Interview mit „Sirpreiss“ für uni-24.de

Heute führe ich ein Interview mit dem Rapper “SirPreiss”, den ich über MySpace kennengelernt habe und der am 11.11.2011 ein neues Album mit dem Titel “Ungefiltert” veröffentlicht hat.

99VIPs.de:  Hallo SirPreiss – kannst du dich bitte erstmal unseren Lesern vorstellen und etwas mehr über dich erzählen, wie zum Beispiel was du so machst und anschließend kannst du vielleicht auch noch etwas zu deinem neuen Album sagen, welches man kostenlos downloaden darf ?

SirPreiss: Hallo erst mal an alle Leser! Mein Name ist wie gesagt SirPreiss, ich komme aus Düsseldorf und bin seit etwa 2005 aktiv. Aktivsein heißt, ich produziere Beats und rappe. 2010 habe ich mein erstes, vollwertiges Release „11“ veröffentlicht. Das war aber eher ein Best-of älterer Sachen, weswegen man mein aktuelles Release „Ungefiltert“ als das erste richtige Album bezeichnen darf. „Ungefiltert“ ist deswegen auch runder, wie ich und andere finden.

99VIPs.de: Wurden die Sachen von dir bis jetzt immer kostenlos ins Netz gestellt oder hast du auch etwas in den Verkauf geschickt ? Wo kann man deine Beats momentan hören und vielleicht downloaden?

SirPreiss: Jein. Einige Beiträge von mir finden sich auch auf Alben anderer Künstler oder Sampler, die verkauft wurden. Bis ich aber erwäge, mein nächstes Album zum Verkauf freizugeben, muss ich mir noch mehr einen Namen machen, wenn man so will.Da bin ich ziemlich realistisch und denke z.B., dass „Ungefiltert“ eher ein Ladenhüter gewesen wäre. Dafür ist der Sound zu roh und dreckig, was natürlich gewollt, aber für gewinnbringende Verläufe eher ein Hindernis ist.

Die Projekte, an denen ich momentan arbeite, gehen da mehr in eine andere Richtung, für die die Leute bereit sind, Geld auszugeben. Meine Beats kann man als Download bzw. in verarbeiteter Form als Tracks auf Soundcloud oder YouTube hören. Einfach „sirpreiss“ googlen und ein wenig stöbern.

Es lässt sich am besten verkaufen, womit sich die Hörer identifizieren 

99VIPs.de: Was lässt sich deiner Meinung nach denn am besten verkaufen und warum ist das deiner Meinung nach so ? Dürfen unsere Leser deine Beats in ihren Songs verwenden ?

SirPreiss: Es lässt sich am besten verkaufen, womit sich die Hörer identifizieren können. Da gibt es keine Formel oder Gesetze. Viele setzen auf HD-Videos und geben hunderte von Euro für ein Album-Mastering aus, sitzen auf ihrer 1000er Auflage und wundern sich, warum sich ein Hiob oder auch Huss & Hodn mit ihrem rohen, unfertigen Sound keine Sorgen machen müssen. Die Leute kaufen das, weil sie sich in der Musik wiederfinden oder sie der Sound berührt. Das geht auch ohne Schminke und Maskerade. Dieser Grundgedanke liegt meinem Album „Ungefiltert“ zu Grunde.

Gegenfrage: Was genau heißt „verwenden“?

99VIPs.de: Verwenden würde heißen, dass die Leser, die selbst Musik machen die Beats downloaden und sie in eigenen Songs benutzen, die sie kostenlos ins Netz stellen.

SirPreiss: Eher nicht. Ich möchte da, obwohl ich sie online stelle, etwas die Kontrolle über meine Beats behalten. D.h., jeder kann mich kontaktieren, wenn er einen Beat cool findet. Meine Frage wird dann wahrscheinlich sein „Wo kann man sich denn was von dir anhören?“. Wenn dann nix kommt oder mir die Sachen nicht gefallen, hat sich die Sache eigentlich erledigt. Ich bin kein Produzent, der seine Sachen in die Menge wirft. Mir geht es vor allem um den Austausch zwischen den Rappern/Sängern und mir.

99VIPs.de: Ich habe gesehen, dass du selbst einen WordPress-Blog führst und dort auch nicht nur Sachen von dir selbst postest. Kannst du uns erzählen, was du in deinem Blog postest und ob es deiner Meinung nach wichtig für einen Musiker oder DJ ist einen Blog oder eine Homepage zu haben ?

SirPreiss: Ich poste neben meinen News vor allem Sachen zu Künstlern aus meinem näheren Umfeld oder einfach Leuten, die ich cool finde. Das ist aber immer von meiner knapp bemessenen Zeit abhängig. So finden sich in meinem Blog z.B. ausführliche Plattenkritiken oder Konzert-Tipps.

