Jahresabschluss in ReWe leicht erklärt + Beispiel, Formel & Definition

Grundlagen des Jahresabschlusses

Wesentliche Bestandteile des Jahresabschlusses

Das Gesamtergebnis der Unternehmenstätigkeit in einer Periode wird im Jahresabschluss dargestellt. Dieser umfasst die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung. Der Erfolg bzw. Verlust wird in der Gewinn- und Verlustrechnung festgestellt und ergibt sich aus der Differenz von Aufwand und Ertrag. Dies ist in § 242 Abs. 3 HGB deklariert. Weiterhin gilt für Kapitalgesellschaften die Erweiterung des Jahresabschlusses um einen Anhang, den sogenannten erweiterten Jahresabschluss. Dieser findet im § 264 Abs. 1 Satz HGB seine rechtliche Grundlage

Lagebericht und Aufgaben des Jahresabschlusses

Der Lagebericht ist nach § 289 HGB von großen und mittelgroßen Unternehmen sowie haftungsbeschränkten Personengesellschaften als eigenständiges Rechnungslegungsinstrument zu erstellen. Er stellt die Gesamtsituation des Unternehmens einschließlich der zu erwartenden Entwicklungen dar. Gemäß § 289 HGB sind im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Kapitalgesellschaft so darzustellen, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird.

Die Aufgaben des Jahresberichtes liegen in der Ausschüttungsbemessung, der Dokumentation, der Rechenschaftslegung und der Information für Eigentümer, Gläubiger, Kunden und Arbeitnehmer.

Geschäftsjahr – Wirtschafsjahr

Der Jahresabschluss ist vergangenheitsorientiert. Dabei bildet die Bilanz den Stand zu einem vergangenen Zeitpunkt (Bilanzstichtag), wohingegen die Gewinn- und Verlustrechnung einen abgelaufenen Zeitraum (Geschäftsjahr) abbildet.

Nach § 4a Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 EStG ist Gewerbetreibenden ein abweichendes Wirtschaftsjahr erlaubt. Dies setzt jedoch das Einvernehmen des Finanzamts voraus. So besitzen Unternehmen beispielsweise den Zeitraum vom 01. Oktober bis zum 30. September als Wirtschaftsjahr. In diesem Fall wird die Bilanz auf den Bilanzstichtag 30. September aufgestellt. Weiterhin ist die Aufstellung des Jahresabschlusses für ein Rumpfgeschäftsjahr möglich. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel am 01. Mai 2017 gegründet wird, so ist das erste Geschäftsjahr ein Rumpfgeschäftsjahr und geht vom 01. Mai bis zum 31. Dezember. Es umfasst somit nur 8 Monate (vgl. § 8b Satz 2 Nr. 1 EStDV), da ein Geschäftsjahr eine maximal Dauer 12 Monate nicht überschreiten darf (§ 240 Abs. 2 Satz 2 HGB).

Aufstellungsfrist

Nach § 267 ist die Aufstellungsfrist für den Jahresabschluss nach Rechtsform und Unternehmensgrößen abhängig. Diese sehen wie folgt aus:

  • Kaufleute haben den Jahresabschluss innerhalb einer ordnungsgemäßen Geschäftsgang entsprechenden Zeit aufzustellen (§ 243 Abs. 3 HGB). Dies beinhaltet eine Dauer von 6 bis 9 Monaten.
  • Mittelgroße und große Kapitalgesellschaften haben nach § 267 HGB den Jahresabschluss in den ersten 3 Monaten des Geschäftsjahres aufzustellen
  • Kleine Kapitalgesellschaften dürften den Jahresabschluss innerhalb der ersten 6 Monaten des Geschäftsjahrs aufstellen, wenn dies einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht
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Generalnorm, Währung und Unterzeichnung

Die Generalnorm des § 264 Abs. 2 HGB verlangt von Kapitalgesellschaften, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung, die tatsächlichen Vermögens-, Finanz- und Ertragsverhältnisse vermittelt. Nach der internationalen Rechnungslegung wird dies als „true and fair view“ bezeichnet.

§ 244 HGB legt fest, dass der Jahresabschluss in deutscher Sprache und im Euro zu erstellen ist. Die zugrunde liegende Buchführung kann auch in anderen Sprachen, wie Englisch oder Französisch erfolgen (§ 239 Abs. 1 Satz 1 HGB).
Die Aufstellung erfolgt weiterhin in Euro und wird aus Gründen der Übersichtlichkeit oftmals in TEUR, Mio. EUR oder Mrd. EUR unterteilt.

Eine Unterzeichnung des Jahresabschlusses ist nach § 245 vom Kaufmann unter Angabe des Datums vorzunehmen. Bei mehreren persönlich haftenden Gesellschaftern müssen alle unterzeichnen. Bei Kapitalgesellschaftern hingegen nur die Geschäftsführer bzw. die Vorstände.

Jahresabschlussprüfung

Kapitalgesellschaften sind nach § 316 Abs. 1 Satz 1 HGB zur Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts verpflichtet. Daraus ergibt sich ein testierter Jahresabschluss und das Unternehmen erhält weiterhin einen Prüfungsbericht als Ergebnis der Prüfung.

Für die Feststellung des Jahresabschlusses in einer GmbH ist die Gesellschafterversammlung zuständig (§ 46 Satz 1 GmbHG). Die Feststellung des Jahresabschlusses bei Aktiengesellschaften obliegt hingegen dem Vorstand und Aufsichtsrat (§ 172 AktG) oder der Hauptversammlung (§ 173 AktG).

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