Schuldenkonsolidierung in BWL leicht erklärt + Beispiel

Die Schuldenkonsolidierung (§ 303 HGB) stellt eine Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Konzernabschluss dar. Eine Verrechnung findet statt, wenn Unternehmen aus dem Konsolidierungskreis untereinander Lieferungen und Leistungen ausgetauscht haben. Da im Konzernabschluss alle beteiligten Unternehmen als ein einziges Unternehmen dargestellt werden, darf eine „Selbstbelieferung“ nicht dargestellt werden und somit sind die Posten Forderungen und Verbindlichkeiten zu konsolidieren, indem die Beträge, die sich auf internen Geschäftsbeziehungen beziehen eliminiert werden.
Sind die zu eliminierenden Beträge unwesentlich, erlaubt § 303 Abs. 2 HGB den Verzicht auf die Schuldenkonsolidierung.

WELCHE BILANZPOSTEN SIND VON DER SCHULDENKONSOLIDIERUNG BETROFFEN

– Ausleihungen und andere Forderungen,
– Rückstellungen und Verbindlichkeiten
– Rechnungsabgrenzungsposten.
– Verbindlichkeiten (auch Anzahlungen und Anleihen)
– Haftungsverhältnisse
– Eventualverbindlichkeiten

WIE ERFOLGT DIE SCHULDENKONSOLIDIERUNG

ERFOLGSNEUTRALE AUFRECHNUNG

Eine erfolgsneutrale Aufrechnung liegt dann vor, wenn in den zwei beteiligten Unternehmen eine reine Forderung-Verbindlichkeit-Beziehung besteht.

BEISPIEL

Unternehmen „Muster“ hat an Unternehmen „Beispiel“ Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen von 10.000 Euro. Unternehmen „Beispiel“ weist den gleichen Betrag als Verbindlichkeit gegenüber verbundenen Unternehmen aus. Beide Unternehmen gehören zum Konsolidierungskreis, so dass in der Konzernbilanz eine Eliminierung der Forderung und Verbindlichkeit stattfindet. Die gleich hohen Beträge fallen somit durch die Schuldenkonsolidierung weg.

Da das Gewinn- und Verlustkonto (GuV) nicht berührt wird, handelt es sich um eine erfolgsneutrale Schuldenkonsolidierung.

UNECHTE AUFRECHNUNGSDIFFERENZEN

Werden Forderungen und Verbindlichkeiten zu unterschiedlichen Zeiten gebucht – etwa weil die Forderung bei Absendung der Lieferung im Unternehmen „Muster“ gebucht wird, bei Unternehmen „Beispiel“ aber erst drei Tage später als Verbindlichkeit, wenn die Lieferung eingegangen ist – entstehen Aufrechnungsdifferenzen. Im Zuge einer Intercompany-Abstimmung, bei der ein Abgleich der gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzernunternehmen stattfindet, werden diese Differenzen vermieden.

ERFOLGSWIRKSAME AUFRECHNUNG

Eine echte Aufrechnungsdifferenz ergibt sich, wenn einer Verbindlichkeit nicht eine Forderung gegenübersteht, sondern im zweiten betroffenen Konzernunternehmen ein erfolgswirksames Konto berührt wurde.

BEISPIEL

Konzernunternehmen „Muster“ hat die Forderungen gegenüber Konzernunternehmen „Beispiel“ erfolgswirksam abgeschrieben, da „Beispiel“ Zahlungsschwierigkeiten hat . Dies erfolgte durch die im HGB vorgesehenen Wahlrechte und durch das Imparitätsprinzip.

In der Bilanz des Unternehmens „Beispiel“ werden die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen weiterhin ausgewiesen. In der Bilanz des Unternehmens „Muster“ sind hingegen die Forderungen durch die Abschreibung nicht mehr ersichtlich. Eine erfolgswirksame Eliminierung muss im Rahmen der Schuldenkonsolidierung stattfinden.

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