Master Studienplatz einklagen – erste Schritte & Tipps

Endstation Bachelor muss nicht sein – mit einer Studienplatzklage erfolgreich in den Master starten

Die Bildungslandschaft in Deutschland verändert sich seit einigen Jahren. Immer mehr Schüler erlangen die allgemeine Hochschulreife und drängen an die Universitäten. Der Anteil der Abiturienten an der Gesamtbevölkerung steigt stetig.

Ein Einser-Abitur ist nicht mehr so schwer zu erreichen, was den Wettbewerb um die begehrten zulassungsbeschränkten Studienplätze noch zusätzlich verschärft. Wer erst einmal geschafft hat, sich einen Bachelor-Studienplatz zu sichern, der darf sich jedoch nicht zu früh freuen. An den meisten Universitäten werden weitaus mehr Bachelorplätze als Masterplätze angeboten. Durch dieses vorherrschende Ungleichgewicht ist ein Platz im weiterführenden Masterstudiengang nicht garantiert. Obwohl der Bachelor den ersten berufsqualifizierende Abschluss darstellt, liegen Theorie und Praxis weit voneinander entfernt, so dass in manchen Berufszweigen ein Masterabschluss dringend notwendig ist.

Kein Masterplatz in Sicht – das sind die ersten Schritte

Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Bachelorstudium möchte der Großteil der Studierenden einen Masterabschluss erreichen. Im Studiengang Psychologie beispielsweise bleibt der Zugang zum Studiengang Psychologischer Psychotherapeut ohne vorangegangenen Masterabschluss verwehrt. Für viele Studierenden zerplatzt der Traum von einer Karriere als Psychologischer Psychotherapeut bereits nach der Vergabe des Bachelorzeugnisses.

In der Regel wählen die Universitäten die zukünftigen Masterstudierenden per Eignungsfeststellungsverfahren aus. Das kann eine bestimmte Notengrenze sein oder der Nachweis bestimmter Leistungen im Bachelorstudium. Eine Kombination aus beidem ist ebenfalls denkbar. Mit einem solchen Verfahren, versuchen sich die Hochschulen vor zu vielen Bewerber von anderen Universitäten zu schützen und gleichzeitig die vorhandenen Plätze für die eigenen Absolventen zu sichern. Im konkreten Beispiel können das Fächer im Bachelorstudium sein, die speziell an einer Universität gelehrt werden und die diese zum festen Bestandteil der Eignung der Masterbewerber erhebt. Bachelorabsolventen von anderen Hochschulen sind hier klar im Nachteil. Einige Hochschulen erkennen Wartesemester an, während andere diese gar nicht berücksichtigen.

Die Zulässigkeit der Maßnahmen muss im Einzelfall geprüft werden. Die Verfahren der einzelnen Universitäten unterscheiden sich in vielen Details. Sicher ist jedoch, dass die Anzahl der Studienbewerber in aller Regel die freien Plätze um ein Vielfaches übersteigt.

Der Ablehnungsbescheid im Briefkasten – wie geht es weiter?

Nach Ende des Bewerbungszeitraums erteilen die Universität Zulassungs- oder Ablehnungsbescheide, in denen festgestellt wird, ob ein Bewerber zur Aufnahme des Masterstudiengang geeignet ist oder nicht.

Sobald der Bescheid im Briefkasten liegt, beginnt eine Frist, in der Rechtsmittel eingelegt werden können. Grundsätzlich wird hierbei überprüft, ob das Auswahlverfahren der Hochschule mit dem bundeslandspezifischen Hochschulgesetz und dem Grundrecht auf freie Berufswahl im Einklang steht. Es empfiehlt sich, bereits den Ablehnungsbescheid prüfen zu lassen und sich über weitere Schritte zu informieren.

Durch die begrenzte Anzahl an Studienplätzen werden diese unter den geeigneten Bewerber meist durch ein Auswahlverfahren verteilt. Ein gängiges Verfahren ist die Bildung einer Rangliste der Bachelorabschlussnoten. Wer trotz Eignung keinen Studienplatz zugeteilt bekommt, der kann das Auswahlverfahren auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüfen lassen.

Wie läuft eine Masterplatz-Klage grundsätzlich ab?

Bevor der Masterplatz eingeklagt werden kann, muss der Studierende nachweisen können, dass er an der zuständigen Hochschule einen Antrag auf eine Zulassung außerhalb der festgesetzten Kapazitäten gestellt hat. Hierbei müssen unbedingt die geltenden Fristen beachtet werden. Diese sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Der Hauptbestandteil einer Studienplatzklage besteht darin, dass eine falsche Berechnung der vorhandenen Studienplätze seitens der falsch berechnet wurden oder Plätze ganz verschwiegen wurden.

Grundsätzlich ist es möglich mehrere Klagen auf einmal zu führen, vor allem in Studiengängen wie der Psychologie oder Humanmedizin ist es sogar ratsam seine Erfolgschancen durch parallele Klagen zu erhöhen. Es besteht allerdings natürlich nur der Anspruch auf einen Studienplatz. Wird ein Platz gerichtlich zugesprochen, sind die anderen Verfahren automatisch zu Ende.

Zu Beginn eines Bachelorstudiums versprechen die Dozenten ihren Studierenden oft, dass ausreichend Masterplätze für ein Anschlussstudium zur Verfügung stehen. Solche Aussagen sind aufgrund der steigenden Zahl an Abiturienten und Bachelorabsolventen wenig glaubwürdig. Es ist auf jeden Fall nicht verkehrt, die Möglichkeit einer Studienplatzklage im Hinterkopf zu behalten.

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