Was ist Ironie? – Beispiele, Wirkung & Erklärung

Was versteht man eigentlich unter Ironie?

Ironie kennt sicherlich jeder und die meisten werden mehr oder weniger wissen was man darunter versteht. Doch heute möchten wir auf die genaue Bedeutung der Ironie eingehen. Die Ironie ist eines von vielen rhetorischen Stilmitteln. Das rhetorische Stilmittel der Ironie bezeichnet ein uneigentliches Sprechen: Wenn jemand etwas ironisches sagt, dann muss man dessen Aussage genau ins Gegenteil verkehren. In den meisten Fällen ist es einfach Ironie zu erkennen – ab und zu kommt es aber auch vor, dass Ironie nicht so offensichtlich eingesetzt wurde. Ironie lässt sich in der Regel nur durch eine verstellte Stimme erkennen (Stimmton, Unterton) – sollte der Sprechende seine Stimme nicht verstellen, kann es sehr schwierig sein überhaupt zu erkennen, dass dieser Ironie angewandt hat. Was ebenfalls interessant erscheint: Ironie als rhetorisches Stilmittel findet man in allen literarischen Gattungen!

Ironie als Begriff

Das Wort Ironie kommt aus dem griechischen Wort eironeia. Das griechische Wort eironeia heißt so viel wie „Vortäuschung“ oder „Verstellung“. Demnach beschreibt das griechische Wort die Bedeutung, die dahinter steckt, ganz gut.

Hier ein paar Beispiele zum besseren Verständnis

Damit man merkt, dass ein Sprecher Ironie anwendet, muss man als Zuhörer gut hinhören. Wenn ein Sprecher Ironie anwendet, dann sagt er genau das Gegenteil von seinen Überzeugungen. Das ist nicht immer einfach zu erkennen. Falls jemand im Alltag Ironie anwendet, reicht es häufig schon aus, wenn man Wissen um den situativen Hintergrund hat. So kann man Ironie im Alltag zweifelsfrei erkennen.

1. Beispiel:

Die Familie Dellinger ist auf dem Weg zum Spielplatz, als es plötzlich zum regnen anfängt. Der Vater stellt seufzend fest: „Das ist ja ein tolles Wetter!“

Da die meisten Menschen lieber Sonnenschein als Regen haben, ist der Inhalt der Aussage schon mal ein erster Hinweis darauf, dass Ironie dahinterstecken könnte. Dass hier der Vater Ironie angewandt hat, ist aber zweifelsfrei aufgrund seines Seufzers zu erkennen. Der Seufzer ist letztendlich der Beweis dafür, dass der Vater die Ironie als rhetorisches Stilmittel verwendet hat.

Bei unserem ersten Beispiel hat es schon mal kein Hintergrundwissen über die Vorlieben der Familie gebraucht. Bei vielen anderen Fällen ist jedoch genau das wichtig – das Hintergrundwissen. Besonders wichtig ist es dann, wenn der Sprecher die Ironie nicht durch Verstellen der Stimme zeigt.

2. Beispiel:

Corinna wollte sich schon lange von ihren langen Haaren trennen. Als es dann soweit war, pochte ihr Herz vor lauter Aufregung. Auf dem Heimweg ruft ihr Linda folgendes zu: „Tolle Frisur Corinna!“

Natürlich wünscht man hier Corinna, dass Linda ihr ein ehrliches Kompliment gemacht hat. Sollte Linda aber vielleicht keine gute Freundin von ihr sein und sollten die beiden vielleicht sogar ein Problem miteinander haben, könnte sich Corinna bei solch einer Aussage verunsichert fühlen. Falls Corinna sich selbst nicht sicher ist, ob Linda das Kompliment ernst meinte, ist es für einen Außenstehenden praktisch unmöglich zu erkennen, ob in diesem Fall Ironie eingesetzt wurde. Bei diesem Beispiel ist es erforderlich zu wissen, ob die beiden ein freundschaftliches Verhältnis pflegen.

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Die Funktion der Ironie

Für manch einen erscheint es unsinnig Ironie zu verwenden, da der Sprecher das Verständnis seiner Aussagen erschwert. Dennoch ist Ironie eines der am meisten eingesetzten rhetorischen Stilmittel. Ironie sorgt dafür, dass die Kommunikation mit etwas mehr Witz, Originalität und Abwechslung geführt wird. Des Weiteren kann die Ironie auch zur Auflockerung eines Gesprächs eingesetzt werden.

In einem anderen Artikel haben wir eine große Sammlung aller sprachlichen Mittel!

Die Ironie kann auch als bewusste Verschlüsselung des eigentlich Gemeinten Verwendung finden – das könnte unter anderem bei unserem 2. Beispiel der Fall gewesen sein. Daneben kann Ironie auch zur Abgrenzung oder Distanzierung eingesetzt werden. Demnach kann die Ironie auch als eine identitätsstiftende Funktion dienen. Sollte es bei den Gesprächspartnern ein gemeinsames Wissen geben, kann auch hier die Ironie in der Kommunikation der beiden Gesprächspartnern sinnvoll eingesetzt werden.

Der Unterschied zum Zynismus und Sarkasmus

Die Ironie als rhetorisches Stilmittel weist einige Ähnlichkeiten zum Sarkasmus und Zynismus auf. Gelegentlich kann dies im alltäglichen Sprachgebrauch zu Verwechslungen führen. Dennoch lassen sich die Begriffe Ironie, Zynismus und Sarkasmus klar voneinander unterscheiden.
Als sprachliches Ausdrucksmittel ist die Ironie erst einmal wertneutral. Das heißt letztendlich nichts anderes, als dass die Ironie sowohl positive, als auch negative oder neutrale Botschaften transportieren kann.

So wird der Sakasmus zum Beispiel häufig in ein ironisches Gewand gekleidet. Doch der Sarkasmus hat immer auch einen höhnischen oder zumindest spöttischen Hintergrund. Wenn ein Sprecher bei seinem Gegenüber Sarkasmus anwendet, tritt der Sprecher seinem Zuhörer immer mit einer negativen Haltung entgegen.

Unter dem Zynismus dagegen versteht man eine Geisteshaltung, bei dieser sich nicht um gesellschaftliche Konventionen gekümmert wird. Zynismus wird häufig in verletzende Art und Weise beim Gegenüber eingesetzt.

In Texten wird häufig Ironie eingesetzt

Wenn in Texten Ironie eingesetzt wird, ist dies viel schwieriger zu erkennen als bei „echten“ Gesprächen. Ironische Äußerungen in Texten sind aufgrund des Fehlen nonverbaler Kommunikationsmittel schwieriger zu erkennen. In einem „echten“ Gespräch lässt sich die Ironie vor allem auch aufgrund der Mimik und Gestik des Sprechenden erkennen. Damit man Ironie in Textform erkennt, benötigt man als Leser häufig ein Spezialwissen.

Doch ironische Äußerungen in Texten werden sehr häufig missverstanden. Nicht selten kann solch ein Missverständnis im persönlichen Schritverkehr zu verärgerten Reaktionen führen. Bei der modernen Kommunikation (dazu gehört zum Beispiel auch die Kommunikation über WhatsApp) stellen Emoticons eine wichtige Möglichkeit dar, um auf die Ironie aufmerksam zu machen.

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