Mitunternehmerschaft im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Was versteht man unter einer Mitunternehmerschaft?

Eine Mitunternehmerschaft ist ein Begriff aus dem Steuerrecht und bezeichnet einen Zusammenschluss von mehreren Personen, den so genannten Mitunternehmern, welche gemeinsam ihre Einkünfte erzielen. Dabei gelten nur Personen als Mitunternehmer, welche als Gesellschafter einer Personengesellschaft ein so genanntes Mitunternehmerrisiko tragen und eine Mitunternehmerinitiative ausüben. Dabei tragen bei solchen Personengesellschaften wie z.B.: einer OHG, einer KG oder einer GbR nicht die Gesellschaften selbst, sondern die Gesellschafter die Steuerschuld.

Hier zwei Beispiele für eine klassische Mitunternehmerschaft:

  • Bei einem Gesellschafter einer OHG ist die Mitunternehmerschaft klar zu erkennen, da der Gesellschafter persönlich für die Schulden der OHG haftet. Die Mitunternehmerinitiative ist durch die geschäftsführende Tätigkeit gegeben. Das gleiche Schema gilt für einen Komplementär.
  • Ein Kommanditist trägt das Risiko des Verlustes seiner Kommanditeinlage. Die Initiative ist durch das Widerspruchsrecht in Ausnahmefällen und durch das Kontrollrecht gegeben. Eine Mitunternehmerschaft des Kommanditisten kann aber durch einen Gesellschaftsvertrag ausgehebelt werden.

Wie werden die Einkünfte bei einer Mitunternehmerschaft geregelt?

  • Gewinnanteile von Gesellschaftern, welche als Mitunternehmer der jeweiligen Gesellschaft angesehen werden, zählen zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb
  • Vergütungen welche der Gesellschafter für seine Arbeitstätigkeit in der Gesellschaft bekommt, zählen ebenso zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb
  • Vergütungen für die Gewährung eines Darlehens und Vergütungen für die Vermietung von Gütern zählen auch zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb

Hier ein Beispiel zu den Einkünften aus einer Mitunternehmerschaft:

Eine OGH hat 2 Gesellschafter, einer der Gesellschafter gewährt der Gesellschaft ein Darlehen über 100.000 € und bekommt dafür 2 % Zinsen. Die 2.000 € Zinsen stellen daher keine Einkünfte aus Kapitalvermögen, sondern Einkünfte aus Gewerbebetrieb dar.

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