Imparitätsprinzip in ReWe leicht erklärt + Beispiel

Das Imparitätsprinzip besagt, das zum Jahresabschluss vorsichtig bewertet werden muss. Alle drohenden Verluste und vorhersehbaren Risiken, sind in den Jahresabschluss einzubeziehen. Drohende Verluste werden dabei nach dem Höchstwertprinzip angesetzt, Vermögen wird nach dem Niederstwertprinzip bewertet und erwartete Gewinne dürfen gar nicht aufgeführt werden, sondern erst dann, wenn sie tatsächlich realisiert wurden.

Vor allem Gläubiger des Unternehmens werden durch dieses vorsichtige Handeln geschützt, denn durch den Ansatz drohender Verluste werden geringerer Gewinne ausgeschüttet. So kann bei tatsächlichem Eintreten des Verlustes ein finanzieller Engpass vermieden werden.

Beispiele

Das Unternehmen kauft ein Grundstück für 500.000 Euro. Kurz vor dem Bilanzstichtag wird bekannt, dass neben dem Gelände eine Mülldeponie errichtet wird und somit die Grundstücke im direkten Umfeld 20 % an Wert verlieren. Nach dem Niederstwertprinzip (§ 253 Abs. 4 HGB) wird das Grundstück in der Jahresbilanz entsprechend um 100.000 Euro abgewertet und nur noch mit 400.000 Euro im Bestand geführt. Dies wird auch als Verlustantizipation bezeichnet.

Forderungsausfälle

Wir haben Forderungen gegenüber dem Kunden „Beispiel“ in Höhe von 23.800 Euro (20.000 Euro netto zzgl. 19 % USt). Werden Zahlungsschwierigkeiten dieses Kunden vor dem Bilanzstichtag bekannt, muss nach dem Niederstwertprinzip der voraussichtliche Forderungsausfall von 20.000 Euro (100 % des Netto-Rechnungsbetrages) als Einzelwertberichtigung angesetzt werden.

Voraussichtliche Gewinne und Verluste aus Wertpapiergeschäften

Das Unternehmen hat Wertpapiere in Höhe von 10.000 Euro gekauft.

Möglichkeit A

: Am Bilanzstichtag ist der Wert auf 12.000 Euro gestiegen.
Es erfolgt der Ansatz zum Kaufpreis von 10.000 Euro, da der Gewinn noch nicht realisiert ist (die Wertpapiere sind nicht verkauft worden).

Möglichkeit B

: Am Bilanzstichtag ist der Wert auf 9.000 Euro gefallen.
Nach dem Niederstwertprinzip wird der drohende Verlust von 1.000 Euro gewinnmindernd angesetzt und die Wertpapiere nur noch mit 9.000 Euro in der Bilanz geführt, obwohl auch hier kein tatsächlicher Verkauf stattgefunden hat.

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