Nettoinvestition & Bruttoinvestition – was ist das? Aufklärung

Nettoinvestition & Bruttoinvestition - was ist das

Kauft ein Firmeninhaber eine Maschine oder einen anderen Gegenstand, der für betriebliche Zwecke genutzt wird, handelt es sich um eine Investition. Für den Unternehmer ist es wichtig, eine Bruttoinvestition von einer Nettoinvestition zu unterscheiden.

Was sind Bruttoinvestitionen?

Um seine unternehmerischen Tätigkeiten ausüben zu können, investiert ein Unternehmer Geld für Produktionsmaschinen, Büroeinrichtungen und andere Gegenstände, die für den Betrieb notwendig sind. § 266 Handelsgesetzbuch (HGB) teilt diese Sachanlagen unter anderem in die folgenden Kategorien auf:

  • Grundstücke und Bauten
  • Technische Anlagen
  • Betriebs- und Geschäftsausstattung

Kauft der Unternehmer z.B. ein Gebäude, in dem er seine Firma unterbringt, muss er dieses Gebäude in dem Anlagevermögen seiner Bilanz ausweisen. Gleiches gilt für den Firmen-Pkw, Bürostühle und die Computer. Bei den gekauften Gegenständen handelt es sich um Anlagegüter.

Diese Anlagegüter müssen mit ihren Anschaffungskosten (Kaufpreis ohne Umsatzsteuer) in der Bilanz ausgewiesen werden. Bei den Anschaffungen der Anlagegüter handelt es sich um Bruttoinvestitionen.

Wie werden aus Bruttoinvestitionen Nettoinvestitionen?

Fast alle Anlagegüter sind abnutzbar. Dies bedeutet, dass sich die Gegenstände während der Laufzeit abnutzen und an Wert verlieren. Diese Tatsache muss auch von dem Unternehmer berücksichtigt werden. Er tut dies, indem er die Anlagegüter abschreibt. Für die korrekte Abschreibung gelten bestimmte AfA-Tabellen, die die Nutzungsdauer für das jeweilige Anlagegut festlegen. Ein Firmen-Pkw wird auf sechs Jahre abgeschrieben. Für einen Computer gilt eine maximale Nutzungsdauer von drei Jahren.

Wurde der jährliche Abschreibungswert für das jeweilige Anlagegut ermittelt, muss dieser von den Anschaffungskosten abgesetzt werden. So wird aus einer Bruttoinvestition eine Nettoinvestition.

Auf den Gewinn eines Unternehmens wirkt sich der Kauf eines Anlagegutes erst aus, wenn es abgeschrieben wird. Die Abschreibungen zählen zu den Betriebsausgaben, die den Gewinn mindern.

Spezialfall: Grund und Boden

Ein Spezialfall gilt für den Grund und Boden, den ein Unternehmer für seine Firma erwirbt. Grund und Boden nutzt sich nicht ab. Deshalb handelt es sich um ein nicht abnutzbares Anlagegut. Da der Grund und Boden nie abgeschrieben wird, entspricht die Bruttoinvestition in diesem Fall immer der Nettoinvestition.

Ein praktisches Beispiel

Der Unternehmer A gründet eine Firma. Hierfür kauft er die folgenden Gegenstände: Einen Pkw für 20.000 Euro und zwei Computer im Wert von jeweils 500 Euro.

Bei den getätigten Einkäufen handelt es sich um Bruttoinvestitionen. Da sowohl der Pkw als auch die Computer zu den abnutzbaren Anlagegütern gehören, muss ihr Wert durch eine Abschreibung gemindert werden.

Die Wertminderung für den Pkw beträgt 3.000 Euro. Für die beiden Computer können jeweils 150 Euro abgeschrieben werden.

In der nächsten Bilanz wird der Pkw mit 17.000 Euro und die beiden Computer mit jeweils 350 Euro angesetzt. Dies sind die Werte der Nettoinvestitionen.

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