Hauptversammlung in BWL leicht erklärt + Beispiel

Was sind die Aufgaben der Hauptversammlung?

Die HV (Hauptversammlung) der Aktiengesellschaft besteht aus der Versammlung der Aktieninhaber bzw. der Aktionäre der AG, in der sie dann ihre Ansprüche in den AG-Angelegenheiten betreiben (siehe auch § 118 Absatz 1 Satz 1 AktG).

Die Aktieninhaber sind die Besitzer der AG; im Gegensatz zu den Besitzern einer OHG oder eines Einzelunternehmens, haben die Besitzer einer AG kein direktes Recht zur Mitsprache in der Firmenführung (diese darf lediglich der Vorstand ausüben).

Die Hauptversammlung findet üblicherweise lediglich einmal im Jahr statt. Sollten wichtige Änderungen durchgeführt werden (beispielsweise die Erhöhung des Kapitals), kann es auch mal vorkommen, dass außerordentliche Versammlungen stattfinden.

Weitere mögliche Ausdrücke: Aktionärsversammlung, auf Englisch auf shareholders‘ meeting genannt.

Was sind die Rechte der Hauptversammlung?

Die grundlegendsten Recht der Hauptversammlung werden in § 119 AktG genannt. Dies sind beispielsweise Entscheidungen hinsichtlich

– Die Benutzung des Bilanzgewinns, wie beispielsweise die Auszahlung von Dividenden, (siehe hierzu bitte auch § 174 AktG);

– Änderungen der Satzung, wie beispielsweise bei einer Erhöhung des Gesellschaftakapitals bzw. eine Erhöhung des Kapitals) oder

– die Berufung eines Abschlussprüfers.

Die Aktieninhaber haben nicht nur das Beschluss- sowie Stimmrecht, sondern auch ein entsprechendes Auskunftsrecht in der HV. Näheres kann man auch § 131 AktG entnehmen.

Sperminorität

Ein Teil der wesentlichen Beschlüsse bei einer Aktiengesellschaft, wie beispielsweise eine Erhöhung des Kapitals, welche mit einer Änderung der Satzung einhergeht, benötigen eine entsprechende ¾–Mehrheit hinsichtlich der Stimmen (siehe hierzu bitte auch § 179 Absatz 2 AktG). Dies hat im Umkehrschluss die Bedeutung, dass sogenannte Minderbeteiligungen von etwas über 25 % der Stimmen Beschlüsse behindern können. Man spricht bei so einem Vorgehen auch über eine sogenannte Sperminorität.

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Einberufung der Hauptversammlung

Jahreshauptversammlung

Gemäß § 121 AktG kann man die sogenannte Hauptversammlung vielfach im Jahr bestimmt (wie beispielsweise bei der Abwicklung einer Kapitalerhöhung). Ein Großteil der Firmen bestimmt die Hauptversammlung aber nur einmal im Jahr, da dies mit einem großen Aufwand verbunden ist. Dies wird dann auch Jahreshauptversammlung bzw. ordentliche Hauptversammlung genannt. In dieser Jahreshauptversammlung werden beispielsweise Entscheidungen getroffen, wie der sogenannte Bilanzgewinn verwendet werden soll.

Außerordentliche Hauptversammlung

Wenn zusätzliche Hauptversammlungen im Geschäftsjahr bestimmt werden, so werden diese außerordentliche Hauptversammlungen genannt.

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