Hochmittelalter Epoche – Merkmale, Hintergründe & Literatur/Autoren

Laut Historikern befand sich das so genannte Hochmittelalter im Zeitraum von der Mitte des 11. bis zum 13. Jahrhunderts. Die wichtigsten Veränderungen kultureller und wirtschaftlicher Art sind in dieser Zeit erfolgt, weil es einen enormen Bevölkerungsanstieg gegeben hat. Dieser entstand, weil die Menschen sich verstärkt in neuen Gebieten angesiedelt hatten, weswegen auch die Landwirtschaft stärker betrieben werden musste. Auch hatte diese Situation dazu geführt, dass die Entwicklung von Handel und Handwerk schneller vonstatten ging, als vorher.

Während Dom- und Klosterschulen aufgrund einer Reformbewegung der Kirche in Deutschland entstanden, gab es auch die ersten Universitäten. Somit konnten auch Beamte und Adelige eine gute Ausbildung erhalten und das bedeutete, dass nicht nur die Geistlichen lesen und schreiben konnten.

Als in dieser Zeit die Kreuzzüge begannen, ist das Ansehen des Ritterberufs stark angestiegen. Es war einer der wichtigsten Berufe zu der Zeit.

Auch war das Hochmittelalter die Blütezeit der höfischen Dichtung (ca. von 1170 bis 1250). Diese wurde überwiegend von Rittern in der mittelhochdeutschen Sprache verfasst und vorgetragen.

Was bedeutete der Ritterstand in dieser Zeit?

Es war im Hochmittelalter gängig, dass die Mehrzahl der Ritter aus dem niederen Adel stammten. Hierbei mussten sie sich einem Dienstherrn verpflichten, welcher einer höheren Gesellschaftsschicht angehörte. Diese Verpflichtung bestand aus der unbändigen Treue, bis hin zur Kriegsteilnahme für die jeweiligen Dienstherren.

Bei den Rittern war es wichtig immer zu Handeln im Sinne des Adels. Dabei sollten sie unbedingt hohe moralische Werte beachten. Folgende 3 Tugenden waren im Ehrenkodex der Ritter enthalten:

  • – Demut
  • – Mildtätigkeit – Hierbei war es wichtig, dass dies speziell gegenüber Witwen und Waisen eingehalten wurde.
  • – Mut, besonders bei den diversen Schlachten

Was bedeutete die Literatur im Hochmittelalter?

Bei Hofe der Adeligen waren die Ritter diejenigen, welche die Rolle der Dichter, Komponisten und Minnesänger ausübten. Immerhin komponierten sie ihre Stücke selbst und schrieben die passenden Texte dazu. Diese sogenannten Minnesänger haben sich an keinem Ort fest niedergelassen. Immer waren sie an einem anderen Hof bestimmter Adeliger. Mit Hilfe der gedichteten Lieder und dem Gesang haben diese Minnesänger sogar ihre eigenen Wettkämpfe in kultureller Beziehung durchgeführt. Es sind bis heute einige schriftliche Minnesänge erhalten geblieben. Die Ältesten davon wurden circa im Jahre 1155 in Mittelhochdeutsch verfasst.

Die Minnesänger haben sich nach dem Vorbild der französischen Troubadour Verhalten und auch so ihr Leben gestaltet. Neben den Texten der Minnesänge gab es bei den kulturellen Dingen bei Hofe auch andere Dichtungsformen, zum Beispiel der höfische Roman.

Was ist der Minnesang?

