Richtig Trost spenden – das sollten Sie wissen

Einen guten Freund oder auch einen lieben Menschen zu trösten ist keine leichte Aufgabe. Elend und Schicksal von Anderen macht viele von uns hilflos.
Jeder tut sich schwer, liebe und tröstende Worte zu finden. Wie aber kann jemand trösten oder helfen?

Verluste, Kummer, Schmerz und Krisen von anderen bringen uns am Ende in Kontakt mit allen unseren eigenen Ängsten, dies erschwert das Trösten.

Warum das Trösten schwerfällt

Alle Menschen sind soziale Wesen. Deswegen sind Menschen Emphatisch, empfänglich für eine seelische Verfassung von anderen Mitmenschen.
Wenn nahestehende unglücklich und verzweifelt sind, so gerät auch unser Gleichgewicht ins Wanken.
So reagieren alle mit Betroffenheit, Traurigkeit, Unsicherheit, Verzweiflung, Schuldgefühlen, Mitgefühl, Mitleid, Angst und Hilflosigkeitsgefühlen.

Die Betroffenheit und die Unsicherheit sind dann umso stärker,

  • je mehr man sich in einen Trauernden oder Verzweifelten hineinversetzt und ihm nahestehet.
  • je intensiver man sich ausmalt, wie es einem in einer solchen schwierigen Situation gehen würde.
  • je weniger Lösungen für solche Probleme von den Betroffenen erkannt werden können.

Durch die Betroffenen und dessen Leid kommen wir am Ende mit allen unseren Ängsten in Berührung. Plötzlich rückt eine Möglichkeit, dass so eine schwierige Situation auf uns zukommen könnte, sehr viel näher. Wenn es einen Freund oder Nachbarn trifft, dann könnten wir letztlich dasselbe Schicksal erleiden. Sollten wir in der Vergangenheit genauso einen geliebten Menschen verloren haben, dann kann so eine Begegnung mit einem Trauernden wieder die eignen Schmerzen und Gefühle hervorholen, die man schon längst überwunden hat.

Richtig Trost spenden

Es gibt keine 100 % richtige Reaktion um Trost zu spenden. Ein Trösten sollte aber auch auf keinen Fall so verstanden werden, jemanden vor dem weinen zu schützen.
Ebenso bedeutet Trost spenden auch nicht, dass ein Getrösteter nach dem tröstenden Gespräch wieder glücklich durch sein Leben geht.

Der Trost besteht aus unterschiedlichen Teilen:

  1. einem Betroffenen das Recht auf Gefühle einräumen, diesen verstehen, dieser darf weinen oder darf ängstlich, verbittert, traurig sein
  2. das Bemühen, zu verstehen, weshalb ein Betroffener verzweifelt und deprimiert ist
  3. einem Betroffenen ein Gefühl geben, dass jemand für ihn da ist, wenn er es braucht
  4. mit einem Betroffenen nach neuen Wegen suchen, wie dieser mit seinem Verlust besser umgehen kann.

Für den Betroffenen kann es helfen,

  • diesen konkret zu fragen: wie es ihm geht. Was genau kann man tun, um ihn zu helfen? Man sollte auf jeden Fall, alle gemachten Versprechungen einhalten.
  • diesen durch nonverbale Signale zeigen, dass man bei ihm ist, es hilft ihn unsere Hand auf seine Schulter oder seine Hand zu legen oder ihn in unsere Arme zu nehmen.
  • diesen immer wieder mal anzurufen und fragen, ob man etwas tun kann, für ihn. Ihm Unterstützung geben, beim Einkaufen, bei Behördengängen, etc. dies kann ihm das Gefühl vermitteln, am Ende nicht ganz alleine zu sein.
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Eine Devise beim Trösten heißt: zuhören, reden, Berühren, emotionale Wärme spenden und richtig handeln.

Solche Verhaltensweisen sind aber keine Garantie, dass einem Betroffenen tatsächlich die richtige Hilfe zukommt.
Den jeder Mensch reagiert am Ende anders, stellt sich Hilfe auch ganz anders vor und braucht auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Unterstützungen.
Mal braucht dieser vielleicht nur eine Umarmung, aber zu einem anderen Zeitpunkt braucht dieser nur einen schweigenden Zuhörer oder aber auch einen Begleiter, welcher ihn an seine Hand nimmt und aufmuntert.

Wichtig ist es zu wissen: es ist auch in Ordnung, sich selber und auch dem anderen einzugestehen, dass man sich auch hilflos, ohnmächtig oder überfordert fühlt. Aber es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen.

Wie ein Getrösteter reagieren kann

Ein Betroffener durchläuft nach seinem Schicksalsschlag oder seiner Krise unterschiedliche Phasen: erst einmal verleugnet dieser meist einen Tod, eine Erkrankung oder eine neue Situation. Dieser steht unter Schock!

Dann aber brechen alle Gefühle auf und dieser verspürt dann Verzweiflung, Schuldgefühle, Ängste, und Wut. Dann aber lernt dieser, seine Situation anzunehmen und sein neues Gleichgewicht zu finden.

Je nach der Phase indem sich ein Betroffener befindet, wird dieser anders auf unsere Versuche und das trösten reagieren. Es kann auch sein, dass dieser nicht mal über seine Situation sprechen will.Dieser wird bisweilen auf die tröstenden Worte mit einer Verbitterung, Gereiztheit oder Aggressivität reagieren.

Es kann passieren, dass bei Verabredungen mit einer kurzfristigen Absage geantwortet wird oder einfach während eines Telefonates der Hörer aufgelegt wird.
Alle solche Reaktionen haben aber nichts mit uns zu tun, aber mit der momentanen seelischen Verfassung des Trauernden.

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