Innenarchitekt & Innendesigner – was ist der Unterschied?

Uni-24.de Logo

Das Aufgabengebiet sowie die Angebote von Innenarchitekten und Innendesignern ähnlich sich auf den ersten Blick. Beide befassen sich mit der Ausstattung der Innenräume von Häusern oder sonstigen Gebäuden. Dennoch gibt es klare Unterschiede zwischen den beiden Berufsbildern.

Der Innenarchitekt

Wer die Berufsbezeichnung „Innenarchitekt“ trägt, hat ein Studium an einer Hochschule abgeschlossen. Die Studiengänge dauern zwischen 6 und 10 Semestern.

Inhalte sind unter anderem

  • Bauphysik
  • Baugeschichte
  • Konstruktion
  • Werkstofflehre
  • Innendesign
  • Freies Zeichnen
  • Gestaltungslehre
  • Wärmeschutz
  • computerbasierte Gestaltungstechniken

Früher schlossen die Absolventen in der Regel als Diplom-Ingenieure ein 10 Semester dauerndes Studium ab. Heute ist ein Basis-Studium mit dem Abschluss als Bachelor of Arts möglich, das dann durch den Master of Arts erweitert und ausgebaut werden kann.

Neben umfassenden Kenntnissen zur Raumgestaltung kennen sich Innenarchitekten zusätzlich mit der Statik von Gebäuden, technischem Ausbau und dem allgemeinen Baurecht aus. Sie können in Abstimmung mit einem Architekten, der die Gesamtplanung eines Bauwerkes übernimmt, an der Gestaltung der inneren Räumlichkeiten arbeiten. Ein Team aus beiden Fachleuten wird aber nur bei sehr hochwertigen oder auf spezielle Weise ausgestatteten Gebäuden wie beispielsweise Museen oder Bürokomplexen anzutreffen sein.
Im kleineren Rahmen wie beim Bau eines einfachen Einfamilienhauses übernimmt der Architekt gleichzeitig auch die Funktion des Innenarchitekten. Die restliche Gestaltung mit Stoffen, Tapeten, Farben und Möbeln liegt dann im Bereich der Bauherren oder eines Innenausstatters.

Innenarchitekten spezialisieren sich nach Abschluss des Studiums oder mit zunehmender Berufserfahrung sehr gerne auf gewisse Aufgabenbereiche. Während bei manchen der Schwerpunkt auf Design mit Form und Farben liegt, bieten andere vorzugsweise bauliche Maßnahmen für Innenräume an. In der Regel verfügen sie aber über ein sehr breites Wissen zu allen relevanten Themen.

Wer einen Innenarchitekten engagiert bekommt zunächst ein Angebot und schließlich eine Rechnung, die sich nach den Preisen der Honorarordnung für Architekten & Ingenieure (HOAI).

Der Innendesigner

„Innendesigner“ verfügen in der Regel nicht über ein Hochschulstudium, jedenfalls nicht als Innenarchitekt, denn sonst würden sie diese als hochwertiger angesehene Berufsbezeichnung so auch tragen. Ganz ähnliche Berufsbezeichnungen, die in etwa auch das Gleiche ausdrücken, sind „Interior Designer“ oder „Wohnraum Designer“.
Diese Berufsbezeichnungen sind frei. Folglich darf sich jeder, der sich über gewisse Wege Kenntnisse zur Raumgestaltung und Ausschmückung angeeignet hat, so nennen. Im Endeffekt liegt es am Kunden selbst, sich über den Werdegang und die Referenzen eines Innendesigners zu informieren.

Häufig sind unter dieser Berufsbezeichnung Menschen mit einem Hintergrund beziehungsweise einer Ausbildung zum

  • Raumausstatter
  • Möbelbauer/Schreiner
  • Grafiker
  • Künstler
  • Stuckateure

zu finden.

Diese haben sich durch entsprechende Zusatzqualifikationen ein umfassendes Wissen zu ganz bestimmten Sparten angeeignet. Ein Holzbaumeister kann umfassende Innendesigns mit Holz anbieten. Dazu wäre denkbar, dass er eine Zusatzausbildung in Akustikoptimierung gemacht hat und jetzt ausgefallenes Innendesigns für Konzerträume anbietet.
Raumausstatter arbeiten mit Tapeten, Textilien, wie Vorhängen, Überzügen und Teppichen. Sie kennen sich oftmals zusätzlich mit Möbelbau aus oder können dekorative Gipserarbeiten übernehmen. Die jeweiligen Fachgebiete können bei Innendesignern sehr verschieden und unter Umständen auch begrenzt sein. Es gibt aber auch Innendesigner, die über ein ähnlich breites Fachwissen verfügen, wie der Innenarchitekt.

Weitere sehr spezielle Angebote können Innendesigns nach den Regeln des Feng Shui oder an der Baubiologie orientierte Ausstatter sein. Man findet Innendesigner auch spezialisiert auf gewisse Gebäude oder Nutzungstypen wie beispielsweise Hotels oder Küchen.

Ebenso frei ist ein Innendesigner in seiner Preisgestaltung. Angebote und Abrechnungen erfolgen ganz nach dem jeweiligen Ermessen des Anbieters.

Der Unterschied zwischen dem Innenarchitekten und Innendesigner im Fazit

Der Innenarchitekt ist ein professioneller Anbieter umfassender Bau- und Gestaltungsarbeiten für Innenräume. Er hat ein Studium mit einheitlichen Ausbildungsinhalten absolviert. Neben der kreativen Gestaltung von Innenräumen kennt er sich mit umfassend mit dem Baurecht und vielen technischen Details aus. Der Innenarchitekt rechnet zudem nach einer festen Gebührenordnung ab.

Innendesigner dagegen ist ein freie Berufsbezeichnung. Ein Innendesigner hat kein Studium absolviert, kommt aber in den meisten Fällen aus dem Handwerksbereich oder einem kreativen Beruf, der sich mit Innenausstattung oder Design beschäftigt. Er ist frei in der Preisgestaltung.

Hat dir der Beitrag gefallen?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here