Nicht abziehbare Aufwendungen im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Nicht abziehbare Aufwendungen bei Körperschaften und Kapitalgesellschaften werden in § 10 KStG aufgelistet. Hierbei handelt es sich um Aufwendungen, die einerseits zu einer Minderung des Gewinns in der Handels- und Steuerbilanz führen, aber andererseits nicht zu einer Minderung des zu versteuernden Einkommens der Kapitalgesellschaft führen und demnach außerbilanziell wieder aufaddiert werden.

Beispiele

In einem Geschäftsjahr musste eine Aktiengesellschaft 500.000€ an Aufsichtsratsvergütungen leisten. Darüber hinaus wurden Körperschaftsrückstellungen (aufwandswirksam) in einer Höhe von 350.000€ gebildet. Diese wurden als sonstige betriebliche Aufwendungen beziehungsweise als Steuern vom Einkommen (Körperschaftssteuer) gebucht und minderten somit den Jahresüberschuss. Nach diesen Buchungen kommt es zu einem Jahresüberschuss von 1.000.000€.

Laut § 10 Nr. 4 KStG können 50% der Aufsichtsratsvergütungen nicht abgezogen werden, sie müssen außerbilanziell aufaddiert werden. Das hat zur Folge, dass sich das zu versteuernde Einkommen der Aktiengesellschaft außerbilanziell erhöht. Der neue Jahressüberschuss beträgt 1.250.000€ (50% von 500.000€+ 1.000.000€)

Nicht abziehbar sind ebenso die Steuern vom Einkommen (§ 4 Abs. 5b EStG Körperschaftssteuer inkl. Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer), andere Personensteuern und auf die genannten Steuern anfallende Nebenleistungen (§ 3 Abs. 4 AO wie Verspätungs- oder Säumniszuschläge). In diesem Fall steigt das zu versteuernde Einkommen von 1.250.000€ auf 1.600.000€. Auf diese Summer kommt die Körperschaftssteuer von 15%.

 

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