Kreditvertrag in VWL leicht erklärt + Beispiel

Der Kreditvertrag kann als Basis für jedes Kreditgeschäft angesehen werden. Der Vertrag ist dafür da, um sowohl die Kreditsumme als auch die Modalitäten sowie die weiteren Kosten, wie beispielsweise Zinsen, schriftlich festzuhalten. Ein Kreditvertrag muss nicht zwangsläufig in schriftlicher Form existieren, außer wenn es sich bei dem Kreditnehmer um einen Verbraucher handelt. In Deutschland ist die Schriftform jedoch gesetzlich vorgesehen.

Der Inhalt eines Kreditvertrags

Der Kreditvertrag beinhaltet insgesamt sowohl rechtliche als auch Pflichten beider Vertragsparteien. Darunter fällt zum Beispiel die Pflicht des Darlehensgebers das Darlehen auszuzahlen. Auch die Pflicht zur Rückzahlung ist vertraglich festgehalten. Im folgenden eine Übersicht der Vertragsbestandteile:

  • Art des Kredits/Betrag
  • Zinsen
  • Laufzeit/Tilgung
  • Wirtschaftliche Verhältnisse
  • Weitere Vereinbarungen

Bei der Vertragsgestaltung bieten sich sowohl dem Kreditnehmer als auch dem Kreditgeber einige Spielräume. So können sich die Parteien beispielsweise darauf einigen, dass der Kredit über einen sehr langen Zeitraum beispielsweise von 15 Jahren abgezahlt wird. Auch eine geringere Laufzeit als gewöhnlich ist durchaus möglich. Bei der Prüfung der Bonität des Kreditnehmers aber, gibt es weniger Spielraum. Hier ist vorgeschrieben dass diese zu 100 % positiv sein muss.

Kündigung des Kreditvertrags – wann ist dies möglich?

Der Kreditnehmer kann generell nur dann eine Veranlassung zur Kündigung des Kreditvertrags vornehmen, wenn der Kredit komplett getilgtt worden ist. Diese Möglichkeit ist meist mit einer Vorfälligkeitsentschädigung für die Bank verknüpft. Diese dient zur Entschädigung der ausgefallenen Zinsen bei einer frühzeitigen Tilgung des Kredits.

Auch die Bank kann den Kreditvertrag kündigen, hierfür muss essjedoch außerordentliche Gründe geben. So ist beispielsweise ein Vertrauensbruch des Kreditnehmers ein möglicher Grund. Dieser muss jedoch für die Bank so unzumutbar sein, dass eine Aufrechterhaltung des Vertrages nicht mehr möglich ist.

Form des Kreditvertrags

Die Kreditvertrag muss generell schriftlich festgehalten werden. Dies gilt dann, wenn der Darlehensnehmer ein Verbraucher ist. Eine Ausnahme stellt hier ein Dispositionskredit dar. Dieser wird dem Kreditnehmer einfach so gestellt und kann auch ohne schriftlichen Vertrag bestehen. Rein in der Theorie werden viele Kreditverträge auch mündlich geschlossen. In der Praxis ist es heutzutage jedoch so, dass ein Großteil der Verträge in Schriftform vorliegen.

Das Gesetz sieht neben der äußeren Form auch inhaltliche Regelungen vor. So besteht beispielsweise für die Bank die Pflicht, den Effektivzins und den Sollzins anzugeben.

Kreditvertrag – Zusammenfassung

  • Ein Kreditvertrag hält alle Pflichten und Rechte von Kreditgeber und Kreditnehmer fest.
  • Handelt es sich um einen Verbraucher Darlehen ist die Schriftform gesetzlichen.
  • Eine Kündigung kann nur in besonderen Ausnahmefällen stattfinden.

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