Ist das Tragen von „1312“ und „ACAB“ strafbar?

Der Besuch des Auswärtsspiels nahm bei 1860 München für eine ganze Reihe der Fans des 1. FC Köln ein unangenehmes Ende. Diese Tatsache wirft für die anderen Fans die Frage auf: Ist das Tragen von Emblemen mit den Zahlen „1312“ und den Buchstaben „ACAB“ strafbar und führt zu einem Gerichtsverfahren? Fans müssen weitreichende Folgen befürchten, denn diese Parolen sind in Fußballstadien Gang und Gebe.
Die Münchner Polizei hat laut der Kölner Fanhilfe mehrere „Effzeh“- Anhänger für länger festgehalten und auch erkennungsdienstlich behandelt. Es seien Fotos der Fans gemacht und persönliche Daten dabei festgestellt worden. Grund der Maßnahme ist das Zeigen von „1312“der Zahlenkombination, welche eine Reminiszenz des Kürzels „ACAB“ („All Cops are Bastards“) sein soll.

Ob nur das Tragen dieser Zeichen als Anlass zur Strafverfolgung dienen kann, ist wie es scheint nicht festgeschrieben. Januar 2012 verurteilte das Amtsgericht Regensburg einen Fan für das Tragen des T-Shirts mit Aufdruck „CopACABana“ wegen Beleidigung verurteilt. Auch die Kölner Fans erwartet nun eine Anzeige wegen Beleidigung. Der „Kölsche Klüngel“ hält das verfahren für zweifelhaft.

Matthias Düllberg der Fachanwalt für Strafrecht in Bochum ist und die Website „Strafrecht am Spieltag„ betreibt, meint dass eine Verurteilung aus den genannten Gründen unwahrscheinlich sei. Es stellt sich hier die Frage, ob eine Abkürzung eine Beleidigung sein kann – es handelt sich nämlich lediglich um eine Kombination aus vier Zahlen, oder Buchstaben. Die Rechtsprechung allerdings sieht es bereits als Beleidigung an, denn es ist jedem geläufig, wofür diese Kürzel stehen. Die zweite Frage welche geklärt werden müsste ist, ob diese ‚Worte‘ sich gegen einSubjekt richten, das als beleidigungsfähig eingestuft wird. Die Einheit der Polizei ist es nicht. Die Rechtsprechung stellt aber fest, dass bei einem Fußballbezug es sich auf die Gruppe der anwesenden Beamten zeigt und diese sei hinreichend einzugrenzen. Es sei schließlich bekannt, dass Polizei sich im Stadion befindet. Bei derartigen Shirts getragen auf Volksfesten wurde die s anders beurteilt. Die Rechtslage ist also nicht eindeutig. Der Anwalt ist auch nicht ganz sicher was die Gerichte in diese Sache hinein interpretieren werden.

Sollte eine Verurteilung stattfinden, muss ein Ersttäter nichts anders als eine nicht zu hohe Geldstrafe befürchten, wenn es überhaupt zu einem Verfahren käme. Ausschließen kann man ein Verfahren jedoch nicht, denn auch nur vier Zahlen bzw. Buchstaben können eine Anklage zur Folge haben. Es bleibt also abzuwarten, ob die Parole tatsächlich am Ende verboten wird und strafrechtliche Konsequenzen für den Betroffenen mit sich bringt.

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