Leverage-Effekt in BWL leicht erklärt + Beispiel

Der Leverage Effekt beschreibt das Phänomen bei dem sich Fremdkapital positiv auf die Rendite des Eigenkapitals auswirkt. Damit dies funktioniert, muss der Fremdkapitalzins unter der Investitionsrendite liegen.

Der Leverage-Effekt kann nicht funktionieren wenn:

  • die Kreditaufnahmemöglichkeiten beschränkt sind,
  • die Zinsen mit der Höhe der Schulden steigen und
  • Investitionsmöglichkeiten fehlen.

Beispiel für die Berechnung des Leverage-Effekts

Ein Unternehmen finanziert sich rein mit eigenen Mitteln und verfügt auf der Aktivseite um eine Wertsache in Höhe von 1 Mio. Euro. Der Wert dieser Sache steigt jährlich um 80.000 Euro.

Nun wird die Eigenkapitalrendite errechnet: Gewinn : Eigenkapital = 80.000 Euro : 1 Mio. Euro = 8 % Eigenkapitalrendite

Der Leverage-Effekt
Man geht nun davon aus, dass die Hälfte des Kapitals beispielsweise von einem Kredit stammen und somit fremdes Kapital sind. Der Zinssatz beträgt 4 %.

Auf der Passivseite der Bilanz gibt es nun einen Posten für das Eigenkapital mit 500.000 Euro und einen Posten für das Bankdarlehen ebenfalls in Höhe von 500.000 Euro.

Dies führt nun dazu, dass sich der Gewinn der Wertsache von 80.000 Euro um den Zinssatz von 4 % verringert: 80.000 Euro – 20.000 Euro = 60.000 Euro.

Rein theoretisch ist es möglich immer mehr des eigenen durch fremdes Kapital zu ersetzen, da sich so die Eigenkapitalrendite erhöht, da sich auch die Zinsen erhöhen. Das Problematische dabei ist jedoch, dass mehr Schulden (Fremdkapital) dazu führt, dass es irgendwann keinen Kredit mehr von der Bank gibt.

Positiver und negativer Leverage-Effekt

Zudem ist es beim Leverage-Effekt wichtig, dass der Fremdkapitalzins unter der Investitionsrendite liegt. Zudem setzt eine Wirkung des Effekts voraus, dass dieser positiv ist:

Positiver Leverage-Effekt
Anhand des Beispiels beträgt die Investitionsrendite 8 %. Der Zins für das Darlehen beträgt 4 %. Man kommt dann zu einem positiven Leverage-Effekt, wenn man sich Fremdkapital zu einem Zins von 4 % beschafft und dieses mit Hilfe der eigenen Unternehmenskraft zu 8 % erwirtschaftet. Die führt zur Steigung der Eigenkapitalrendite.

Negativer Leverage-Effekt
Bei einem Darlehenszins von 10 % (höher als der Prozentsatz der Investitionsrendite) ist der Leverage-Effekt automatisch negativ.

Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.
Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de
Geschäftsführer der Immocado UG (haftungsbeschränkt)

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