Kostenträgerzeitrechnung in BWL leicht erklärt + Beispiel

Kostenträgerzeitrechnung

Die Kostenträgerzeitrechnung (kurzfristige Erfolgsrechnung, Betriebsergebnisrechnung) dient der Ermittlung des Betriebsergebnisses innerhalb einer bestimmten Zeitperiode. Dabei werden die Kosten von den Leistungen beispielsweise eines Monats, Jahres etc. abgezogen.

Mithilfe der Kostenträgerzeitrechnung kann ermittelt werden, welche Kostenträger positiv und welche Kostenträger negativ zum Unternehmenserfolg beitragen.

Methoden der Kostenträgerzeitrechnung

Die Kostenträgerzeitrechnung kann auf zwei Arten vorgenommen werden, wobei das errechnete Betriebsergebnis bei beiden Methoden dasselbe ist:

  • Gesamtkostenverfahren
  • Umsatzkostenverfahren

Hinweis: Die Begriffe Umsatz- und Gesamtkostenverfahren kommen nicht nur in der Kostenrechnung (internes Rechnungswesen), sondern auch im externen Rechnungswesen im Zuge der GuV-Erstellung nach § 275 HGB vor. Diese Methoden sind jedoch verschieden und dürfen daher nicht durcheinander gebracht werden.

Umsatzkostenverfahren

Das Umsatzkostenverfahren orientiert sich am jeweiligen Kostenträger und stellt den abgesetzten Leistungen die entsprechenden Kosten gegenüber. Letztere werden jedoch um Kosten des Lageraufbaus verringert und um Kosten des Lagerabbaus erhöht.

Beispiel

Ein Möbelhersteller produzierte innerhalb eines bestimmten Zeitraums 10 Holztische, wobei 8 Tische zu je 100 Euro verkauft wurden und die verbleibenden 2 Tische das Lager erhöhten.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 400 Euro, wobei 350 Euro auf die Herstellung und 50 Euro auf den Vertrieb entfielen.

Das Betriebsergebnis errechnet sich als Differenz zwischen den Umsatzerlösen und den Herstellkosten der abgesetzten Tische sowie den Vertriebskosten und beträgt daher 10 x 100 – 350 / 10 x 8 – 50 = 670 Euro.

Gesamtkostenverfahren

Im Gegensatz zum Umsatzkostenverfahren orientiert sich das Gesamtkostenverfahren an den Kostenarten. Dabei werden nicht nur den abgesetzten Leistungen (Gesamt-)Kosten gegenübergestellt, sondern sämtlichen Leistungen (inklusive Lageraufbau).

Beispiel

Ein Möbelhersteller produzierte innerhalb eines bestimmten Zeitraums 10 Holztische, wobei 8 Tische zu je 100 Euro verkauft wurden und die verbleibenden 2 Tische das Lager erhöhten.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 400 Euro, wobei 350 Euro auf die Herstellung und 50 Euro auf den Vertrieb entfielen.

Das Betriebsergebnis errechnet sich als Differenz zwischen den Umsatzerlösen inklusive Bestandsveränderungen zu Herstellkosten und den insgesamt angefallenen Kosten und beträgt daher 10 x 100 + 350 / 10 x 2 – 400 = 670 Euro.

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