Realisationsprinzip in ReWe leicht erklärt + Beispiel

Das Realisationsprinzip gehört zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und wird auch in den allgemeinen Bewertungsgrundsätzen des § 252 Abs. 1 HGB definiert.

Es besagt, dass Gewinne erst dann ausgewiesen werden, wenn sie tatsächlich realisiert sind. Dies entspricht dem Vorsichtsprinzip und dient dem Gläubigerschutz. Es verhindert die verfälschte Darstellung der finanziellen Lage des Unternehmens. Auch wenn der Ertrag schon sehr sicher ist, darf er noch nicht ausgewiesen werden, sondern immer erst dann, wenn er realisiert wurde.

Bei Verlusten verhält es sich durch das sogenannte Imparitätsprinzip genau entgegengesetzt, denn Verluste müssen in der Bilanz berücksichtigt werden, auch wenn sie erst annähernd absehbar sind.

Beispiel

Ein Unternehmen kauft eine Maschine für 20.000 Euro. Aufgrund der Schließung des Produktionsunternehmens wird diese Maschine nicht mehr hergestellt. Die Nachfrage bleibt aber groß, so dass der Wert der Maschine steigt. Nach zwei Jahren stellt das Unternehmen die eigene Produktion um, benötigt die Maschine nicht mehr und bekommt Anfragen, die Maschine mit einer Wertsteigerung von 10.000 Euro zu verkaufen. Auch wenn diese konkreten Anfragen vorliegen, wird die Maschine solange mit dem jeweiligen Buchwert in der Bilanz ausgewiesen bis der tatsächliche Verkauf stattgefunden hat und der Ertrag als solcher verbucht wurde.

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