Naturalismus Epoche Literatur und Merkmale

Naturalismus und Realismus sind eng aneinander angelehnt, denn Naturalisten waren radikaler eingestellt als Realisten. Die Epoche verlief zwischen 1800 und 1900 und wurde durch die naturwissenschaftlichen Errungenschaften damals begründet. Beim Naturalismus wurde vor allem die Wirklichkeit, die Realität, dargestellt. Auf Beschönigungen oder Veränderungen verzichtete man dabei.

Die Milieutheorie von Taines leistete den entscheidenden Beitrag, um die Entwicklung des Naturalismus zu bestimmen. Demnach würde der Mensch vor allem von den sozialen Umständen und genetischer Anlagen bestimmt.

Wichtige Kernthemen waren im Naturalismus die urbane Lebensweise der Städter und um Sozialkritik.

Sozialkritik der Naturalisten

Kriminalität und die Probleme, die soziale Ungerechtigkeit beinhaltete, erfuhren eine neue Bedeutung. Diese Auseinandersetzung führte zu Protesten gegen soziale Missstände seitens der Naturalisten in ihren Werken. Sie waren für Demokratie und zeichneten sich vor allem durch Pessimismus aus.

In der Lyrik vermischte sich oftmals die soziale Lyrik mit der Großstadtlyrik. Beim Drama bemühten sich die Schriftsteller um eine exakte Darstellung des sozialen Milieus und stellten zusätzlich den jeweiligen Dialekt dar.

Der sogenannte Sekundenstil bezeichnet im Naturalismus eine präzise Widergabe und Beschreibung der Realität und beinhaltete besonders personale Erzählweisen sowie Dialoge mit Pausen und entsprechenden Dialekten. Die erzählte Zeit entsprach sehr oft der Erzählzeit.

Bedeutende Vertreter der Epoche sind Gerhart Hauptmann, Arno Holz.

Literatur des Naturalismus:

  • Arno Holz: Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze (1891) und Revolution der Lyrik (1899)
  • Gerhart Hauptmann: Bahnwärter Thiel (1888), Vor Sonnenaufgang (1889) und Fuhrmann Henschel (1898)
  • Johannes Schlaf: Meister Oelze (1892)

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