Kurzgeschichte schreiben – Aufbau, Merkmale & Tipps

Was ist eine Kurzgeschichte?

Bei einer Kurzgeschichte handelt es sich, literarisch gesehen, um eine Gattung, welche zu der Epik gehört und einsehen junges literarisches Genre ist. Entstand und ziert aufgetaucht ist dieses Genre in dem 20. Jahrhundert.
Dadurch, dass sich eine Kurzgeschichte, wie der Name bereits sagt, um eine kurze Geschichte handelt, zählt diese zu einer der kleinen Formen in dem Bereich der Epik.

Der Begriff der Kurzgeschichte

Der Begriff und die Bezeichnung der Kurzgeschichte ist keine deutsche Invention, sondern leitet sich von dem englischen Begriff ab, welcher „Short Story“ ist. Kurzgeschichte ist dabei Sie wörtliche Übersetzung von dem Englischen ins Deutsche.

Die Merkmale von einer Kurzgeschichte

Wie jede andere literarische Gattung, hat auch die Kurzgeschichte einige Merkmale, durch welche man diese erkennen kann und durch welche sich diese auszeichnet.
Dabei fängt eine Kurzgeschichte, in der Regel, immer damit an, dass eine Alltagssituation geschildert wird. Daraufhin entsteht ein Konflikt, welcher jedoch, im Verlaufe der Kurzgeschichte, nicht aufgelöst werden kann. Dadurch entsteht ein sogenanntes offenes Ende, welches den Leser dazu anregen soll weiter zu denken.
Dadurch, dass eine Kurzgeschichte sehr kurz ist, ist in dieser nur Platz für einen einzigen Handlungsstrang, welcher in dieser behandelt und wiedergeben wird. Für diese Handlung wird ein beschleunigtes Erzähltempo verwendet, was durch eine präzise und knappe Sprache unterstützt wird, welche oft auch Umgangssprache sein kann.

Der Umfang

Ein sehr wichtiges Merkmal der Kurzgeschichte, welches bereits in dem Namen dieser literarischen Gattung enthalten ist, ist das Kriterium „kurz“. Der Textumfang einer solchen Kurzgeschichte, welche zwischen den Kurzroman, der Novelle und der Anekdote angesiedelt ist, ist meist sehr gering und beinhaltet, in der Regel, nicht mehr als eine oder zwei Seiten eines Buches. Es gibt jedoch auch Kurzgeschichten, welche etwas länger, gleichzeitig jedoch kürzer als andere literarische Gattungen sind.
Dabei muss beachtet werden, dass das Kriterium des Textumfangs nicht ausreicht, um die Kurzgeschichte von einer Erzählung abzugrenzen.

Der Inhalt

Wichtig, um die Kurzgeschichte als solche erkennen zu können, ist der Inhalt.
So kommen in einer Kurzgeschichte oft nur eine oder mehrere, jedoch sehr wenige, Protagonisten vor. Bei diesen handelt es sich dabei um typisierte, normale Menschen, welche sich in einer Situation befinden, welche von diesen eine Entscheidung abverlangt. Diese Gegebenheit sorgt dafür, dass der Entscheidungsdruck in einem Konflikt endet. Dieser Konflikt ist dafür verantwortlich, dass es bei der Kurzgeschichte zu einer, oftmals, überraschenden Wendung kommt.
Behandelt wird immer ein kurzer Abschnitt des Lebens der Protagonisten.
Ab und an wird der Leser dabei auch mit der Vergangenheit oder der Zukunft der Protagonisten konfrontiert.
Dabei handelt es sich bei den Geschichten und Handlungen nicht um rein erfundene Handlungen, sondern um alltägliche Geschehen. Diese sind dabei oft fantastisch oder gruselig und verweisen auf Wahrheiten, welche allgemein gültig sind.

