Romulus der Große – Inhaltsangabe / Zusammenfassung

In Friedrich Dürrenmatts Drama „Romulus der Große“, das 1949 verfasst und in Basel uraufgeführt wurde, dreht sich alles um den Untergang des Römischen Reiches und den letzten römischen Kaiser Romulus. Dabei umfasst diese Komödie einen Zeitraum von 24 Stunden, vom 15. Bis 16. März des Jahres 476.

Erster Akt – Die Bedrohung Roms durch die Germanen

Am Morgen des 15. März 476 kommt Spurius Titus Mamma verletzt in die Sommerresidenz von Kaiser Romulus, um ihm eine Nachricht aus Pavia zukommen zu lassen. Pavia ist gefallen und Rom droht, von den Germanen überfallen zu werden. Die beiden Wachen und Bediensteten Pyramus und Achilles wollen ihn allerdings erst zum Kaiser vorlassen, nachdem er einen Termin vom Innenminister bekommen hat. Außer sich darüber, dass deswegen womöglich das römische Reich zusammenbrechen wird, weil er die Nachricht nicht rechtzeitig überbringen konnte, geht Spurius Titus Mamma von dannen.

Anschließend tritt Kaiser Romulus Augustus auf und will den Wachen die Iden des Märzes übergeben. Dabei handelt es sich um den Brauch, den Bediensteten Geld zu geben, um die eigene Ermordung zu verhindern. Der Finanzminister ist jedoch samt Staatskasse geflohen, wodurch dem Kaiser nur übrig bleibt, seine Diener mit den goldenen Blättern seines Lorbeerkranzes zu entlohnen.

Der Kaiser genießt sein Morgenmahl – die Eier aus seiner Hühnerzucht –, als der Innenminister Tullius Rotundus ins Zimmer stürzt, um Spurius Titus Mamma mit seiner Nachricht anzukündigen. Da dieser zwei Tage und Nächte durchgereist ist, um seine Nachricht von der Bedrohung Roms zu überbringen, will der Kaiser diesen allerdings erst ausschlafen lassen. Als die Kaiserin Julia dazukommt und davon erfährt, versucht diese vergeblich, ihren Mann dazu zu überreden, die Nachricht sofort zu empfangen.

Erst als der Kriegsminister Mares verlangt, die unglückliche Nachricht von Spurius Titus Mamma zu hören, schließt der Kaiser daraus, dass Pavia gefallen ist. Als Zeno, der oströmische Kaiser, in das Geschehen platzt und Kaiser Romulus um Asyl bittet, weil seine Schwiegermutter sich mit den Germanen verbündet hat, kommt auch Kriegsminister Mares erneut dazu. Mittlerweile marschieren die Germanen direkt auf Rom zu. Sowohl Zeno als auch Mares und Julia verlangen von Romulus, das Reich gegen diese Bedrohung zu schützen. Kaiser Romulus nimmt aber auch diese Nachricht gelassen hin und weigert sich, etwas zu tun.

Kurz darauf erscheint der Innenminister mit dem vermögenden Hosenfabrikant Cäsar Rupf. Dieser hat mit dem Germanenanführer Odoaker gesprochen, da er durch die Germanen zu seinem Reichtum gekommen ist, und bietet nun an, Odoaker durch eine große Geldsumme von einer Besetzung Roms abzuhalten. Allerdings ist Cäsar Rupf nur dann bereit, diese Summe zur Verfügung zu stellen und damit das Römische Reich zu retten, wenn er Romulus‘ Tochter Prinzessin Rea heiraten kann. Dies verweigert Romulus. Lieber soll das Reich untergehen. Dafür wird er von Spurius Titus Mamma als eine Schande von einem Kaiser bezeichnet und auch seine eigene Frau hält dies für eine Schande und schämt sich für ihren Mann.

Zweiter Akt – Der Einmarsch der Germanen in Rom

Es ist der Nachmittag des 15. März 476. Vor der Villa des Kaisers sind Schmutz und freilaufende Hühner zu sehen und germanische Parolen zieren die Wände. Während die Germanen, die Rom eingenommen haben, die Archive verbrennen, besprechen der Innenminister und der Kriegsminister, der mittlerweile Reichsmarschall ist, die Lage. Der Innenminister schlägt vor, nach Sizilien zu flüchten, um dort eine Flotte aufzubauen, allerdings gibt es kein Staatsgeld, das dieses Vorhaben finanzieren könnte. Zudem gibt Spurius Titus Mamma zu bedenken, dass man dort zwar vor den Germanen sicher sein mag, da diese keine Flotte besitzen, Rom jedoch auch nicht.

Unterdessen kehrt Ämilian, der Verlobte von Prinzessin Rea, zurück nach Rom. Drei Jahre war er bei den Germanen Kriegsgefangener und ist nun so mitgenommen, dass seine Verlobte ihn erst erkennt, als er ihr seinen Ring zeigt. Die anderen Anwesenden ignorieren Ämilian und kümmern sich lieber darum, ein Schiff für die geplante Flucht nach Sizilien zu besorgen.

