Inter- und Intrarollenkonflikt – Unterschied & Bedeutung

Inter- und Intrarollenkonflikt - Unterschied & Bedeutung

Ständig ist die Rede davon: Interrollenkonflikte – oder waren es doch Intrarollenkonflikte? Was sind Rollenkonflikte überhaupt? Und was meint ‚intra’ beziehungsweise ‚inter’?

Was ist ein Rollenkonflikt?

Jeder Mensch füllt diverse unterschiedliche Rollen im Leben aus.

Kevin zum Beispiel ist gleichzeitig

  • Sohn,
  • Bruder,
  • Schüler,
  • Klassenkamerad,
  • Mitglied einer Fußballmannschaft
  • und diverses mehr.

Maria ist

  • Mutter,
  • Ehefrau,
  • Schwester,
  • Tochter,
  • Vorgesetzte,
  • Arbeitnehmerin,
  • Autofahrerin,
  • Kundin,
  • Mitglied des Bürgervereins,
  • Hundehalterin
  • und diverses mehr.

Da die Rollen sehr verschieden sind, nicht jeder Mensch über die gleichen Erwartungen und Fähigkeiten verfügt und die Ressourcen insgesamt begrenzt sind, kann es, was diese Rollen angeht, leicht zu Konflikten kommen. Rollenkonflikten eben.

Was bedeutet ‚inter’ beziehungsweise ‚intra’?

‚Inter’ kommt aus der lateinischen Sprache. Es heißt dort: „unter“ oder „zwischen“. Beispiele: ‚internationale Beziehungen’ sind Beziehungen zwischen verschiedenen Nationen. ‚Interaktion’ ist das wechselseitige aufeinander Einwirken, also Aktion zwischen zwei Individuen.

‚Intra’ kommt ebenfalls aus dem Lateinischen. Es bedeutet ‚innerhalb’. Beispiele: Ein Intranet kann nur innerhalb eines eingeschränkten Personenkreises genutzt werden. Eine intravenöse Spritze geht in die Vene.

Interrollenkonflikte und Intrarollenkonflikte

Unter einem Interrollenkonflikt versteht man dementsprechend einen Konflikt zwischen unterschiedlichen Rollen, die eine Person ausfüllt.

Beispiele: Kevin in seiner Rolle als Mitglied der Fußballmannschaft will am Sondertraining teilnehmen, in seiner Rolle als Schüler müsste er Vokabeln lernen und in seiner Rolle als Sohn hat er dem Vater versprochen, das Auto zu waschen.

Maria hat in ihrer Rolle als Arbeitnehmerin die Arbeitszeiten einzuhalten, in ihrer Rolle als Mutter müsste sie ihre Tochter zum Zahnarzt fahren, in ihrer Rolle als Hundehalterin den Hund spazieren führen, in ihrer Rolle als Mitglied des Bürgervereins an einer Sitzung teilnehmen. Da die verschiedenen Anforderungen der verschiedenen Rollen nicht oder nur schlecht vereinbar sind, kommt es zum Interrollenkonflikt.

Mit einem Intrarollenkonflikt meint man einen Konflikt innerhalb einer Rolle.

Beispiel: Der Englischlehrer erwartet von Kevin in seiner Rolle als Schüler, dass er Vokabeln lernt. Der Mathelehrer erwartet in derselben Rolle von ihm, dass er einem Klassenkameraden, der den Stoff versäumt hat, erklärt, was sie gelernt haben. Er selber erwartet von sich in seiner Rolle als Schüler, dass er befriedigende Leistungen bringt. Marias Kinder erwarten von ihr in ihrer Rolle als Mutter, dass sie ein Mittagessen kocht.

Maria selber erwartet von sich in ihrer Rolle als Mutter, dass sie den Kindern bei den Hausaufgaben hilft. Der Lehrer erwartet von ihr in ihrer Rolle als Mutter, dass sie zum Elternsprechtag kommt. Von einem Lehrer erwarten die Schüler, dass der Unterricht Spaß macht, die Eltern, dass die Schüler etwas lernen, der Direktor, dass er sich gut organisiert, er selber, dass er immer gerecht ist. Da diese verschiedenen Anforderungen innerhalb einer Rolle nur schwer oder gar nicht vereinbar sind, kommt es zum Intrarollenkonflikt.

Tatsächlich kommen Rollenkonflikte recht häufig vor. Soziologen beschäftigen sich zum Beispiel damit. Es gibt auch noch andere Formen von Rollenkonflikten, zum Beispiel, wenn eine Person einer Rolle nicht gewachsen ist.

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