Organschaft im Steuerrecht leicht erklärt + Beispiel

Was unter einer körperschaftsteuerlichen Organschaft zu verstehen und wie sie geregelt ist, steht in den §§ 14-19 des KStG. Um die Vorteile dieser darzulegen folgt ein Beispiel.

Beispiel Organschaft

Im ersten Geschäftsjahr weist die Motorrad AG einen steuerlichen Gewinn in Höhe von 500.000€ vor, die Tochtergesellschaft (zu 100% Tochter) Felgen GmbH hat im selbigen Jahr Verluste in Höhe von 200.000€ gemacht.

Die Motorrad AG müsste ohne die Organschaft den vollen Gewinn von 500.000€ versteuern. Die Felgen GmbH könnte den Verlust von 200.000€ in das nächste Geschäftsjahr vortragen oder einen Verlustrücktrag bilden.

Durch die Organschaft zwischen der Motorrad AG (Organträger) und der Felgen GmbH (Organgesellschaft), wird der Verlust von 200.000€ der Organgesellschaft auf den Organträger addiert. Demnach müssen nur noch 300.000€ des Gewinns der Motorrad AG versteuert werden. Das hat den Vorteil, dass der gesamte Steuerkomplex in diesem Geschäftsjahr eine geringere Steuerlast zu tragen hat.

Um eine Organschaft zu bilden, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt werden. So wird unter anderem ein Gewinnabführungsvertrag zwischen dem Organträger und den Organgesellschaften abgeschlossen. Dieser hat eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 KStG).

Der § 2 Abs.1 Nr. 3 KStG ermöglicht darüber hinaus eine gewerbesteuerliche Organschaft, diese hat auch die Voraussetzungen, wie die körperschaftssteuerliche Organschaft. Somit ist die Organgesellschaft die Betriebsstätte des Organträgers, was dazu führt, dass die Gewerbeerträge auch entsprechend verrechnet werden können.

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Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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