Horizontale Finanzierungsregeln in BWL leicht erklärt + Beispiel

Definition von horizontalen Finanzierungsregeln

Über horizontale Finanzierungsregeln wird die Kapitalverwendung (die Aktiva-Seite in der Bilanz) ins Verhältnis zur Herkunft der Mittel (Passiva-Seite der Bilanz) gesetzt.

Bedeutung von horizontalen Finanzierungsregeln

Die Forderung von horizontalen Finanzierungsregeln lautet, dass das langfristige Vermögen (insbesondere Anlagevermögen) langfristig finanziert wird (Fristenkongruenz). Der Grund hierfür liegt darin, dass davon ausgegangen wird, dass Anlagevermögen erst mittel- bis langfristig wieder Verdienste erzielt.

Wenn langfristiges Vermögen über kurzfristig finanziert wird (beispielsweise über Kontokorrentkredit), kann es zu Finanzierungslücken oder Liquiditätsengpässen führen.

Beispiel von horizontalen Finanzierungsregeln / Fristenkongruenz

Ein Immobilienunternehmen kauft eine Immobilie mit dem Wert von 1 Million Euro. Diese wird komplett per Bankdarlehen mit 5% Zins finanziert.
Diese Immobilie erwirtschaftet nach Abzug aller Kosten Mieterträge von 80.000 Euro im Jahr.
Die jährlichen Zinsen können somit aus den jährlichen 80.000 Euro beglichen werden (bei 5% Verzinsung sind die 50.000 Euro pro Jahr) und den Kredit tilgen.
Wird die im Beispiel genannte Immobilie nun über ein zweijähriges Darlehen kurzfristig finanziert, verletzt das Unternehmen die Fristenkongruenz. Es wäre dann nicht möglich, den Kredit aus den laufenden Einnahmen wieder zu tilgen.
Zusätzlich existieren auch vertikale Finanzierungsregeln. Diese setzen das Eigen- und Fremdkapital miteinander ins Verhältnis. Hierbei werden nur Posten der Passiva-Seite der Bilanz beurteilt.

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