Ist eine Grundgehalt-Angabe brutto oder netto? Aufklärung

Ist eine Grundgehalt-Angabe brutto oder netto

In Stellenausschreibungen ist oft die Rede von einem Grundgehalt. Was ist darunter zu verstehen und was gibt es zu beachten? Diese Fragen sollen im folgenden Text betrachtet werden.

Der Arbeitsvertrag

Wenn Sie eine bezahlte Tätigkeit aufnehmen, sollten Sie einen Arbeitsvertrag abschließen. Der Abschluss eines Arbeitsvertrages ist an keine Form gebunden. Theoretisch ist ein mündlich abgeschlossener Arbeitsvertrag gültig. In diesem Fall ist jedoch die Beweislage bei Rechtsstreitigkeiten schwierig. Aus diesem Grund sollten Sie einen schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen, in dem die wichtigsten Grundsätze geregelt werden. Diese sind: Grundgehalt, Zulagen, Arbeitszeit, Überstunden, Urlaubsanspruch.

Grundgehalt als Lohnbestandteil

Das Grundgehalt ist ein wesentlicher, ja Sie können sagen, der wichtigste Punkt eines Arbeitsvertrages. Das Grundgehalt sagt aus, wie Ihre Arbeitsleistung grundsätzlich vergütet wird.

Oft wird das Grundgehalt mit einer zeitlichen Bezugsgröße gekoppelt. In den meisten Fällen ist ein Stundenlohn oder ein Monatslohn üblich.

Beispiel:

Stundenweise Bezahlung: „Für Ihre Arbeitsleistung erhalten Sie 8,40 Euro pro Stunde.“
wöchentliche Festlegung: „Sie erhalten einen wöchentlichen Lohn in Höhe von 45,20 Euro.“
monatliche Festlegung: „Ihr Grundlohn beträgt 450,00 Euro im Monat.“
Bezug auf das Jahr: „Ihr jährliches Jahreszielentgelt beträgt 28.800 Euro“

Der Grundlohn kann auch an die Arbeitsleistung gekoppelt werden.

Beispiel:

Stücklohn: „Für je 1.000 ausgetragene Zeitungen erhalten Sie einen Grundlohn von 0,50 Euro“
Für Texterstellung: „ … je Wort erhalten Sie 0,70 Cent.“

Grundgehalt Brutto oder Netto

Die Berechnung des Grundgehaltes erfolgt Brutto. Das bedeutet für Sie, dass Sie von diesem Grundgehalt möglicherweise noch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. In den meisten Fällen werden diese Abgaben vom Arbeitgeber gleich einbehalten und an das Finanzamt und die Sozialversicherungsträger abgeführt. Für diese Abrechnung benötigt der Arbeitgeber von Ihnen die notwendigen persönlichen Angaben, die in einem Personalfragebogen zu Beginn des Arbeitsverhältnisses abgefragt werden.

Wichtig sind: Steuer-ID und Steuerklasse für die Lohnsteuer, Sozialversicherungsnummer für die Rentenversicherung, Krankenversicherunsnummer und Krankenkasse für die Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Der Restbetrag, der nach Abzug aller Abgaben übrig bleibt, ist das sogenannte Netto. Dieses wird dann an Sie ausgezahlt.

Beispiel:

1.236 Euro Bruttogehalt
-23,58 Euro Lohnsteuer
-95,79 Euro Krankenversicherung
-25,03 Euro Pflegeversicherung
-15,45 Euro Arbeitslosenversicherung
-114,95 Euro Rentenversicherung
961,20 Netto werden an Sie überwiesen

Auszahlung Grundgehalt gleich Netto

In bestimmten Fällen ist auch die Auszahlung des Grundgehaltes ohne Abzüge möglich. Trifft das auf Sie zu, sollten Sie die steuerliche Behandlung dieses Einkommens beachten. Grundsätzlich sind alle Einkommen steuerpflichtig und müssen in der Steuererklärung angegeben werden.

Beispiel:

Sie helfen dem Grundstücksnachbarn bei der Pflege seines Hausgartens, Sie mähen Rasen, fegen den Fußweg und räumen den Schnee im Winter. Je nach Arbeitsanfall erhalten Sie von Ihrem Nachbarn eine entsprechende Geldleistung. Diese ist Ihr Grundgehalt, welches Sie auch ohne Abzüge erhalten. Also Brutto gleich Netto. Auch in diesem Fall müssen Sie die Einnahmen in der Steuererklärung angeben, sonst ist es Schwarzarbeit.

Sonderfall Minijob oder 450 Euro Job

Eine besondere Bedeutung für den Gesetzgeber hat der sogenannt Minijob oder auch 450 Euro Job. Ziel des Gesetzgebers ist es, der Schwarzarbeit entgegenzuwirken und gleichzeitig Einnahmen für die Sozialversicherungssysteme zu generieren. Sie erhalten Ihr Grundgehalt als Bruttobetrag. Die Steuern und die Sozialversicherungsbeiträge zahlt der Arbeitgeber. Lediglich für die Rentenversicherung müssen Sie anteilig einen Aufstockungsbetrag zahlen.

Einen Minijob können Sie auch mit einem privaten Arbeitgeber vereinbaren. So können Sie für das oben genannte Beispiel mit Ihrem Grundstücksnachbarn einen Minijob vereinbaren.
Für Sie von Vorteil: Mit einem Minijob können Sie Ihre Rentenversicherungsansprüche sichern oder aufstocken, denn Minijobs sind rentenversicherungspflichtig. In Hinsicht auf die Rente ab 63 Jahren und die Grundrente, die ab 2021 eingeführt werden soll, zählen diese Zeiten, in denen Sie ein Grundgehalt in einem Minijob erhalten, als rentenversicherungspflichtig.

Unterschiedliches Grundgehalt nach Branche und Ausbildung

Das Grundgehalt ist davon abhängig, in welcher Branche Sie tätig sind und welche Qualifikation zur Ausübung der konkreten Tätigkeit notwendig ist. Es gibt auch Branchen, in denen besonders schlecht bezahlt wird. In diesen Branchen mit einem geringen Grundgehalt sind überdurchschnittlich viele Frauen beschäftigt. Zu Ihnen gehören: Friseursalons, das Hotel und Gaststättengewerbe aber auch die Pflegeberufe wie Altenpfleger.

Beispiel:

(Einstiegsgehalt als jährliches Grundgehalt)
70.000 Euro Grundgehalt Management
53.000 Euro Grundgehalt Bankwesen
45.000 Euro Grundgehalt IT-Breich Softwareentwicklung
25.000 Euro Altenpflege
25.000 Euro Grundgehalt Friseursalons

Mindestlohn

Vom Grundsatz her wird der Grundlohn zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber frei verhandelt. Um die Arbeitnehmer vor Dumpinglöhnen zu schützen, hat der Gesetzgeber gesetzliche Mindestlöhne festlegt. Dieser darf im Regelfall nicht unterschritten werden. Abweichend zum allgemeinen Mindestlohn gibt es in unterschiedlichen Branchen einen Mindestlohn, der für diese Branche verbindlich ist. Zu diesen Branchen gehören: Frisiersalons, Baugewerbe oder auch Altenpflege.

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