Für ein richtiges Verständnis sollte der Begriff „Minne“ erklärt werden. Dieser Begriff bedeutet so viel wie Liebe. Aber im Minnesang könnte man denken, dass es sich nicht immer nur um die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau handelt. Schließlich haben auch andere Arten der Liebe wie Freundschaft, Elternliebe und religiöse Liebe von damals bis heute eine große Bedeutung. Doch der Minnesang selbst betitelt in Wirklichkeit diese Liebe zwischen Mann und Frau, denn der Ritter hatte damals seine Angebetete besungen. Diese war selbst von adeliger Herkunft. In den Texten der Minnesänger sind oft auch die ritterlichen Verpflichtungen, wie zum Beispiel Treue, Bescheidenheit und Stolz enthalten. Damit wurde versucht Eindruck auf die Besungene zu machen. Doch trotzdem war meist die Herzensdame eine verheiratete Frau, was bedeutete, dass der Minnesänger mit dieser Frau niemals zusammenkommen würde. Die Menschen bei Hofe haben aber den Minnesänger mit seinen Texten für die Angebetete geachtet, da sie wussten, dass er immer die Disziplin in Bezug auf die Herzensdame gewahrt hat. Da das im Gesang dargestellte Liebespaar nie Wirklichkeit werden würde, wurde sehr oft auch die Qual des Singenden nach außen dargestellt.

Es gab ab ungefähr 1190 nicht nur den hohen Minnesang. Auch der niedere Minnesang befand sich zu der Zeit in der Entstehung. Hierbei war der bekannteste Vertreter Walther von der Vogelweide.
Das Hauptthema in den Texten war die Liebe und daneben wurde auch versucht einen Bezug auf das wirkliche Leben zu finden. Bei dem Vortrag des Liedes hatte jeder Minnesänger immer den Glauben daran, dass es eine Chance gibt zwischen ihm und der besungenen edlen Dame.

Welche Formen des Minnesangs gibt es?

Es gibt drei verschiedene Arten des Minnesangs:

Als erstes gibt es das Lied. Dies ist vergleichbar mit den heutigen Liedern. Schließlich beinhaltet es die bis heute angewandten Strophen, welche sich wiederholen. Beim Minnesang und auch heute werden drei bis fünf Strophen angewandt.
Die dritte Form ist die Spruchstrophe. Diese ist komplexerer Art, als das Lied und enthält keine Wiederholung. Zudem unterscheiden sich diese Spruchstrophen je nach Sänger sehr.

Als letzte Form kann man den Leich bezeichnen. Dies ist noch schwieriger und verworrener als die Spruchstrophe. Und auch bei dieser Form des Minnesangs sind keine Wiederholungen vorhanden.

Wie unterscheidet sich der Minnesang inhaltlich?

Neben den unterschiedlichen Formen des Minnesanges gibt es auch inhaltliche Unterschiede, welche verschiedene Gattungen darstellen.
Im Folgenden können einige Beispiele genannt werden:

Eine Gattung ist das Minne- oder Werbelied, bei dem der Mann es beklagt, dass die Angebetete für ihn nicht erreichbar ist.
Ebenfalls gibt es auch das Frauenlied. Hierbei wird das Werben des Sängers aus Sicht der Frau abgelehnt und zwar mit großem Bedauern.
Daneben kann man auch das Tagelied nennen. In diesem wird von einem erfundenen Liebespaar erzählt, welches sich nach einer Nacht in Zweisamkeit verabschieden muss.

Als letztes Beispiel kann auch das Kreuzlied erwähnt werden. Bei dieser Gattung wird die Minne mit dem Kreuzzug verbunden.

Was bezeichnet den höfischen Roman des Hochmittelalters?

Es gab im Hochmittelalter nicht nur den Minnesang. Die höfischen Dichtungen konnten auch aus langen Texten, welche epische Merkmale besaßen, bestehen. Oft waren die Handlungen des höfischen Romans alte Sagen, welche noch ergänzende Inhalte zusätzlich erhielten. Diese Inhalte konnten unter anderem Minne oder Kreuzzüge enthalten oder auch das Leben bei Hofe, wie es am optimalsten sein sollte, darstellen. Auch wird in diesen Romanen von bestimmten Abenteuern erzählt, welche nur für die Angebetete bewältigt worden sind.
Das bekannteste bis heute überlieferte Beispiel des höfischen Romans ist das „Gralsepos Parzival“, welches von Wolfram Eschenbach circa in der Zeit von 1200 bis 1210 verfasst worden ist.

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