Kaminofen oder gemauerter Kamin? Vor- & Nachteile im Vergleich

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Öfen waren lange Zeit die einzige Heizmöglichkeit in Häusern und Wohnungen. Erst in den 1950er Jahren wurden sie von modernen Zentralheizungen nach und nach abgelöst und waren einige Zeit nahezu völlig verschwunden. In den letzten Jahren allerdings erfreuen sich Kaminöfen in unterschiedlichsten Ausführungen wieder wachsender Beliebtheit. Sie gelten als sparsame, umweltfreundliche Heizmöglichkeit und überzeugen durch ihre behagliche Wärme auch den einen oder anderen Kritiker. Wer sich mit dem Gedanken trägt, zumindest einen Teil seiner Wohnung künftig mit einem Holzofen zu heizen steht schnell vor der Frage, welcher Ofen denn nun der richtige ist. Holzöfen gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen und Preisklassen, die sich grob in zwei Kategorien einteilen lassen.

Gemauerter Kamin oder Kaminofen – wo ist da der Unterschied?

Kaminöfen, die man auch unter dem Namen Schwedenöfen kennt, sind kleine Metallöfen aus Stahlblech oder Gusseisen. Sie lassen sich schnell und platzsparend aufstellen und können im Falle eines Umzuges auch einfach mitgenommen werden.
Ein gemauerter Kamin, auch bekannt als Kachelofen, hingegen ist deutlich größer und wird vom Ofenbauer fest gemauert. Ist er erst einmal installiert, kann er auch nicht mehr demontiert und umgezogen werden.

Jeder Holzofen hat seine individuellen Vor- und Nachteile

Welcher Holzofen allerdings die richtige Wahl ist, hängt nicht zuletzt von den individuellen Ansprüchen und Lebensumständen ab. Beiden Varianten gemein ist die Tatsache, dass sie mit nachwachsenden Rohstoffen, Holz also, befeuert werden. Dieses Brennmaterial ist im Vergleich zu Heizöl oder Gas verhältnismäßig günstig und leicht zu beschaffen. Die Art und Weise des Heizens unterscheidet sich jedoch deutlich.

Kaminöfen müssen stetig nachbefeuert werden, da sie auf Grund ihrer Bauweise kaum Wärme speichern können. Wird der Ofen angefeuert, ist es zwar nahezu sofort mollig warm im Raum, erlischt das Feuer allerdings, kühlt die Umgebung auch sehr schnell wieder ab. Diesem Manko lässt sich mit Modellen, die zusätzlich mit Speckstein oder Kacheln ausgestattet sind etwas entgegenwirken, hier ist ein gemauerter Kamin allerdings klar im Vorteil.

Kachelöfen sind völlig anders aufgebaut als Kaminöfen. Ihre Brennkammer ist eingebettet in einen großen Luftraum, der komplett von wärmespeichernden Schamottsteinen umgeben ist. Wird ein gemauerter Kamin geschürt, dauert es auf Grund dieses Aufbaus einige Zeit, bis er Wärme auch nach außen abgibt. Hier werden zuerst die Luft im Inneren und die Speichersteine erwärmt. Gerade deshalb verbraucht ein Kachelofen aber auch wesentlich weniger Holz. Es reicht meist völlig aus, ihn ein- bis zweimal am Tag zu schüren, um durchgehend angenehme Wärme im Raum zu haben.

Und der Preis? Welcher Ofen ist der günstigste?

Große Unterschiede zwischen Kaminöfen und gemauerten Kaminen gibt es auch bei den Anschaffungskosten. Während Kaminöfen oft schon recht günstig, für unter 1000,–€ zu haben sind, liegt der Preis für die Anschaffung und Installation eines gemauerten Kamins schnell im fünfstelligen Bereich.

Doch dieser Unterschied ist, umgelegt auf Lebensdauer und Betriebskosten der Holzöfen, längst nicht so gravierend wie es auf den ersten Blick scheint. Kaminöfen können in der Regel etwa 10 Jahre betrieben werden, bevor sie ausgetauscht werden müssen. Kachelöfen sind hingegen sehr langlebig. 30 bis 50 Jahre Betriebsdauer sind hier keine Seltenheit.
Ein weiterer Vorteil der gemauerten Kamine liegt darin, dass sie nur wenig Holz benötigen, um die Wohnung über den Winter mollig warm zu halten.

Die Kosten für den regelmäßigen Brennholzeinkauf bleiben deshalb übersichtlich. Und auch der Lagerplatz für das Brennmaterial darf somit kleiner ausfallen. Gerade wer keinen Keller, oder ein kleines Grundstück hat, wird diesen Aspekt bei der Auswahl des passenden Holzofens zu würdigen wissen.

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