John Locke: Demokratietheorie leicht zusammengefasst

John Locke gilt als Urvater unserer heutigen Demokratie. Seine Grundgedanken zu einem miteinander Leben in einem Staat ziehen sich bis heute in sehr viele Bereiche. Doch bereits die Gründerväter der USA haben sich John Lockes Werk „Two Treatises of Goverment“ als Vorbild genommen. Inhalt und Hintergründe zu der Demokratietherorie von John Locke sind hier leicht verständlich zusammengefasst.

Der Mensch in John Lockes Demokratietheorie

John Locke lebte in England zu einer Zeit, in der Klassenunterschiede enorm stark in der Bevölkerung spürbar waren. Es herrschte Monarchie. Die Klasse der Adeligen stand über den kleinen Leuten. Locke, selbst Adeliger, jedoch Theologe, ordnete sein Gedankengut dieser Hierarchie nicht unter. Er stellte die Denkweise der Politik und Ordnung wie auch die Lehren der Geistlichen infrage.

Sein Motto „Alle Menschen sind gleich, alle haben von Natur aus die gleichen Rechte!“

Der Philosoph, inspiriert durch religiöse Schriften, sah eine komplette Gleichheit unter den Menschen. Für ihn war es von Natur aus vorgesehen, dass jeder Mensch dieselben Rechte aber auch Pflichten hat. Kein Mensch, egal woher er kommt, wie er aussieht oder von welchem Stand er ist, dürfe anders behandelt werden. Freiheit sowie mentale und körperliche Gesundheit sind ebenso menschliche Rechte. Genauso wie das Eigentum von Locke mit eingeschlossen wurde, darf niemand jemanden anderen Schaden zufügen egal in welcher Weise.

Die Gesellschaft und der Staat in John Lockes Demokratietheorie

Vom Urmenschen ausgehend entwickelten sich die Menschen weiter. Sie häuften mehr Eigentum an und wurden zu größeren Gruppen. Für den Arzt und Philosophen war die logische Schlussfolgerung, dass diese Gesellschaften für ihre Zwecke Gesellschaftsverträge und Regierungen brauchten. Für ihn gab es zwei Arten von Regierungen, legitime und illegitime. Gegen Letztere dürfe sich die Gesellschaft wehren, dies ist für ihn Recht.

Die Regierungen haben jedoch nur die Schutzfunktion inne. In einer Gesellschaft übergaben so gesehen die Bürger der Regierung die Beauftragung die naturgegebenen Rechte eines Einzelnen, zu sichern. Somit sind Gesellschaften für Locke nur Zusammenschlüsse, die dafür sorgen, dass das Eigentum erhalten wie vermehrt und das Leben besser geschützt werden kann.

Für John Locke war also klar, dass die Regierung für die Bevölkerung arbeiten sollte. Im Grunde sollte die Regierung eine Art Schutzzentrale bilden. In der Theorie sollten jedoch Legislative (Gesetzmacher) und Exekutive (ausführende Gewalt der Gesetze, z. B. Polizei) verschiedene Menschen übrig haben und nicht in einer Hand liegen.

John Locke: Demokratietheorie

In der Demokratietheorie steht alles für ein freies Leben, indem jeder Mensch auf Basis seiner Grundrechte sich individuell entfalten kann. Natürlich geht die Theorie noch weiter, denn der Philosoph war sich bewusst, dass nicht alle Menschen von den Wesens- und Charakterzügen gleich sind. Somit wäre es fahrlässig, wenn jeder machen könne, was er wolle.

Er zieht somit einen klaren Unterschied zwischen der individuellen Freiheit, der Gleichstellung aller Menschen untereinander und der gesellschaftlichen Freiheit. Es soll ja eine Gleichheit der Menschen in einem Land bleiben und nicht darauf hinauslaufen, dass Stärkere sich an den Schwächeren bereichern oder diese gar unterdrücken.

John Locke – Wer war das überhaupt?

John Locke kennt nicht jeder, obwohl er wichtige Vorarbeit für unser heutiges System geliefert hat. Er war Arzt und lebte zwischen 1632 und 1704 in England. Die größte Bekanntheit erlang er jedoch als Philosoph und Vordenker der Aufklärung.

Mit dem Abschluss seines Universitätsstudiums in Oxford erlangte er den Master of Art. Danach fing er als Dozent an, um an der Uni zu unterrichten. Angefangen mit 1660 griechisch, 1662 Rhetorik und 1663 kam das Fach Ethik hinzu. Locke begann in der Zeit nebenbei mit dem Studium der Medizin.

Bereits 1667 wurde er als Leibarzt von Sir Anthony Ashley-Cooper eingestellt. Offiziell bekam er erst 1675 mit dem Abschluss des Medizinstudiums die Erlaubnis als Arzt zu praktizieren. 1672 konnte er durch seinen Gönner Sir Ashley-Cooper einen Job in der Regierung antreten. Damit begann auch, dass sich John Locke immer intensiver mit der Politik auseinandersetze.

Die erste Veröffentlichung gelang John Locke 1653 mit dem Lobgedicht auf Oliver Cromwell. Danach folgten 1669 „The Fundamental Constitutions of Carolina“, 1675 „Letter from a Person of Quality“. Seine wichtigsten Werke veröffentlichte er jedoch anonym Jahre später.

1668 Betrachtungen über die Senkung des Zinssatzes und die Erhöhung des Geldwertes, 1671 der Versuch zum menschlichen Verstand, 1686 Briefe über Toleranz, 1694 Thoughts Concernin Education sowie Mitte der 1680er Two Treatises on Goverment . Zuletzt Genanntes war sein wichtigstes Werk, zu welchem er sich erst in seinem Testament bekannte. Zu Lebzeiten war dies durch die politischen Umstände und das Gedankengut zu gefährlich, auch wenn er bereits viele Anhänger hatte.

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