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Pro & contra Argumente für/gegen die Zeitumstellung

  • by Anatoli Bauer

Ist die Zeitumstellung zur Sommer- und Winterzeit noch zeitgemäß? In einem Referendum in Europa hat die Mehrheit eine klare Entscheidung ausgedrückt, die vor allem in der Wirtschaft und Politik nicht respektiert wird. Die Europäer haben sich gegen den Verbleib der Zeitumstellung entschieden, passiert ist seit dem Referendum nichts.

Rückblick Zeitumstellung

2018 nahmen etwa 4,6 Millionen EU-Bürger an einer Online-Abstimmung zum Thema Zeitumstellung teil. Es stand nur die Frage im Raum, ob die Zeitumstellung beibehalten werden soll und wenn nicht, für welche Zeit entscheiden sie sich. 80 Prozent lehnen nach dem Ergebnis den Fortbestand der Zeitumstellung ab und plädieren mit einer sehr knappen Mehrheit auf die Umstellung und durchgehender Beibehaltung der Sommerzeit. Die Winterzeit ist die Normalzeit.

Zur Erinnerung: in Europa wird seit 1980 mit einer kurzen Unterbrechung am letzten Wochenende im März in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Uhr um eine Stunde vorgestellt und zwar von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr. Am letzten Wochenende im Oktober in der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, von 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr. Die Entscheidung fiel, weil man damit in den Sommermonaten Energiekosten sparen konnte, denn im Sommer ist es draußen länger hell und dadurch benötigen die Betriebe weniger Licht und Energie.

Pro Zeitumstellung

  • Noch immer profitiert ein sehr kleiner Anteil der Industrie von dem System und kann etwas Energie einsparen und so die Betriebskosten senken.
  • Die Sommerzeit erlaubt mehr Helligkeit in den späten Abendstunden, die viele nutzen, um sich draußen aufzuhalten.
  • Der Mensch ist ein “Gewohnheitstier”, die Umstellung auf eine feste Zeit führt zu einem Ungleichgewicht in den ersten Jahren.

Contra Zeitumstellung

  • Den Energiesparbonus, der früher durch die Zeitumstellung existierte, gibt es nicht mehr. Dank energiesparender Leuchtmittel benötigen die Betriebe im Sommer keine zusätzliche Helligkeit von außen.
  • Zwei Zeitumstellungen im Jahr belasten den Körper eines Menschen, denn nur wenigen macht die Zeitumstellungen nichts aus, die meisten leiden unter Schlafstörungen und mentalen Belastungen.
  • Tiere sind von der Zeitumstellung ebenso betroffen und werden durch die langen Tage häufiger getötet, weil mehr Betrieb auf den Straßen herrscht. Sie bedürfen jedoch vor Einbruch der Dunkelheit Schutz, um zu ihren Ruheplätzen zurückzukehren.
  • Die Begründung eines “Flickenteppichs” an Zeitzonen ist sinnlos. Schon jetzt sind nicht alle EU-Staaten in einer Zeitzone. Beispiele: Portugal liegt eine Stunde zurück im Vergleich zu Deutschland. Finnland liegt eine Stunde vor im Vergleich zu Deutschland.
  • Im Frühling wird aufgrund der Dunkelheit viel mehr geheizt, was der Umwelt mehr schadet als nützt. Der Energievorteil erweist sich als absoluter Nachteil.

Lösungsansätze

Viele fürchten sich davor, dass die Staaten sich nicht auf eine Zeit einigen und in der Folge beispielsweise in Österreich eine andere Zeitzone entsteht als in Deutschland oder Italien. Dabei liegt die Lösung auf der Hand, denn alle Staaten müssten dazu verpflichtet werden, die Winterzeit als die Normalzeit anzuerkennen, in Deutschland und im gesamten Mitteleuropa ist das MEZ. Damit würden auch in allen anderen europäischen Staaten die Uhren zum Winter ein letztes Mal umgestellt und die Umstellung anschließend eingestellt. Die bisher bestehenden Zeitzonen bleiben erhalten und werden nicht verändert. Doch so einfach funktioniert das nicht.

Die Entscheidung der Zugehörigkeit einer Zeitzone fällt nicht die EU, sondern jeder einzelne Staat. Wobei sich jeder einzelne Staat an die geografische Lage seiner Landfläche zu orientieren hat. Die EU darf also nicht über die Köpfe der Länder hinweg bestimmen. Mit ihnen zusammen funktioniert das leider auch nicht, denn zu viele Staaten weigern sich, die Winterzeit als Normalzeit zu akzeptieren und plädieren für die Sommerzeit. Aber mal im Ernst, wäre das wirklich so schlimm, wenn künftig nicht nur Finnland, Portugal, das gesamte Baltikum und weitere in einer anderen Zeitzone leben? Immerhin handelt es sich zwischen Griechenland und Portugal um eine zweistündige Zeitverschiebung, weil Griechenland im Osten und Portugal im Westen liegt und Italien in der Mitte. Es bedarf dringend dem Willen, solche länderübergeordneten Entscheidungen auf EU-Ebene zu lösen und nicht autonom durch jeden einzelnen Staat. Oder gibt es andere Pro & Contras zu dem Thema, dann wird es Zeit zu argumentieren.

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