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Pro & contra Argumente für/gegen Brexit für eine Erörterung

  • by Anatoli Bauer

Der Brexit hat alle Gemüter erhitzt und jeder fand sich wohl auf eine der beiden Seiten wieder. Dafür oder dagegen und man hat viele Erörterungen darüber geschrieben und abgewogen. Doch was können für eine Erörterung Argumente für den Brexit sein und welche dagegen?

Pro

Mit dem Brexit wird Großbritannien unabhängiger und kann Entscheidungen für sich alleine treffen und muss sich nicht mehr von einer EU-Behörde sagen lassen, ob es dieses oder jenes entscheiden darf.

Großbritannien wird niemals ein Teil des Euro-Raumes sein und diese Währung niemals annehmen und hat mit dem eigenen Geld die Möglichkeit, abzuwerten oder aufzuwerten und damit fiskalisch gesehen eine größere Kontrolle als Mitglieder der EU.

Großbritannien kann eigenständig Verträge mit Drittstaaten abschließen und unabhängiger auf der internationalen Bühne auftreten. Niemand kann Großbritannien vorschreiben, was geht und was nicht.

Es können Zölle auf EU Waren erhoben werden.

Die Aufhebung der Freizügigkeit verhindert es, das billigere Arbeitskräfte ins Land kommen und Briten in Sachen Arbeitsplätzen Konkurrenz machen.

Contra

Großbritannien ist ohne die Gemeinschaft der EU schwächer. Die Länder Europas sind längst nicht mehr so mächtig wie noch im 19. oder 20. Jahrhundert, sondern China und die USA dominieren die Welt. Gemeinsam ist man stärker ist das Prinzip der EU und wer austritt, der verweigert sich selbst diese Stärke und den dazugehörigen Schutz.

Der kulturelle Austausch mit dem Festland wird leiden, wenn die Freizügigkeit nicht mehr stattfinden kann. Studenten, junge Menschen, Arbeiter, Ärzte, Künstler. Niemand wird mehr so leicht nach Großbritannien gehen können oder in die EU einreisen können. Davon haben beide Seiten nichts, aber vor allem Großbritannien nicht.

Es kann zu Ärger an der inneririschen Grenze geben, wenn es durch den Brexit wieder eine feste Grenze gibt. Damit könnten alte und überwunden geglaubte Konflikte wieder aufbrechen und ihr hässliches Haupt erneut erheben.

Großbritannien kann zwar Verträge selbst abschließen, muss das aber alleine tun und das können Jahre der Verhandlungen bedeuten, die viele Menschen und Institutionen binden. Es ist zwar eine Freiheit, aber eine, die eine große Mühe mit sich bringt.

Die EU kann Zölle auf Dinge aus Großbritannien erheben und damit kann es zu Lieferengpässen kommen oder gar zur Knappheit von gewissen Waren. Auch kann Großbritannien so weniger auf dem Kontinent absetzen und damit die eigene Wirtschaft einen Bärendienst erweisen.

Fachkräfte könnten aufgrund der größeren Auswahl an Möglichkeiten direkt in den EU-Raum abwandern und damit Großbritannien einen Aderlass bescheren, der noch nicht absehbar ist.

Aufgrund von negativen Folgen kann es zu einer Anspannung zwischen der EU und Großbritanniens kommen. Man wird nicht glauben, sich geirrt zu haben und der EU als Institution die Schuld geben. Über Jahre und Jahrzehnte kann das üble Folgen haben, die heute noch nicht eingeschätzt werden können.

Bauern, Fischern, Unternehmen und Regionen Großbritanniens stehen mit dem Austritt auch keine Fördermittel mehr zur Verfügung, die sonst wie selbstverständlich in Milliardenhöhe geflossen sind. Das Geld, was sonst so selbstverständlich war, fällt dann plötzlich weg.

Es kann zu inneren Unruhen kommen, wenn die Erwartungen, die die Regierung geweckt hat, ausbleiben und nicht erfüllt werden. Wenn nicht der Weltmachtstatus zurückkehrt, sondern man ein Randland Europas bleibt.

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