Harte und weiche Standortfaktoren in VWL leicht erklärt + Beispiel

Anhand von harten und weichen Standardfaktoren, lässt sich feststellen, wie stark ein Unternehmen wächst und sich entwickelt. Es misst also die wirtschaftlichen Erfolge der Firma in Abhängigkeit bestimmter Einflussfaktoren.
Dabei lässt sich festhalten, dass harte Standortfaktoren immer messbar und bestimmbar sind. Darunter fallen ganz konkrete gesetzliche Richtlinien oder beispielsweise Steuerabgaben.
Bei weichen Standortfaktoren ist nicht genau bestimmbar, in welcher Höhe und wie konkret diese sich auf den wirtschaftlichen Erfolg auswirken. Klar ist, dass ein Einfluss vorhanden sein muss.

Harte Standortfaktoren und ihre Eigenschaften

Hierunter fallen alle messbaren Einflussgrößen, dazu zählen finanzielle, gesetzliche und rechtliche Rahmenbedingungen. Steuern wie die Gewerbesteuer, die Körperschaftssteuer und neuere Auflagen betreffend der Umweltregelungen werden von den Verantwortlichen im Unternehmen begutachtet und bewertet.

Anhand dieser Einflussfaktoren wird dann im weiteren Verlauf festgelegt, ob die Firma am Standort erfolgreich agieren kann. Ein weiterer harter Standortfaktor sind Lohnkosten und deren Nebenkosten. In Teilen Europas unterscheiden sich diese Faktoren so enorm, dass eine Kategorisierung in sinnvolle und schwache Standorte durchaus berechtigt ist.

Gerade für Unternehmen im Produktionssektor spielen auch Infrastruktur und Verkehrsanbindung eine zentrale Rolle. Sollte es aufgrund schlechter Warenlieferungsmöglichkeiten zu Engpässen oder gar Lieferausfällen kommen, kann es durchaus zu hohen Strafzahlungen kommen. Gerade Großunternehmen müssen darauf achten, an Standorten zu arbeiten, die über genügend Arbeitskräfte verfügen.

Für kleine und mittelständische Unternehmen gilt hier, sich zunächst über Konkurrenten zu informieren und das allgemeine Geschäftskonzept sehr genau herauszuarbeiten.

Weiche Standortfaktoren, die nachweislich einen Einfluss haben

Man kann davon ausgehen, dass auch weiche Standortfaktoren einen enormen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit vieler Unternehmen haben können. Im Vorfeld lassen sich diese Faktoren zumindest abschätzen und später genauer untersuchen. Darunter fallen zum Beispiel Probleme innerhalb einer Bevölkerungsschicht, politische Umschwünge und Wetterbedingungen. Auch das Ansehen eines Landes oder Bereichs kann Auswirkungen auf die Arbeitsnachfrage oder generelle Trends haben. Man kann daher davon ausgehen, dass es eher ungünstig enden könnte, an einem Standort zu produzieren, der durch politische Zerwürfnisse bedroht werden könnte.
Man sollte sich daher auch immer über Rechtssicherheiten informieren, um im Notfall schnell agieren zu können.

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Indirekte Effekte und deren Auswirkungen auf den Fachkräftemangel

Gerade in Bundesländern mit niedriger Bevölkerungszahl oder hoher Arbeitslosigkeit fehlen die Fachkräfte. Daher müssen Unternehmen ihre Produktionsstätten sinnvoll verlagern. Dabei wird dann immer auch die generelle Lebensqualität am Standort gemessen und beurteilt. Viele Faktoren, die früher noch ausschlaggebend waren, wie Lohnzahlungen, Aufstiegschancen und innerbetriebliche Leistungen sind heute kein Garant mehr für passende Fachkräfte.

Im Folgenden hier ein paar weiche Standortfaktoren, die einen indirekten Einfluss haben können:

  • Öffentliche Verkehrsanbindungen
  • Wohnraumsituation und Mietpreise
  • Freizeitangebot und kulturelles Angebot
  • Kinderbetreuungsmöglichkeiten
  • Politische Situation

Ebenfalls ein kurzer Überblick über die Eigenschaften von Standortfaktoren:

  • Harte Standortfaktoren sind messbar
  • Weiche Standortfaktoren sind indirekt messbar, meist nur durch Interpretation erklärbar
  • Enorme Bandbreite an Standortfaktoren, je nach Branche

Autor des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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