Mit 18 ausziehen, gute Idee? Hilfe vom Staat? Aufklärung & Tipps

Mit 18 ausziehen, gute Idee

Wer bereits sein ganzes Leben zuhause bei seinen Eltern verbracht hat, der wird es bestimmt langsam leid. Natürlich liebt man seine Eltern; man verdankt ihnen so viel und daran wird sich auch nie etwas ändern. Nichtsdestotrotz möchte jeder irgendwann einmal auf eigenen Beinen stehen, sein eigenes Geld verdienen, eine Familie gründen und vielleicht sogar ein Haus bauen.

Die Volljährigkeit ist dabei ein Meilenstein für die Selbstständigkeit eines jungen Menschen, daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr 18-Jährige ausziehen möchten. Was es bei diesem Vorhaben jedoch alles zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Das Geldproblem

Natürlich, Sie waren 18 lange Jahre daran gewöhnt, Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld etc. von den Eltern gestellt zu bekommen. Wagen Sie jedoch den Schritt, auszuziehen, ändert sich dies schlagartig und Sie sind für sich selbst verantwortlich. Wenn man nicht gerade eine Ausbildung oder ein duales Studium absolviert, kann die Geldfrage allerdings ganz schnell zu einem großen Problem werden, denn die erste eigene Wohnung wird bestimmt nicht ganz billig. Wie kann man sich nun dennoch über Wasser halten?

Noch Schüler? Schüler-BAföG!

Wer das Wort BAföG hört, der denkt zunächst einmal an das Studium, doch Sie können es unter Umständen auch schon früher beantragen. Aber Achtung: Der Antrag auf eine Förderung beim Schüler-BAföG an allgemeinbildenden Schulen wird nur bewilligt, wenn Sie nachweisen können, dass Sie eine eigene Wohnung benötigen und nicht weiter bei den Eltern leben können. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die neue Schule zu weit entfernt ist.

Jetzt stellt sich noch die Frage, wie hoch die Förderung eigentlich ausfällt. Dies hängt sowohl von der Lebenssituation als auch von der Schulform des Antragstellers ab. Wer weiterhin zuhause wohnt und noch keine Ausbildung abgeschlossen hat, kann maximal 243 Euro beantragen. Ist zwingend eine eigene Wohnung erforderlich, erhöht sich der Satz auf 580 Euro pro Monat. Verfügen Sie hingegen bereits über eine abgeschlossene Berufsausbildung, stehen Ihnen 439 Euro monatlich (ohne Wohnung) oder 675 Euro (mit Wohnung) zur Verfügung.

Student? Dann das Studenten-BAföG!

Erst im August 2019 trat eine Änderung in Kraft, wodurch der Höchstsatz sowie die möglichen Freibeträge erhöht wurden. Wie allseits bekannt ist, richtet sich die Höhe des BAföGs nach dem Einkommen Ihrer Eltern, d. h., verdienen Ihre Eltern zu viel, ist es möglich, dass Sie gar kein BAföG beanspruchen können. Der Höchstsatz liegt aktuell bei 853 Euro pro Monat. Gänzlich geschenkt wird Ihnen vom Staat aber nicht alles, denn die Hälfte des BAföGs müssen Sie fünf Jahre nach Studienende wieder zurückzahlen. Die Grenze liegt hier aber bei 10.000 Euro.

450-Euro-Job

Ein Nebenjob ist die wohl einfachste Art, sich etwas dazuzuverdienen, allerdings erfordert dies auch eine gewisse Menge an Zeit, welche man als Schüler oder Student nicht immer hat. Ob als Kassierer, Kellner oder Nachhilfelehrer… Einen solchen Job findet man eigentlich überall, doch die Bezahlung lässt meist zu wünschen übrig und liegt nicht selten genau an der Grenze des Mindestlohns. Das Gute daran ist, dass man sich mit seinem Arbeitgeber häufig absprechen und somit die Arbeitszeiten flexibel gestalten kann. Aufgepasst: Sollten Sie mehr als 450 Euro pro Monat verdienen, wird Ihr BAföG-Satz gekürzt!

Mit 18 auszuziehen ist also tatsächlich machbar. Logischerweise ist es eine enorme Umstellung und kostet ersteinmal viel Überwindung sowie Geld, aber letztendlich lernen Sie, Ihre Angelegenheiten alleine zu regeln und können sich so emanzipieren.

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