Latente Steuern in BWL leicht erklärt + Beispiel

Aus den Unterschieden der Wertansätze diverser Vermögensgegenstände, der Steuerbilanz und den Rechnungsabgrenzungsposten sowie der Schulden resultieren die latenten Steuern. Innerhalb der kommenden Geschäftsjahre wird davon ausgegangen, dass sich diese Außenstände abbauen.

Es herrscht das sogenannte Temporary-Konzept. Bei einer weiteren Steuerbelastung ergibt sich eine Passivierungspflicht. Gegensätzlich dazu handelt es sich bei einer Steuerentlastung um ein Aktivierungswahlrecht. Ebenso ist eine unsaldierte Ansetzung von einer Steuerbelastung und Steuerentlastung laut dem § 274 Abs. 1 Satz 3 HGB möglich. Zu erwartende Verlustrechnungen, die innerhalb der kommenden fünf Jahre möglich sein könnten, sollten berücksichtigt werden. Nur so können die aktiven latenten Steuern exakt berechnet werden. Die Ausweisung erfolgt in Form der aktiven und passiven latenten Steuern.

Befreiung kleiner Kapitalgesellschaften

Nach dem § 267 HGB sind nach § 274a Nr. 5 HGB sind kleine Kapitalgesellschaften von der Abgrenzung dieser latenten Steuern befreit.

Passive latente Steuern als Beispiel

Von dem Aktivierungswahlrecht macht eine GmbH Gebrauch und aktiviert eine Million Euro in der Handelsbilanz. Diese Summe gilt als Vermögensgegenstand und ist selbsterstellt immateriell. Dieser Ansatz ist jedoch in der Steuerbilanz nicht gestattet. Daraus ergibt sich schließlich ein verschiedener Wertansatz von der Handelsbilanz, die eine Million Euro beträgt und der Steuerbilanz, die mit null Euro geltend gemacht wird.

In der Handelsbilanz ist der steuerliche Gewinn auf diesem Wege genau eine Million größer, als es bei der Steuerbilanz zutreffend ist. So kommt es zur Bildung von passiven latenten Steuern in einer Höhe von 300.000 Euro. Dabei muss ein Ertragssteuersatz von 30 Prozent angenommen werden. Dieser umfasst die Gewerbesteuer, die Körperschaftssteuer und den Solidaritätszuschlag.

In der Gewinn- und Verlustrechnung werden diese 300.000 Euro als Aufwand in den GuV-Posten Steuern verbucht. Eine gesonderte Ausweisung ist laut § 274 Abs. 2 Satz 3 HGB erforderlich. Die anderen Steueraufwendungen sind getrennt zu behandeln. Eine ertragswirksame Auflösung wird sich innerhalb der nächsten Folgejahre entwickeln. Nach einem Zeitraum von fünf Jahren ist der Bewertungsunterschied von HB und StB nicht mehr existent. Die latenten Steuern verschwinden ebenso, wie sich die aktivierten Entwicklungskosten gegen null bewegt haben.

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Aktive und passive latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern resultieren daher, dass die Ansetzung in der StB der Vermögensgegenstände zu einem niedrigeren Wert erfolgt. Sofern sich eine aktive Steuer in der Summe ergibt, herrscht für den Betrag eine Ausschüttungssperre, wobei das Unternehmen von dem Aktivierungswahlrecht Gebrauch macht. Vermögensgegenstände werden mit einem höheren Wert als in der StB angesetzt oder der Wert ist niedriger, als er in der StB angesetzt worden ist. Daraus resultieren die passiven latenten Steuern.

Permanente und fast permanente Differenzen

Permanente Differenzen sind nicht zu berücksichtigen, die aus der Nichtabzugsfähigkeit der Betriebsausgaben hervor gehen. Die entsprechenden Angaben sind in jedem Fall zu machen. Auch wenn für aktive latente Steuern das Aktivierungswahlrecht nicht ausgeübt worden ist. Daher kommt es auch zu keinem Bilanzansatz. Die analoge Regelung trifft auf den Konzernanhang zu.

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