Ödön von Horváth – Biografie & Inhaltsangaben

Der Schriftsteller Ödön von Horváth im Jahr 1919
Der Schriftsteller Ödön von Horváth im Jahr 1919

Ödön von Horváth wurde in Fiume am 9.12.1901 in eine ungarische Kleinadelsfamilie geboren. Da er der Sohn eines Diplomaten war, wurde er weltoffen und liberal erzogen. Während seiner Kindheit und seiner Jugend zog seine Familie mehrfach um und so wuchs er in Städten wie Belgrad, Budapest und München auf. Seine Reifeprüfung absolvierte er schließlich in Wien und studierte danach in München. Zu seinen Fächern gehörten unter anderem Germanistik und Theaterwissenschaften. Schon während dieser Zeit veröffentlichte er mit „Das Buch der Tänze“ sein erstes Werk. Später distanzierte er sich allerdings von diesem.

Horváth griff gern politische und gesellschaftliche Themen auf. So war die Inflation in Deutschland mit ihrem Höhepunkt im Jahre 1923 ein Thema, dass er immer wieder gern in seinen Werken anging. In diesem Jahr entstand mit „Mord in der Mohrengasse“ beispielsweise sein erstes Schauspiel aber auch die „Sportmärchen“ wurden 1923 veröffentlicht.

In den folgenden Jahren hielt sich der Autor mehrfach in Berlin auf. 1924 kaufte sich seine Familie sogar ein Haus am Staffelsee, genauer gesagt in Murnau. Hierhin zog sich Horváth in den folgenden Jahren mehrfach zurück und beobachtete mit wachsender Sorge die politischen Veränderungen mit dem beginnenden Nationalsozialismus. Seine Erfahrungen dieser Zeit sind ebenfalls wieder in verschiedenen seiner Werke spürbar. Zu ihnen gehören neben dem 1929 veröffentlichten „Sladek“ beispielsweise auch sein Roman „Jugend ohne Gott“ (veröffentlicht 1938) sowie das Volksstück „Italienische Nacht“ aus dem Jahr 1931.

Seinen Durchbruch als Autor erreichte Horváth im Jahre 1929 als seine Werke „Bergbahn“ sowie „Sladek“ uraufgeführt wurden. So erfolgreiche sie waren, seine größten Erfolge verzeichnete er allerdings mit den ersten Aufführungen von „Italienische Nacht“ und „Geschichten aus dem Wiener Wald“ sowie „Kasimir und Karoline“ in den Jahren 1931 und 32. Im Jahre 1931 wurde Horváth zudem für den sehr renommierten Kleist Preis von Carl Zuckmayer nominiert.

1933 stand für den Autor ein erneuter Wohnortswechsel an. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde die Uraufführung seines neuesten Stückes „Glaube Liebe Hoffnung“ abgesagt und der Autor flüchtete nach Österreich. Er bemühte sich stets Konflikten mit den Nationalsozialisten aus dem Weg zu gehen auch wenn diese ihn mehrfach verunglimpften. Seine Bücher wurden beispielsweise öffentlich verbrannt. Dennoch stellte er einen Aufnahmeantrag für den Reichsverband Deutscher Schriftsteller. Aus heutiger Sicht bezeichnen viele Kritiker die Handlungsweise Horváths damals als moralisch aber auch politisch fragwürdig. Die Suche nach seinen Beweggründen blieb allerdings bis heute erfolglos.

Unter seinem Pseudonym H. W. Becker arbeitete Horvath in der Folge an verschiedenen Filmprojekten mit. So war er unter anderem Co-Autor des Drehbuchs zur Verfilmung von „Einen Jux will er sich machen“ von Nestroy. Außerdem schrieb er Drehbücher für „Buchhalter Schnabel“ sowie „Rendevouz in Wien“. Der Amsterdamer Exilverlag veröffentlichte noch 1938 Horváths Romane „Jugend ohne Gott“ sowie „Ein Kind unserer Zeit“, die im Anschluss von den Nazis direkt auf die Liste der unerwünschten Literatur gesetzt wurden. Mit dem Einmarsch der Truppen in Wien, flüchtete Horváth daher erneut und gelangte über Budapest sowie Amsterdam schließlich nach Paris. Er hatte bereits Vorkehrungen für eine Flucht nach Amerika getroffen, wurde allerdings am 1. Juni im Jahre 1938 von einem Ast erschlagen.

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