Realismus Epoche – Merkmale, Hintergründe & Werke

Durch die radikalen Änderungen der Lebensumstände, in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ausgelöst durch die Industrialisierung Europas. Wird die Gesellschaft neu gebildet. Viele Arbeiten werden ab diesem Zeitpunkt von Maschinen übernommen. Menschen vom Land strömen in die Städte um eine Anstellung zu finden, doch gab es nicht genug Arbeitsplätze. Dies rief gesellschaftliche Spannungen hervor und nicht selten kam es deshalb zu Ausschreitungen. Das war ausschlaggebend für die realistische Epoche. In ihr werden bestimmte Dinge des Alltags im wesentlichen betrachtet. Auch das Weltbild der Kirche rückte dabei weiter in den Hintergrund. Fortschritt und Technik standen im Vordergrund. Dazu kamen weitere Erkenntnisse im naturwissenschaftlichen Bereich.

Die gesamte Bevölkerung stand vor neuen Werten und das Denken über bisher Bestehendes wurde komplett verändert. Dabei hatte die realistische Epoche besonders zwischen den Jahren 1848 bis 1890 große Einflüsse und Auswirkungen auf die Literatur Europas. Ausgelöst durch die Märzrevolution im Jahre 1848 hatten die Künstler keine andere Möglichkeit als ihr Denken zu ändern.

Die Merkmale der verfassten Texte

Besonders starkes Merkmal dieser Epoche ist, das nicht mehr die Reichen und Schönen in den Vordergrund gerückt werden, sondern Bauern und Kaufleute. So finden sich viele Texte aus dieser Zeit in kleinen Dörfern und Städten wieder. Das Licht wird auf die Bedürftigen und normalen Menschen gerichtet. Die Politik wurde dabei absichtlich außen vor gelassen. Auch die gesellschaftlichen Spannungen wurden nicht weiter beleuchtet. Die Geschichten, Novellen und Romane dienten dabei als gesellschaftlicher Gegenpol und brachten die Menschen dazu Dinge anders zu betrachten und in gewisser Weise aus dem Alltag zu fliehen, um Verbündete zu finden. Dabei werden die Ereignisse dieser Zeit kommentarlos nieder geschrieben, sodass der Leser seine eigenen Gedanken schweifen und einfließen lassen kann. Die Literatur diente dabei in erster Linie dazu eine Verbindung zwischen Kunst und Leben herzustellen. Die wichtigste Frage war also für die Künstler ob das Thema, beziehungsweise die Geschichte wirklich so hätte stattfinden können. Die Texte wurden oft mit Rahmenhandlungen versehen. Das bedeutet ein Erzähler wurde in den Text reingebracht, um eine Nähe und Spannung zwischen Leser und Buch herzustellen. Der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft rückt in dieser Epoche in den Vordergrund und wird beleuchtet.
Denn für Realisten stand besonders die einzelne Person im Mittelpunkt. Detailtreue und ein zurückgestelltes Schönheitsempfinden sind dabei ebenso wichtig gewesen, damit ein Text der realistischen Epoche zugeordnet wurde. Es fand eine klare Abtrennung zum Naturalismus statt, auch wenn sich beide ähnelten.

Die Lyrik

In den vorhergehenden Epochen hat sich die Literatur von der alltäglichen Sprache entfernt. Die realistische Epoche bildete dazu einen Gegenpol und brachte beide wieder näher zusammen. Besonders Dinggedichte die sich auf das wesentliche beziehen kommen verstärkt zum Einsatz. Doch auch Gedichte die das Wesentliche beleuchten. Dabei wird das Überladen oder das Schmücken von Texten abgelehnt. So schreibt zum Beispiel Arthur Schopenhauer:
„Die Welt ist die Äußerung einer unvernünftigen und blinden Kraft; in ihr zu leben heißt leiden.“ Er bricht seine Gedanken also auf das Nötigste herunter und formuliert es in einer Alltagssprache ohne besondere Wortwahl. Ebenfalls gut ersichtlich wird dabei das die Realität nicht in die Gedichte eintaucht, sondern vielmehr der poetische Ausdruck als Spiegel fungiert. Auch Balladen kommen zum Einsatz. Meist mit einem Held im Mittelpunkt der Handlung, wobei auch dort Ausnahmen gemacht wurden. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf Theodor Fontane mit seinem Stück, John Maynnard.

Romane, Novellen, und Geschichten

Diese Textgattungen kamen am meisten zum Einsatz in der realistischen Epoche. Dabei werden diese in 3 Arten unterschieden. Es gibt die Entwicklungsromane, historischen Romane und gesellschaftlichen Romane.

Letzteres wurde im Gegensatz zu den ersten beiden nicht so oft geschrieben. Auch sogenannte Reiseliteratur in der bestimmte Orte, Begebenheiten und Wege dargestellt werden bildet ein großes Feld in der realistischen Epoche. Historische Romane beleuchten dabei die revolutionäre Zeit äußerst detailreich und bilden ein Bindestück zu den gesellschaftlichen Romanen. Die bekanntesten Novellen aus dieser Zeit sind, „Kleider machen Leute“ und „Der Schimmelreiter„.

Das Drama

Dramen spielen in dieser Epoche keine besondere Rolle. Sie treten vielmehr in den Hintergrund und werden von Geschichten und Gedichten abgelöst. Es gibt nur wenige Stücke die dieser Epoche zugerechnet werden.
Das Verlangen der Menschen war in dieser Zeit, die ohnehin von Dramen geprägt wurde einfach nicht so groß danach. Neben den realen Problemen tauchte man durch Bücher lieber in die Welten von Personen ein, die mehr Glück hatten als man selbst. Auch Aufführungen die keine Dramen waren wurden besser aufgenommen und damit auch häufiger besucht und gekauft. Vereinzelte Dramen traten trotzdem durch und machten sich einen Namen, wie zum Beispiel Agnes Bernauer. Dieses Stück wird auch heute noch häufig gespielt.

Bekannte Schriftsteller

Die Liste der bekannten Schriftsteller ist lang. Unter ihnen findet man Theodor Fontane, Gustav Freytag und Gottfied Keller. Auch in Frankreich gab es viele realistische Künstler. So unter anderem Stendhal und Émile Zola. Russland, England und Tschechien waren ebenfalls an der realistischen Epoche beteiligt.

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