfung setzt sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen, überdies wird etwa ein Vierteljahr vor dem Klausuren das Vorabitur anberaumt. Dort schreiben die angehenden Abiturienten Klassenarbeiten unter abiturähnlichen Bedingungen.

Wenn die Abiturklausuren (schriftlich und mündlich) erfolgreich bestanden wurden, so erlangt man die allgemeine Hochschulreife. Sie lässt sich deshalb als Synonym für das Abitur verwenden. Die allgemeine Hochschulreife berechtigt zu einem Studium an der Universität oder Fachhochschule. Sollte keine akademische Laufbahn angestrebt werden, können Abiturienten mit ihrer allg. Hochschulreife auch eine klassische Ausbildung ergreifen.

Worin liegen die Unterschiede?

In Kurzform lässt sich der wesentliche Unterschied beider Abschlüsse wie folgt zusammenfassen: Jedes Abitur ist auch ein Gymnasium-Abschluss, doch nicht jeder Gymnasium-Abschluss ist deswegen ein Abitur.

Dem Abitur kommen gleich zwei Funktionen zu: Einerseits ist es ein gymnasialer Abschluss, andererseits beschreibt es festgelegte Prüfungsleistungen in schriftlicher und mündlicher Form. Anders verhält es sich beim Gymnasium-Abschluss, den man auch Fachhochschulreife nennt: Hier findet kein Abitur statt, die Absolventen verlassen die Schule nach der Beendigung des 13. Jahres. Beim verkürzten G8-Abitur gehen sie ein Jahr früher vom Gymnasium ab. Gesonderte Klausuren gehen solchen Abschlüssen nicht voraus. Hier liegt ein höherer Schwerpunkt auf der beruflichen Praxis als wie es beim Abitur der Fall ist. Bei einer Fachhochschulreife bildet eine Ausbildung den berufsbezogenen Anteil. Alternativ wurde während der Schulzeit ein Praktikum durchgeführt.

Beide Abschlussformen werden als aussagekräftige Zeugnisse anerkannt. Dennoch hat der jeweilige Abschluss Auswirkungen auf die späteren Wahlmöglichkeiten im Beruf. Mit einer Fachhochschulreife kann man sich auf ein Studium an der Fachhochschule einschreiben. Studienfächer auf der Universität sind nur mit Einschränkungen zugänglich. Häufig muss sich der Bewerber zuvor einer speziellen Eignung unterziehen. Bei erfolgreichem Bestehen kann er seinen Studienplatz annehmen. Ausbildungsberufe dürfen sowohl mit dem Abitur als auch mit der Fachhochschulreife erlernt werden.

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