Ist Edelstahl magnetisch oder nicht? – Aufklärung

Der Magnetismus von Edelstahl hängt von der Art seiner Legierung ab. Es gibt mittlerweile über 120 verschiedene Edelstähle, die überall als Werkstoffe ihre Anwendung finden. Von dieser Menge sind nur einige wenige wirklich magnetisch. Und zwar dann, wenn die verwendete Legierung ein Mindestmaß an Eisen enthält. Der Magnetismus von Edelstahl ist für die meisten Anwendungsgebiete im Grunde nicht wirklich von Bedeutung. Geht es aber um Induktion, spielt der Magnetismus eine große Rolle.

UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN AUSTENITISCH ODER FERRITISCH

Die meisten Edelstahlsorten sind austenitisch legiert. Das heißt, die Metallanteile sind nicht oder nur sehr gering magnetisch. Damit Edelstahl eine spürbare magnetische Wirkung erreicht, muss er mit einer passenden Legierung bearbeitet werden. Diese Legierungen nennt man ferritisch. Sie besitzen einen hohen Anteil an Chrom, der zwischen 10 % und 20 % liegt, haben aber wesentlich weniger Kohlenstoff als vergleichbare Edelstähle, die austenitisch sind. Dies ist wichtig, da Kohlenstoff unmagnetisch wirkt.

Beide Sorten Edelstahl, austenitisch und ferritisch, kann man rostfrei herstellen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass ferritische Legierungen schneller dem Lochfraß zum Opfer fallen, der häufig an der Stelle von Bohrungen und Gewinden auftritt. Beide Edelstahlsorten können unbedenklich mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.

MAGNETISCHER EDELSTAHL – MÖGLICH, ABER AUFWENDIG

Grundsätzlich ist eine eisenhaltige Legierung etwas rostanfälliger, weshalb die Herstellung von rostsicherem Edelstahl mit hohem Eisenanteil mit viel Aufwand verbunden ist. Aus diesem Grund kosten diese Sorten mehr, zum Beispiel der Edelstahl für Töpfe, die induktionsfähig sein sollen. Die Induktion funktioniert, indem der Topf mit Hilfe des elektromagnetischen Bodens den wirbelnden Elektromagnetismus einer Spule an sich nimmt und dann an die im Inneren befindlichen Speisen weiterleitet.

TEILLEGIERUNG ALS KOMPROMISS

Durch eine ferritische Legierung wird Edelstahl kostenintensiver und gleichzeitig weniger robust. Deshalb werden immer öfter Teillegierungen produziert, die einen gewissen Grad an Magnetismus schaffen. Diese Edelstähle werden als Duplexstahl bezeichnet und sind leicht bis mittelmäßig magnetisch. Sie sind zwar nicht in höchstem Maße effektiv, man kann sie aber durchaus auch für Induktionszwecke nutzen.

Oberflächen von ferritischen Edelstählen laufen schneller an und vor allem bei einer Duplexlegierung ist die Glühtemperatur niedriger. So können sich bei einer bestimmten Temperatur die Legierungen verändern.

DIE AUSWIRKUNGEN VON MAGNETISCHEM EDELSTAHL

Magnetische Edelstähle können in einem hochtechnisierten Umfeld zu Interferenzen mit anderen elektromagnetischen Geräten führen. Aus diesem Grund gibt es viele Edelstahlsorten, die nicht magnetisch legiert sind und die Legierungen aufweisen, die gar nicht magnetisiert werden können.

Jeder magnetische Edelstahl wirkt sich auf die umgebenden elektromagnetischen Quellen aus. Diese Auswirkung kann sich auf Mobiltelefone beziehen, im schlimmsten Fall aber auch auf Herzschrittmacher. Wenn jemand Wert auf einen Induktionsherd legt, sollte er immer die Herstellerhinweise der Geräte ernst nehmen.

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