Was ist eine Hyperbel? – Beispiele, Wirkung & Erklärung

Definition

Das Wort Hyperbel stammt ab vom altgriechischen »hyper bállein« und bedeutet übersetzt: über das Ziel hinaus werfen, übertreffen. Dabei handelt es sich um eine Wortfigur, die zu den rhetorischen Stilmitteln der Sprache gehört. Bei einer Hyperbel wird ein Sachverhalt, eine Eigenschaft oder eine Emotion extrem übertrieben dargestellt, denn dieses Stilmittel dient der besonderen Hervorhebung einer Tatsache. Ein Beispiel dafür ist die Aussage „wie Sand am Meer“, in der die besondere Masse von etwas hervorgehoben werden soll. Man darf die Hyperbel allerdings nicht mit einer Form der Litotes verwechseln, bei der etwas durch starke Abschwächung, also der gegenteiligen Methode der Hyperbel, betont werden soll.

Die Metapher und die Hyperbel

Die beiden Stilmittel Hyperbel und Metapher schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern können sich in ihrer Wirkung sogar noch verstärken. Aus diesem Grund erscheint die Hyperbel oftmals in Form einer Metapher. So könnte man beispielsweise sagen: „Du bist mein Herkules“. In dieser Aussage finden wir die Metapher, denn das angesprochene Gegenüber wird mit einem Halbgott aus der griechischen Mythologie verglichen. Gleichzeitig ist die Verwendung genau dieser Bezeichnung eine Hyperbel, denn Herkules steht in seiner Funktion als Halbgott für besondere Stärke, die menschliche Fähigkeiten bereits übertrifft.

Sprachgebrauch im Alltag

Auch im Alltag findet die Hyperbel häufig Anwendung. Sie wird gerne als Mittel benutzt, bestimmte Eigenschaften und Tatsachen zu unterstreichen und so besser zum Ausdruck zu bringen. Vor allem in hitzigen Diskussionen wird sie häufig verwendet. Einige Beispiele dafür sind:

  • -„Das haben wir doch schon tausend Mal besprochen.“
  • -„Du redest schon wieder blitzschnell.“
  • -„Ich bin totmüde von der Arbeit.“
  • -„Du bist mal wieder im Schneckentempo unterwegs.“
  • -„Ich habe seit Stunden nichts gegessen und jetzt einen Bärenhunger.“
  • -„Du bist so süß, ich habe Dich zum Fressen gern.“
  • -„Nach der Scheidung weinte sie ein Meer aus Tränen.“

Die Anwendung der Hyperbel in der Literatur

Die Hyperbel ist in allen literarischen Gattungen anzutreffen, denn sie kann Dinge, Eigenschaften und Emotionen besonders gut zum Ausdruck bringen und ist in ihrer Anwendung häufig sehr bildhaft.

Die Hyperbel in Sturm und Drang

Die Literaturgattung, die wohl am meisten von Emotionen geprägt ist, ist die des Sturm und Drangs. Hier geht es meist um Liebe, Leidenschaft, Pein und Schmerz, so dass starke Übertreibungen und zugespitzte Schilderungen von Emotionen nicht fehlen dürfen. Ob es um die Beschreibung der Liebe oder um die bildhafte und intensive Beschreibungen der Natur geht, die Hyperbel findet in der Gattung Sturm und Drang sehr häufig Verwendung.

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Die Hyperbel in der Romantik

Die Romantik ist geprägt von Zuständen religiöser Verehrung sowie einer geradezu schwärmerischen Ergriffenheit. Für die Umschreibung dieser Zustände und Gefühlsregungen bietet sich die Hyperbel perfekt an und verdeutlicht so Verzückung und Schönheit.

Die Hyperbel im Expressionismus

Im Expressionismus dominieren andere Themen und Emotionen als im Sturm und Drang oder der Romantik, doch das macht die Hyperbel nicht zu einem weniger gefragten Stilmittel. Großstädte, Hunger und Krankheiten stehen hier im Vordergrund und auch für die Schilderung traumatischer Erlebnisse ist die Hyperbel ein sehr hilfreiches Stilmittel.

Die Werbung und die Hyperbel

Nicht nur in historischen Epochen ist die Hyperbel anzutreffen, sondern auch in der modernen Welt. Dazu gehört natürlich auch die Werbung, die unsere Großstädte längst erobert hat. Ob in TV-Werbespots, Zeitschriften, im Internet oder auf großen Plakaten, Werbeslogans sind überall zu finden und mit ihnen häufig die Hyperbel. Da die verschiedenen Anbieter ihre Produkte anpreisen und natürlich darauf hinweisen möchten, dass ihr Produkt aus der Masse hervor sticht und das allerbeste ist, werden Hyperbeln benutzt, um diese Einzigartigkeit zu beschreiben und zu betonen. Wer kennt Slogans wie „die besten Filme aller Zeiten“ nicht?

Doch nicht jeder Werbeslogan ist heutzutage wortwörtlich zu nehmen und genau so gemeint, wie er formuliert ist. Immer häufiger verwendet die Werbebranche als Stilmittel die Ironie und vermittelt ihre Werbespots und Werbeslogans mit einem Augenzwinkern. Ein Beispiel dafür ist der „Auftrag ewiger Jugend und Glückseligkeit“, in dem die allseits beliebte Kinderüberraschung unterwegs ist. Hier darf man die Aussage nicht wortwörtlich nehmen. Doch mit Humor erreicht man mittlerweile häufig mehr Kunden, als mit absoluter Ernsthaftigkeit. Sie lässt die Anbieter weitaus souveräner und sympathischer erscheinen, als andere Anbieter.

Weitere bekannte Werbeslogans sind:

  • »Wäscht nicht nur sauber, sondern rein« (Ariel)
  • »Unendlich genießen« (Amicelli)
  • »Fahren in seiner schönsten Form« (Porsche)
  • »Wir sind die Guten« (ProMarkt)
  • »Gut ist uns nicht gut genug« (Hertie)
  • »Everything is possible« (HP)

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