Konzernabschluss in BWL leicht erklärt + Beispiel

Ein Konzern ist ein Zusammenschluss gleichartiger Unternehmen, die aber rechtlich selbstständig sind. Bei einem Konzernabschluss geht es darum, dass es neben den einzelnen Jahresabschlüssen der im Konzern zusammengeschlossenen Unternehmen auch einen Jahresabschluss des Gesamtkonzerns geben muss. In diesem Jahresabschluss werden also die Geschäftstätigkeiten aller miteinander verbundenen Konzernunternehmen dargestellt. Die Verpflichtung zum Konzernabschluss ist in § 290 Abs. 1 HGB festgelegt. Der Konzernabschluss wird auch als konsolidierter Jahresabschluss bezeichnet. Neben dem Konzernabschluss ist auch der Konzernlagebericht (§ 315 HGB) verpflichtend aufzustellen.

Bestandteile des Konzernabschlusses

Zum Konzernabschluss gehören:
– die Konzernbilanz
– die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
– der Konzernanhang
– die Kapitalflussrechnung sowie
– der Eigenkapitalspiegel
– optional eine Segmentberichterstattung

Wer ist zum Konzernabschluss verpflichtet?

Als Muttergesellschaft mit Pflicht zum Konzernabschluss wird die Kapitalgesellschaft mit Sitz im Inland verstanden, die auf ein anderes (Tochter-)Unternehmen direkt oder indirekt einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Das heißt, die reine Möglichkeit reicht bereits aus. (§ 290 Abs. 1 Satz 1 HGB).

Was ist ein beherrschender Einfluss?

In § 290 HGB werden verschiedene Situationen genannt, die jeweils den beherrschenden Einfluss eines Unternehmens markieren:

– Das Mutterunternehmen hat die Stimmrechtsmehrheit (mehr als 50 % der
Stimmrechte)
– Das Mutterunternehmen ist Gesellschafter und hat das Recht die Mehrheit der Mitglieder (Finanz- und Geschäftspolitik bestimmend) des Verwaltungs-, Leitungs- oder Aufsichtsorgans zu bestellen und abzuberufen
– Das Mutterunternehmen selbst hat das Recht hat, die Finanz- und Geschäftspolitik des Tochterunternehmens zu bestimmen (§ 291 AktG)
– Das Tochterunternehmen ist eine Zweckgesellschaft des Mutterunternehmens

Befreiender Konzernabschluss für Kapitalmarktorientierte Konzerne

Kapitalmarktorientierte Konzerne sind zu einem Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) verpflichtet. Die Pflicht zu diesem sogenannten „befreienden Konzernabschluss ergibt sich aus § 315a Abs. 1 und 2 HGB.

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Befreiungen von der Konzernabschlusspflicht

Größenabhängige Befreiung:

Bilanzsumme, Umsatzerlöse und Arbeitnehmerzahl sind ausschlaggebend für die Zuordnung der Unternehmensgröße. Treffen zwei von drei Punkten an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen nicht zu, ist das Mutterunternehmen von der Konzernabschlusspflicht befreit. (§ 293 HGB)

Befreiung durch Einbeziehungswahlrecht:

Sind die Tochterunternehmen laut Einbeziehungswahlrecht (§ 296 HGB) nicht einbeziehungspflichtig, ist das Mutterunternehmen von der Konzernabschlusspflicht befreit. (§ 290 Abs. 5 HGB)

Wann hat der Konzernabschluss zu erfolgen?

Innerhalb der ersten fünf Monate des Konzerngeschäftsjahres sind Konzernabschluss und Konzernlagebericht zu erstellen. (§ 290 Abs. 1 HGB)

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Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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