Offenlegung der Bilanz leicht erklärt + Beispiel

Der Gesetzgeber verpflichtet nach § 325 Abs. 1 HGB Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften ohne eine natürliche Person als persönlich haftenden Gesellschafter dazu, bestimmte Informationen über sich dem Betreiber des Bundesanzeigers in elektronischer Form zu übermitteln.

Inhalt und Differenzierung zwischen Unternehmen

Was genau eine Offenlegung beinhalten muss, unterscheidet sich je nach Größe eines Unternehmens.

  • – Kleinste Kapitalgesellschaft, also solche, die eine Bilanzsumme von 350.000 €, 700.000 € an Jahresumsatzlösen haben, sowie nur etwa 10 Arbeitnehmer besitzen, haben die Wahl, ihre Bilanz beim Bundesanzeiger offenzulegen, oder ihren Jahresabschluss beim Unternehmensregister zu hinterlegen. Die Aufstellung ihrer Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung darf in verkürzter Form erfolgen.
  • – Kleine Kapitalgesellschaften, die eine Bilanzsumme von 6 Millionen Euro, Jahresumsatzlöse von maximal 12 Millionen Euro haben, sowie 50 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt beschäftigen, müssen ihre Bilanz innerhalb von 12 Monaten offenlegen.
  • – Mittelgroße Kapitalgesellschaften mit einer Bilanzsumme von höchstens 20 Millionen Euro, Jahresumsatzerlösen von maximal 40 Millionen Euro und 250 Arbeitnehmern im Jahresdurchschnitt, sind zur Offenlegung des Jahresabschlusses, des verkürzten Anhanges des Lageberichts und des Aufsichtsratberichts. Im Gegensatz zu kleineren Unternehmen, liegt bei mittelgroßen Kapitalgesellschaften außerdem eine Prüfungspflicht vor. Die Prüfung erfolgt entweder durch einen Wirtschaftsprüfer, oder einen Buchprüfer.
  • – Große Kapitalgesellschaften, also solche, welche mindestens zwei der drei Merkmale einer mittelgroßen überschreiten (z.B. in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren die doppelte Zahl der Arbeitnehmer beschäftigt oder eine höhere Bilanzsumme aufweist), haben die gleichen Verpflichtungen wie diese, dürfen allerdings den Anhang des Lageberichts nicht verkürzen. Zudem muss die Prüfung zwingend durch einen Wirtschaftsprüfer erfolgen; ein Buchprüfer reicht nicht aus.
  • – Konzerne sind von der Offenlegungspflicht befreit, wenn sie in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren eine Bilanzsumme von circa 23 Millionen Euro, Jahresumsatzerlöse von circa 46 Millionen Euro oder eine Arbeitnehmerzahl von 250 Personen nicht überschreiten.
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Alternative Begriffe

Bilanzveröffentlichung, Veröffentlichung Bilanz, Veröffentlichung Jahresabschluss

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