Nacherzählung schreiben: Merkmale, Aufbau & Checkliste

Eine Nacherzählung ist eine mündliche oder schriftliche Form der Wiedergabe bereits verfasster Geschichten. Mit eigenen Worten wird ein bereits gelesener Text wiedergegeben. Unwichtige Einzelheiten können hier jedoch weggelassen werden. Jedoch wichtige Handlungen dürfen nicht vergessen werden. Nacherzählungen werden im Rahmen des Deutschunterrichts bereits in der Grundschule in mündlicher Form eingeführt, um somit den Einstieg in den Umgang mit der Deutschen Sprache zu erlernen. Nacherzählungen werden auch oft als Gedächtnistraining verwendet. Texte werden vorgelesen und diese müssen Sinngetreu wiedergegeben werden. Wie bei Standard Aufsätzen wird eine Nacherzählung in Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert.

Am Häufigsten werden Fabeln, Novellen, Märchen und Kurzgeschichten für eine Nacherzählung verwendet.

Wesentliche Merkmale einer Nacherzählung

Grundsätzliche wird bei einer Nacherzählung ein bereits vorhandener Text in eigenen Worten nachmals verfasst. Bei der Wiedererzählung des Textes werden unwichtige Einzelheiten weggelassen und nur die wichtigsten Textpassagen rausgefiltert.
Als oberste Regel der Nacherzählung steht die Inhaltstreue. Die Geschichte darf nicht abgeändert werden. Immer bei den Tatsachen bleiben. Auch Übertreibungen sind nicht sinnvoll. Es dürfen bei einer Nacherzählung keine wichtigen Handlungen weggelassen werden. Auf keinen Fall neue Personen oder Handlungen hinzufügen. Figuren, Ort der Handlung und Zeit dürfen keines Wegs verändert werden. Werden in dem vorgegebenen Text wörtliche Redewendungen verwendet, dann müssen diese auch in der Nacherzählung wiedergegeben werden. Wörtliche Redewendungen werden imm in Anführungszeichen gesetzt.

Längere Dialoge der Geschichte dürfen verkürzt werden, müssen jedoch sinngetreu bleiben. Der Schreib– bzw. Erzählstil darf nur nach bestimmter Vorgabe abgeändert werden, ansonsten muss die Nacherzählung im gleichen Schema verfasst werden.
In der Regel steht die Nacherzählung im Präteritum, das heißt in der Vergangenheit, außer in besonderen Fällen kann es auch zu anderen Zeitformen kommen.
Die Zeitform der Erzählung darf sich nicht ändern, wir springen nicht in den Zeiten herum.

Eine Nacherzählung richtig vorbereiten

Der wichtigste Punkt ist sich die Geschichte die nachzuerzählen ist gründlich durchzulesen, wenn erforderlich auch öfter als einmal. Beim ersten mal lesen wir die Geschichte um die grobe Handlung zu verstehen. Beim zweiten mal merken wir uns wichtige Einzelheiten. Sinnvoll ist es sich stichpunktartig die wichtigsten Faktoren z.B. die Namen der Personen usw. zu notieren. Von Vorteil ist es sich die Geschichte selber oder einer bekannten Person wie der Mutter einmal vorzutragen bevor man diese dann Verfasst.

Der richtige Aufbau der Nacherzählung

Einleitung: Bei der Einleitung wird in kurzen Sätzen erklärt um was es sich in dem vorgegebenen Text handelt. Mit den Fragen: Wer? – welche Personen kommen in der Geschichte vor. Wann? – in welcher Zeit spielt unsere Geschichte Wo? – eine Beschreibung des Ortes an dem die Geschichte stattfindet.

Hauptteil: Hier wird der gesamte Inhalt des vorgegebenen Textes wiedergeben. Mit der Frage „Was geschah“ wird hier in der gleichen Reihenfolge wie in der Originalen Geschichte geantwortet.
Bei einer Nacherzählung wird in einzelnen Schritten auf den Höhepunkt hingearbeitet. Es werden keine zusätzlichen Ideen eingebaut. Die Geschichte wird Sinngetreu nacherzählt. Wir gestalten die Geschichte mit flüssigen und spannenden Sätzen.
Der Leser soll angeregt werden weiter zu lesen.

Schluss: Bei den Schlusssätzen soll der Leser über alle Unklarheiten informiert sein. Es dürfen keine Fragen offen bleiben. Die Geschichte muss mit Klarheit abgeschlossen werden. Auf keinen Fall werden wir unsere eigene Meinung zu der Geschichte äußeren.

Wie erkennt man das wichtigste in einer Nacherzählung

Wird ein Begriff in der Geschichte öfter erwähnt, dann hat dieser eine Wichtigkeit die auch in der Nacherzählung enthalten sein sollte. „Was wäre wenn diese Handlung nicht passiert wäre, wäre der Verlauf der Geschichte dann der gleiche geblieben?“ diese Frage stellen wir uns. Sollte sich durch das Weglassen einer gewissen Handlung oder eines Dialogs der Verlauf der Geschichte ändern, dann erkennen wir das dies ein wichtiger Punkt für die Nacherzählung ist und muss in unseren Text unbedingt enthalten sein. Der Sinn und die Handlung des vorgegebenen Textes darf sich in keinem Fall ändern. Es dürfen keine Personen angaben fehlen. Zeit- und Ortsangaben sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil unserer Nacherzählung.

Kurze Checkliste für die Nacherzählung

  • – steht unsere Nacherzählung in der richtigen Zeitform und ist diese über den ganzen Text durchgängig oder springen wir in den Zeiten?
  • – haben wir die wichtigsten Details aufgenommen und unwichtige Einzelheiten weggelassen?
  • – haben wir in unserem Text keine zusätzlichen Dinge eingebaut?
  • – wurden wörtliche Reden in Anführungszeichen gesetzt?
  • – wurden alle wörtlichen Redewendungen verwendet?
  • – sind wir dem original Stil der vorgegebenen Geschichte treu geblieben?
  • – haben wir alle Personen, Zeiten und Orte richtig benannt?
  • – ist der Text spannend und lest sich flüssig?
  • – ist der Reihenfolge der Handlungen richtig?

Tipps und Tricks für eine gute Nacherzählung

  • – Wird uns eine Geschichte vorgelesen dann hören wir aufmerksam zu um die Handlung des Textes zu verstehen. Lesen wir eine Geschichte selber sind wir konzentriert bei der Sache.
  • – Wir stellen uns die Geschichte Bildlich vor, damit wir uns die Handlung, Personen und Orte besser merken können.
  • – Wird uns die Geschichte ein zweites mal vorgelesen oder lesen wir die Geschichte ein zweites mal, achten wir nun auf die wichtigen Einzelheiten.
  • – Wir erzählen uns die Geschichte in eigenen Worten und achten dabei auf die richtige Reihenfolge.
  • – Zum Schluss lesen wir uns unsere Nacherzählung nochmals durch und vergleichen sie mit dem vorgegebenen Text.
Nacherzählungen begleiten uns unser ganzes Leben, auch im Alltag kommen diese unbewusst immer wieder vor.

Wir hören eine spannende Geschichte, wir lesen einen Artikel oder erleben etwas Einzigartiges. Dies erzählen wir bei einem Treffen unseren Freunden oder Verwandten. Grundsätzlich ist dies nichts anderes als eine Nacherzählung. Nur in der Realität wird meistens was dazu erfunden das in unsere Nacherzählung nicht passieren darf. Jedoch die wichtigen Details lassen wir hier auch nicht weg. Unbewusst sind wir somit täglich mit Nacherzählungen konfrontiert.

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