Zur Musiker-Homepage-Frage muss ich sagen, das ist so ein Segen und Fluch: Auf der einen Seite muss man es machen, denn wie sollen die Leute sonst auf einen aufmerksam werden? Auf der anderen Seite kann es schnell passieren, dass man in der Flut der Seiten und Blogs einfach untergeht. Bestes Beispiel ist MySpace: Das war noch vor 5 Jahren das Non Plus Ultra um sich zu präsentieren. Jetzt ist es eine Spam-Schleuder. Um die Frage zu beantworten: Ja, eine ordentliche Homepage ist Pflicht für die Präsentation, soziale Netzwerke für die Kommunikation.

Nur die Homepage funktioniert selten, nur soziale Netzwerke nutzen kann verschwendete Energie sein. Kommt eben drauf an ,was man anbietet.

 

99VIPs.de: Ich habe das die anderen Interview-Partner bis jetzt auch immer gefragt und ich frage dich deshalb auch : Was ist deiner Meinung nach dein bekanntester oder beliebtester Song und warum ist er das geworden ?

SirPreiss: Meiner Meinung nach ist das „Rückgrat aus Titan“. Die Gründe sind zum einen das Erscheinen auf dem Netzwerke-Sampler, der eine ziemlich große Reichweite hat/hatte. Zum anderen mögen meine Hörer sowohl den Beat also auch den Text. Das weiß ich, weil zu dem Song das meiste positive Feedback kam. Ein anderer Song wäre „Wunschkonzert“ von 2008, der vor allem live immer noch sehr gut funktioniert.

99VIPs.de: Kannst du unseren Lesern noch einige Tipps und Ratschläge geben, wie man seine Musik am effektivsten vermarkten und verbreiten kann und wie man seine Reichweite allgemein erhöhen kann ? Wie sollte zum Beispiel jemand vorgehen, der gerade seinen ersten Song aufgenommen hat und diesen nun im Internet so gut es geht verbreiten will ?


SirPreiss: 
Der schnellste, aber auch schwerste Weg ist, dass der Song einfach gut sein muss. Dann verbreitet er sich von selbst. Stichwort soziale Netzwerke: Du postest den Song, ein Freund findet ihn cool und verteilt den Link, dessen Freunde wiederum machen das Selbe. Man sollte auf jeden Fall die Grenze zum Spamming sehen. Da wären wir wieder bei MySpace: „Hör dir meinen Song an“ oder „Check mein Album“ kommt einfach nicht an. Da fühlt man sich genötigt und hört erst gar nicht in die Sachen rein. Besser ist es, wenn dir gute Freunde, Blogs oder Seiten Sachen empfehlen. Das zum Bekanntwerden. Das Vermarkten ist wieder eine andere Schiene, die den Rahmen hier sprengen würde. Nur so viel, es kann nie schaden einen Songs zum kostenlosen Download bereit zu stellen. Und das in möglichst vielen Plattformen, um möglichst viele unterschiedliche Hörer zu erreichen. Viele Leute suchen z.b. auf YouTube – ironischerweise – keine Videos, sondern Musik.

99VIPs.de: Auf deinem Album hast du sehr viele Features mit anderen Musikern. Was bringen Features einem Rapper und warum versuchen Rapper immer Features mit anderen Musikern an Land zu holen?

SirPreiss: Na ja, ich habe auf sechs von 16 Songs Features. Das empfinde ich nicht wirklich als viel. Mein Grundsatz ist, ich mache nie Musik mit Leuten, die ich nicht cool finde. Auf „Ungefiltert“ sind bekanntere Namen wie Prezident, Jephza oder Angry Teng vertreten, ja. Aber ich habe diese und andere Leute ausgewählt, weil sie in mein Album-Konzept passen: Düster, nachdenklich, roh, auf den Punkt. Alles extrem charismatische Typen und Stimmen.

Außerdem kenne ich alle persönlich oder kann zumindest behaupten, sie persönlich getroffen zu haben und dass man sich verstanden hat. Dazu kommt eben, dass ich deren Musik mag. Das scheint auch auf Gegenseitigkeit zu beruhen, denn recherchier mal, wo diese Leute mit wem Musik gemacht haben. Die sind mindestens so wählerisch wie ich und deswegen ist jedes Feature auf meinem Album etwas Besonderes. Klar versuchen einige sogenannte Rapper große Namen zu nutzen, um sich selbst zu pushen. Wer diese Linie verfolgt, sollte das Mikrophon ganz schnell einpacken und sich überlegen, was anderes zu machen.

99VIPs.de: Ok ich danke dir für dieses Interview. Es waren viele sehr hilfreiche Ratschläge dabei und ich denke, dass wir nicht das letzte Mal von dir hier im Blog auf 99VIPs.de hören werden. Ich bedanke mich bei dir und wünsche dir erstmal noch viel Erfolg.

SirPreiss: Ich habe zu danken! Wer mehr lesen oder hören will, kann mich jederzeit kontaktieren oder meinem Blog auf www.sirpreiss.wordpress.com folgen.

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