Kleinunternehmerregelung im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Die in § 19 UStG festgelegte Kleinunternehmerregelung ist für viele Kleinunternehmer, besonders in der Anfangsphase, eine Erleichterung. Denn, wenn die Umsätze im vorherigen Jahr die Grenze von 17.500€ nicht überschritten haben, und werden sie im aktuellen Jahr die 50.000€ Marke nicht übersteigen, so ist der Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreit.

Für den Kleinunternehmer bringt die Umsatzsteuerbefreiung zwei Vorteile mit sich:

Einerseits erspart er sich die Umsatzsteuerbürokratie. Er muss keine Umsatzsteuervoranmeldungen und keine Umsatzsteuererklärungen machen.

Der zweite Vorteil ist, dass durch den Wegfall der Umsatzsteuer, er seine Dienstleistungen oder Waren günstiger an seine Kunden weitergeben kann. Damit verschafft er sich einen Vorteil gegenüber größeren Unternehmen, die umsatzsteuerpflichtig sind.

Somit weist der Kleinunternehmer in den Rechnungen, die er schreibt, die Umsatzsteuer nicht aus (§ 19 Abs. 1 Satz 4 und §14 Abs. 4 UStG). Das bedeutet aber wiederrum, dass er, laut § 19 Abs. 1 Satz 4 und § 15 UStG, auch nicht die Vorsteuer ziehen kann. Dadurch sind die Einkäufe, die er für sein Unternehmen tätigt, dementsprechend teurer. Es besteht aber auch die Option, laut § 19 Abs. 2 Satz 1 UStG, auf diese Befreiung zu verzichten.

Beispiel Kleinunternehmerregelung

Berechnung der Umsatzgrenze

Im Juli 2015 eröffnet eine Friseurmeisterin einen Friseursalon. Für die erste Zeit nach der Eröffnung ihres Salons, geht sie von einem Nettoumsatz von 1.000€ im Monat aus. Der Bruttoumsatz würde 1.190€ (inkl. 19% Umsatzsteuer) betragen.

Um die Umsatzgrenze zu berechnen benötigt man die Bruttoumsätze (§ 19 Abs. 1 Satz 1 UStG), diese müssen dann auf das Jahr hochgerechnet werden (§ 19 Abs. 3 Satz 3 UStG). In unserem Fall: 1.190€ * 12 = 14.280€.

Die Friseurin kann im Jahr 2015 die Kleinunternehmerregelung beantragen, da sie die Umsatzgrenze von 17.500€ nicht übersteigt. Würde der Nettoumsatz im Monat im Jahr 2016 bei 3.000€ netto und 3.570€ brutto liegen, hätte sie einen Jahresbruttoumsatz von 42.840€. Für das zweite Jahr gilt die Umsatzgrenze bei 50.000€, die sie mit dem Umsatz auch nicht erreichen würde. So könnte sie weiterhin die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.

Im Jahr 2017, also ihrem dritten Jahr, wäre sie bei gleichbleibenden oder steigenden Umsätzen nicht mehr von der Umsatzsteuerbefreit. Denn hier wird von einer Grenze von 17.500€ ausgegangen, über die sie gelangen würde.

Kleinunternehmer Rechnung

Da ein Kleinunternehmer seine Rechnungen ohne Umsatzsteuer schreibt, sollte er einen Vermerk auf seiner Rechnung stehen habe, dass er ein Kleinunternehmer ist, andernfalls könnte die Rechnung als fehlerhaft reklamiert werden.

 

Vorheriger ArtikelUnternehmer und Unternehmen nach § 2 UStG leicht erklärt + Beispiel
Nächster ArtikelUmsatzsteuer Option im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Autor(in) des Artikels:

mm

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.

Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here