Der Aufbau

Wie bereits angedeutet, verfügt auf die Kurzgeschichte um einen bestimmten und geregelten Aufbau.
Dabei wird ohne lange Vorreden oder eine Einleitung direkt in das Geschehen eingestiegen.
Anschließend wird die Handlung in einem beschleunigten Erzähltempo erzählt, wodurch die eigentlich Handlung in einer Verdichtung erzählt wird.
Das Ende ist offen und der Nutzer wird zum Denken angeregt.

Die Sprache

Durch die schlichte und ungekünstelte Sprache, welche in der Kurzgeschichte verwendet wird, wird die Wirklichkeitsnähe unterstrichen. Verstärkt wird diese durch einen präzisen und knappen Satzbau und einer umgangssprachlichen, wörtlichen Rede.

Der Bezug zum Leser

Veröffentlicht werden Kurzgeschichten, in der Regel, in Zeitungen oder in Zeitschriften.
Dadurch wird eine breite Leserschaft auf aktuelle Themen aufmerksam gemacht und sie können sich, gegebenfalls, auch an Hand dieser Kurzgeschichten identifizieren.
Dadurch, dass in der Kurzgeschichte ein einziger Moment aus dem Alltag aufgegriffen und erzählt wird, wird die Bindungslosigkeit damit aufgegriffen.
So wird der Leser durch die offene Form dazu aufgefordert zu interpretieren und seine eigenen Gedanken mit einzubringen.

Die Entwicklung der Kurzgeschichte

Die Kurzgeschichte hat sich bereits in der Vorkriegszeit entwickelt, als Johann Peter Hebel seine Kalendergeschichten veröffentlichte. Auch bei Heinrich von Kleist lassen sich bereits Ansätze einer Kurzgeschichte finden.

Durch den Zeitmangel der Menschen und der beschleunigten Zeit kamen die Kurzgeschichten ab dem Jahre 1920 immer mehr in Trend und fanden immer mehr begeisterte Leser.

Zu den Autoren, welche in der Vorkriegszeit die ersten Kurzgeschichten veröffentlicht haben, gehören neben Alfred Döblin und Leonhard Frank, auch Heinrich Mann, Robert Musil und Walter Serner.

Die Kurzgeschichte in der Nachkriegszeit

Besonders an Beliebtheit gewann die Kurzgeschichte in der Nachkriegszeit.
Das lag unter anderem an dem Bruch mit den bekannten und herkömmlichen Gattungen der Literatur und zum anderen an dem Misstrauen, welches die Menschen gegenüber Romanen hegten, weshalb ihnen die kirzhesjckte, auf Grund des fehlenden allwissenden Erzählers deutlich glaubwürdiger erschien.

Auch die Sprache der Kurzgeschichte passte auf die Erfahrungen, welche die Menschen während des Krieges erfahren mussten.
Dabei hat sich die Kurzgeschichte von der Stilübung, zwischen 1945 und 1965, über die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, bis zu der existenziellen Not, welche in der Gegenwart herrscht oder auch dem Wirtschaftswunder weiterentwickelt und geht somit mit der Zeit.

Seit den 1970er Jahren hat der Boom der Kurzgeschichte in Deutschland jedoch ein Ende, da Menschen wieder vermehrt auf
Romane, Erzählungen oder Mischformen der Kurzepik zurückgriffen.

Die Short Story oder Kurzgeschichte als Übung

Oft wird die Kurzgeschichte von vielen neuen und angehenden Autoren, als eine Art Fingerübung verwendet. Somit bildet diese eine sogenannte Vorstufe zu einem größeren Werk in der Literatur und einer anderen Gattung.

Alice Munro

Eine sehr erfolgreiche und bekannte Autorin für Kurzgeschichten in der Gegenwart ist die kanadische Autorin Alice Munro, welche über 150 Kurzgeschichten geschrieben und veröffentlicht hat und für diese mit einem Preis – genauer gesagt mit dem Nobelpreis der Literatur, in dem Jahre 2013, geehrt wurde.

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.
Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de
Geschäftsführer der Immocado UG (haftungsbeschränkt)

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