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Als Ämilian erfährt, dass Rom keine Soldaten mehr hat, Cäsar Rupf jedoch bereit ist, durch sein Geld das Römische Reich zu retten, überredet er Rea dazu, der Forderung von Cäsar Rupf nachzugeben und der Heirat zuzustimmen. Kaiser Romulus, der Ämilian auf Anhieb erkannt hat, ist jedoch immer noch dagegen und weigert sich, seine Zustimmung zu geben. Nach einem Dialog zwischen den beiden endet der Akt mit Ämilians Worten: „Dieser Kaiser muss weg.“

Dritter Akt – Aussprachen mit dem Kaiser Romulus

Im dritten Akt des Dramas kommt es zu diversen Aussprachen mit Kaiser Romulus. Als dieser sich für die Nacht zurückziehen will, kommen nacheinander seine Frau Julia, seine Tochter Rea und Ämilian auf ihn zu. Mit Ausnahme des Kaisers haben alle beschlossen, nach Sizilien zu fliehen.

Bevor sie nach Sizilien aufbrechen, verabschiedet sich Kaiserin Julia von ihrem Mann und gemeinsam blicken sie auf ihre Zweckehe zurück. Dabei erkennen die beiden, dass Julia lediglich aus Machtgier Kaiserin geworden ist, während Romulus von Anfang an das Römische Reich in den Untergang treiben wollte.

Als Romulus anschließend mit seiner Tochter redet, bittet diese ihn erneut um seine Zustimmung für ihre Heirat mit Cäsar Rupf. Zwar liebt sie Ämilian über alles, will jedoch das Reich retten und ist dafür bereit, diese Heirat einzugehen. Daraufhin erklärt Romulus ihr, dass die Liebe zu einem Menschen wertvoller und wichtiger ist als die Liebe zum Vaterland. Er überzeugt seine Tochter davon, bei Ämilian zu bleiben und verabschiedet sich von Rea, da er sich selbst opfern will, um damit auch Rom zu zerstören.

Kurze Zeit später erscheint Ämilian im Schlafzimmer des Kaisers, mit dem Romulus nach anfänglichem Zögern auf die Gerechtigkeit anstößt. Dabei tritt er dem Innenminister versehentlich auf die Finger. Dieser hat sich unter dem Tisch versteckt. Daraufhin kommen alle wichtigen Männer des Hofes, darunter Zeno, Romulus‘ Koch und Spurius Titus Mamma, aus ihren Verstecken in dem Gemach des Kaisers. Alle halten Dolche in ihren Händen, mit denen sie ausholen, um Kaiser Romulus zur Rechenschaft zu ziehen und ihn zu erdolchen.

Nach der Aussprache zwischen Romulus und Ämilian gibt Letzterer den Befehl, Romulus zu ermorden, woraufhin sich alle Anwesend diesem nähern. Bevor sie jedoch zum entscheidenden Schlag ausholen können, werden sie von dem Ruf, dass die Germanen kommen, zurückgehalten. Panisch fliehen die Verschwörer. Lediglich Kaiser Romulus und seine beiden Diener Pyramus und Achilles bleiben zurück.

Vierter Akt – Das Ende des Römischen Reiches

Am Morgen des 16. März 476 berichten Pyramus und Achilles dem Kaiser, dass seine Familie und die anderen bei ihrer Flucht nach Sizilien ertrunken sind. Obwohl ihn der Verlust von Rea und Ämilian schmerzt, bleibt er ruhig und erwartet besonnen seinen eigenen Tod. Seine Diener entlässt er, während er allein auf die Germanen wartet. Als Odoaker, der Germanenanführer, schließlich das Zimmer betritt, unterhalten sich die beiden über ihre gemeinsamen Interessen: die Hühnerzucht.

Obwohl Romulus seine Hinrichtung erwartet, tut Odoaker ihm diesen Gefallen nicht. Stattdessen will er sich Romulus unterwerfen. Gemeinsam will er mit Romulus für eine bessere Welt kämpfen und versucht ihn davon zu überzeugen, dass das bevorstehende Reich der Germanen nur ein ebenso kriegerisches und blutiges werden würde wie es Rom war, wenn Romulus seine Unterwerfung nicht akzeptieren würde.

Als Kaiser Romulus ihn ersucht, ihn endlich zu töten, weigert sich Odoaker immer noch, diesem Flehen nachzugeben. Um das Ganze zu beenden, lässt er Romulus seine Pensionierung ausrufen und nimmt dessen Lorbeerkranz entgegen und lässt sich zum König von Italien ernennen. Die hinzugekommenen Germanen bejubeln diesen Verlauf. Damit ist Romulus‘ Plan, die Vernichtung des Römischen Reiches zu erreichen, gescheitert.

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