Inneren Monolog schreiben – Merkmale, Aufbau & Beispiel

Inneren Monolog schreiben - Merkmale, Aufbau & Beispiel

Ein innerer Monolog ist eine Erzählform, die den Leser in die Gefühlswelt des Protagonisten eintauchen lässt. Wie ein innerer Monolog geschrieben ist, lässt sich bereits an den beiden Worten erkennen, die den Begriff bilden. Innen, also werden die Gedanken, die sich der Protagonist währenddessen macht, nicht nach außen getragen, und Monolog, also eine Textpassage, in der nur eine Person redet. Der Leser kann während des inneren Monologs einen Gedankengang des Protagonisten mitverfolgen und so dessen Gemütszustand nachvollziehen.

Allerdings spricht man nicht jedes Mal, wenn in einem Text die Gedanken einer Figur zu lesen sind, von einem inneren Monolog. Es müssen einige wichtige Eckpunkte erfüllt werden, damit sich die Passage einen inneren Monolog nennen darf.

Die Merkmale eines inneren Monologs

Oft kann ein innerer Monolog als Streitgespräch zwischen verschiedenen Teilen einer Figur gesehen werden. So kann es sein, dass während eines inneren Monologs die Figur eine wichtige Entscheidung treffen muss und die verschiedenen Argumente für beide Seiten abwägt. Geht es beispielsweise darum, ob die Figur in der Geschichte einen gefährlichen Berg besteigen soll, können in einem inneren Monolog die abenteuerlustige Seite der Figur und die sicherheitsbewusste Seite aneinander geraten.

Es ist hier auch nicht ungewöhnlich, wenn sich die Figur selbstkritisch verhält oder sogar selbst beleidigt. Der innere Monolog muss auch nicht zur Lösung des inneren Konflikts der Figur führen, sondern kann lediglich dazu genutzt werden, die Selbstzweifel der Figur darzustellen.

Im gleichen Zug kann der Protagonist im inneren Monolog auch Taten aus der Vergangenheit bewerten und sich für diese selbst loben oder kritisieren. Das ist für den Autor ein wichtiges Mittel, um die Geschichte einer Figur auszuschmücken und dieser mehr Hintergrund zu geben. Wenn der Leser erfährt, dass die Figur in der Vergangenheit schwierige Entscheidungen treffen musste und heute noch selbst überlegen muss, ob die richtige Entscheidung getroffen wurde, führt das dazu, dass sich Leser besser mit der Figur identifizieren können.

Grammatikalisch müssen beim inneren Monolog ebenfalls einige Regeln beachtet werden. Der Monolog wird immer in der ersten oder zweiten Person im Singular geschrieben, da die Person über sich selbst redet. Die zweite Person Singular wird verwendet, wenn ein Konflikt im Innenleben der Figur stattfindet oder mehrere Positionen in einem inneren Monolog behandelt werden. Außerdem wird immer im Präsens geschrieben und Verben werden in der Grundform verwendet.

Da es sich bei einem inneren Monolog um eine Art inneres Gespräch handelt, können Sätze, die darin vorkommen, oft abgehackt oder unvollständig sein. Das steht im Kontrast zu äußeren Erzählern in Romanen, die sich durch lange, vollständige Sätze mit oft reichem Wortschatz auszeichnen. In Momenten von Panik oder Frust ist auch das Wiederholen von kurzen Sätzen im inneren Monolog üblich.

Im inneren Monolog hinterfragt sich die Figur auch häufig selbst und nimmt extremere Positionen als in normalen Gesprächen ein. Hier wird versucht, verschiedene Seiten mit einander zu vereinbaren und aus Fehlern in der Vergangenheit der Person zu lernen. Als Leser ist es hier wichtig zu merken, dass sich der innere Monolog lediglich in den Gedanken der Figur abspielt, die diesen führt. Die anderen Figuren, die in der Erzählung vorkommen, wissen von diesem inneren Konflikt nichts und deshalb können innere Monologe oft persönlicher als normale Dialoge mit anderen Figuren sein.

Regeln für das Schreiben eines inneren Monologs

Um selbst einen inneren Monolog zu schreiben, sollte man die Gefühle und Gedanken der Figur in Betracht ziehen und deren Situation analysieren. Wichtige Charaktereigenschaften sind hier ebenso wichtig wie sprachliche Eigenheiten, wie wenn die Figur beispielsweise stottert. Die Gefühle und Konflikte der Figur müssen im inneren Monolog tiefgehend behandelt werden und sollten im besten Fall zu einer Erkenntnis oder einer Veränderung im Handeln der Figur führen. Der innere Monolog ist oft strukturlos.

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