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Richtige Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede – Anleitung & Beispiele

Richtige Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede

Möchten Sie eine Geschichte oder ein Märchen verfassen, kommen Sie um die wörtliche Rede nicht herum. Sie wird im Allgemeinen Sprachgebrauch auch direkte Rede genannt. Die wörtliche Rede gibt einem Text einen anschaulichen und lebendigen Stil. Auch bei Romanen oder Zeitungsartikeln ist diese häufig zu finden. Um die wörtliche Rede richtig anzuwenden, wird Ihnen im nachfolgenden Text ausführlich erklärt, auf was Sie bei der Zeichensetzung achten müssen und welche Ausführungen der wörtlichen Rede es gibt. Anhand von Beispielen lässt sich dies am Besten verdeutlichen.

Das Wichtigste zum allgemeinen Verständnis

Die wörtliche Rede ist das, was jemand in einem Text sagt oder denkt. Wichtig ist hierbei bestimmte Redezeichen zu verwenden, die nachfolgend genauer beschrieben werden. Das Gesprochene muss sich immer in Anführungsstrichen (Gänsefüßchen) befinden. Anführungsstriche oben bedeuten, dass jemand fertig gesprochen hat. Anführungsstriche unten hingegen, zeigen auf, dass jemand anfängt zu reden. Des Weiteren sind Großbuchstaben oder Satzzeichen wie Komma und Doppelpunkt richtig zu setzen. Die wörtliche Rede wird immer von einem sogenannten „Begleitsatz“ begleitet. Insgesamt gibt es drei Varianten der wörtlichen Rede: mit nachgestellten Begleitsatz, mit vorgestelltem Begleitsatz und mit eingeschobenen Begleitsatz. Der Begleitsatz wird auch häufig Redebegleitsatz genannt, weil er die wörtliche Rede begleitet. Dieser wird dennoch als eigenständiger Teil eines Satzes verstanden. Allgemein lässt sich sagen, dass der Beginn der wörtlichen Rede immer groß geschrieben wird. Die wörtliche Rede ist in Aussagen mit Beendigung mit einem Punkt, Ausrufen mit Beendigung mit einem Ausrufezeichen oder Fragen mit Beendigung mit einem Fragezeichen möglich.

Wörtliche Rede mit vorgestelltem Begleitsatz

Beispiel:

Michelle sagt: „Ich finde das Wetter heute sehr schön. Vielleicht haben meine Eltern Lust eine Fahrradtour zu machen.“

Die wörtliche Rede (das Gesprochene) ist in diesem Satz: „Ich finde das Wetter heute sehr schön. Vielleicht haben meine Eltern Lust eine Fahrradtour zu machen.“ Sie wird mit Anführungsstrichen unten eingeleitet und endet mit Anführungsstriche oben. Die wörtliche Rede wird mit dem Sprechverb „sagt“ eingeleitet. In diesem Fall besteht die wörtliche Rede aus zwei Sätzen. Jeder Satz wird mit dem Satzzeichen, dem Punkt, beendet, da es sich um Aussagesätze handelt. Handelt es sich um einen Aufforderungssatz wie: „Lasst uns doch heute eine Fahrradtour unternehmen!“ wird der Satz mit einem Ausrufezeichen beendet. Nachstehend folgen noch die Anführungszeichen oben. Der Beginn der wörtlichen Rede wird wie schon erwähnt groß geschrieben. Der Begleitsatz ist in diesem Satz: Michelle sagt. Am Ende des Begleitsatzes steht ein Doppelpunkt. Im Begleitsatz steht die Sprecherin Michelle.

Weitere Bespiele:

  • Michelle fragt: „Kannst du mir Geld leihen?“
  • Dieter sagt: „Was für eine schöne Blume!“
  • Norbert sagt: „Ich denke ich bekomme das hin.“

Wörtliche Rede mit nachgestelltem Begleitsatz

Beispiel:

„In Berchtesgaden kann man viel entdecken“, sagt meine Tante Gudrun.

Bei dieser Variante steht der Begleitsatz: „sagt meine Tante Gudrun“ hinter der wörtlichen Rede: „In Berchtesgaden kann man viel entdecken“. Zu beachten ist hier allerdings, das anders wie bei der wörtlichen Rede mit vorgestelltem Begleitsatz, der Satz mit einem Komma getrennt wird. Dieses steht nach der wörtlichen Rede. Die Anführungszeichen bleiben wie gehabt vor und nach der wörtlichen Rede. Der Begleitsatz endet mit einem Punkt.

Weitere Bespiele:

  • „Wie viel kostet ein Ticket?“, fragt Susanne.
  • „Komm heute aber nicht zu spät!“, sagt Sascha.
  • „Ich kenne niemanden der Jonglieren kann“, sagt Manfred.

Wörtliche Rede mit eingeschobenem Begleitsatz

Beispiel:

„Bitte lass uns heute nicht zu spät ins Bett gehen“, sagt Andre, „weil ich morgen früh aufstehen muss!“

An diesem Beispiel lässt sich verdeutlichen, wie ein eingeschobener Begleitsatz verwendet werden kann. Wenn das Gesagte sehr lang ist, wie hier, wird der Begleitsatz am Ehesten eingeschoben. Bei der Ausführung steht nach dem ersten Teil der wörtlichen Rede und vor dem zweiten Teil der wörtlichen Rede ein Komma. Der erste Teil ist hier: „Bitte lass uns heute nicht zu spät ins Bett gehen“ und der zweite Teil: „weil ich morgen früh aufstehen muss!“. Der Redebegleitsatz „sagt Andre,“ steht zwischen diesen beiden Teilen der wörtlichen Rede.

Weitere Bespiele:

  • „Wie“, fragt Hans, „kannst du es wagen?“
  • „Wenn die Sonne aufgeht“, meint Joseph, „kräht der Hahn immer sehr laut!“
  • „Ich kann nicht einschlafen“, sagt Franz, „da die Nachbarn feiern.“

„Unechter“ eingeschobener Begleitsatz

Beispiel:

„Das Prinzip ist einfach!“, sagt Karl. „Einfach von links nach rechts schreiben!“
Manche Redebegleitsätze können den Anschein machen, dass Sie eingeschoben sind. Anhand dem Beispiel sieht man jedoch, dass der letzte Teil: „Einfach von links nach rechts schreiben!“, ein eigenständiger Satz ist und davor wörtliche Rede mit nachgestelltem Begleitsatz („Das Prinzip ist einfach!“, sagt Karl.) steht.

Weitere Bespiele:

  • „Was möchtest du von mir?“, fragt Daniel. „Lass mich bitte in Ruhe!“
  • „Endlich geht die Sonne auf!“, sagt Guido. „Das Warten hat ein Ende!“

Wie Sie sehen lässt sich die wörtliche Rede auf unterschiedliche Weise anwenden und die dafür benötigte Zeichensetzung ist gar nicht mal so schwer umzusetzen.

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