Saldierungsverbot in ReWe leicht erklärt + Beispiel

Als Saldierung wird eine Verrechnung bezeichnet. Ein Saldierungsverbot ist folglich ein Verrechnungsverbot. Dieses Verbot ist in § 246 HGB festgelegt. Es gehört zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB), die sich mit der Vollständigkeit der Unterlagen befassen.

Gesetzliche Grundlage

Absatz 2 des § 246 HGB informiert detailliert, worauf sich das Saldierungsverbot bezieht:
– Posten der aktiven Bilanzseite dürfen nicht mit Posten der passiven Bilanzseite verrechnet werden
Aufwendungen dürfen nicht mit Erträgen verrechnet werden
– Grundstücksrechte dürfen nicht mit Grundstückslasten verrechnet werden

Der Gesetzgeber lässt einige Ausnahmen dieses Saldierungsverbot zu, die ebenfalls im HGB zu finden sind.
– § 274 Abs. 1: aktive und passive latente Steuern dürfen saldiert werden
– § 276 Abs. 1: Kleinen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften ist es erlaubt in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ein saldiertes Rohergebnis auszuweisen
– § 246 Abs. 2: Vermögensgegenstände die ausschließlich der Verrechnung von Pensionsrückstellungen dienen, sind mit diesen zu verrechnen.

Beispiel

Würden Unternehmen Forderungen und Verbindlichkeiten direkt verrechnen, würde die offen gelegten Zahlen in der Bilanz ein falsches Bild vermitteln.

Forderungen gegenüber Kunde „Muster“: 200.000,00 Euro
Verbindlichkeiten gegenüber Lieferant „Beispiel“: 250.000 Euro

Bei einer Saldierung verblieben lediglich 50.000 Euro Verbindlichkeiten. Da aber das Geld von Kunde „Muster“ noch nicht tatsächlich eingegangen ist, entspricht dies nicht der realen Vermögenslage des Unternehmens. Daher sind in der Bilanz die Posten einzeln mit ihren entsprechenden Summen aufzuführen.

Eine mögliche Ausnahme definiert das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) im § 387: Ist Kunde und Lieferant identisch, dürfen Forderungen und Verbindlichkeiten verrechnet werden.

Forderungen gegenüber Kunde „Muster“: 200.000,00 Euro
Verbindlichkeiten gegenüber Lieferant „Muster“: 250.000 Euro
Saldierung = verbleibende Verbindlichkeiten „Muster“: 50.000 Euro

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