Schwarzer Freitag 1929 – Weltwirtschaftskrise leicht erklärt

In Europa wurde am 25. Oktober 1929 bekannt, dass es einen großen Börsenkrach an der Wall Street in den USA gegeben hatte. Die Aktie Dow Jones ist einen Tag vorher in der New Yorker Finanzwelt enorm gefallen. So begann die Weltwirtschaftskrise. Diese führte zu einer großen Verschlechterung der Lage von Anlegern, Unternehmen und im Gesamten der weltweiten Wirtschaft.

Grund für den Börsenkrach

Der Begriff „die goldenen 20er Jahre“ sagt sicher vielen etwas. Die Wirtschaft von den USA befand sich im Aufschwung und war sehr vielversprechend. Der Index der Aktie Dow Jones erlebte ein rasantes Wachstum. Innerhalb kurzer Zeit stieg der Indes von 100 auf 331 Punkte, was der Rekordstand gewesen ist.

Die Menschen waren sehr leichtgläubig und vertrauten auf einen ewigen Aufschwung. Viele Menschen wollten etwas vom Aufschwung haben und legten ihr Geld in die unterschiedlichsten Aktien an. Nicht alle Menschen konnten es sich nicht leisten bei der Börse etwas anzulegen. Daher gingen sie zu den Banken um Kredite zu erhalten, in der Hoffnung diese durch den Gewinn der Aktien wieder zurückzahlen zu können. So an der Börse einzusteigen war selbstverständlich sehr riskant. Wenn sich die Anleger verspekulierten konnten sie alles verlieren und der Kredit konnte mehr nicht zurückgezahlt werden. Zu dieser Zeit waren die Menschen aber sehr positiv gestimmt, weil die wirtschaftliche Lage sehr gut aussah. Daher wurden es immer mehr Unternehmer und auch Menschen, die mit Krediten in die Börse einstiegen. Daraus entwickelte sich eine Spekulationsblase. Diese wurde stetig immer größer.

Wachsende Unsicherheit und Angst

Im Oktober 1929 erkannten die Menschen, wie riskant ihre Situation wirklich ist. Das enorme Wachstum des Dow Jones Aktienindex nahm ein abruptes Ende. Dies führte zum Schluss zu einer wachsenden Angst bei den Anlegern aufgrund von hohen Verlusten ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen zu können. Die Menschen hörten auf ihr Geld in Aktien anzulegen. Die Angst und Unsicherheit wuchs weiterhin stetig. Aus diesem Grund erfolgte sicherheitshalber am 23.10.1929 eine Absperrung der Wall Street durch die Polizei.

Der Absturz

Am 24.10.1929 passierte es dann. Die Menschen gerieten in Panik und begannen ihre Aktien zu verkaufen. Dabei achtete niemand auf den Preis. Dadurch sank der Index der Aktie Dow Jones noch mehr. Ein weiteres Resultat dieser Anlegerpanik war ein Zusammenbruch des Handels. Die Menschen wollten nicht so viele Verluste haben und wollten daher alle Wertpapiere so schnell wie möglich veräußern. Zu dieser Zeit konnte so ein Verhalten durch eine Börsenaufsicht nicht verhindert werden, da es so etwas noch nicht gab. Es gab aber Banken, welche durch ihr beherztes Eingreifen noch schlimmeres verhindern konnten. Diese Banken begannen viele Aktien aufzukaufen.

Der schwarze Freitag

Die Geschehnisse des Schwarzen Donnerstag sind erst am Folgetag (25.10.) in Europa bekannt geworden. Nur deshalb ist hier der Begriff „Schwarzer Freitag“ bis heute gebräuchlich. Die europäische Börse ging davon aus, dass die Anleger der USA in europäische Aktien investieren würden.
In den USA fielen aber die Kurse der Aktien immer weiter. Das ging soweit, dass es keine Deckung mehr für die Kredite gab. Die Banken wollten ihr Geld wieder haben, wodurch die Anleger ihre Aktien verkauften, ohne dabei auf die Preise zu achten. Als dann am Dienstag einige Aktien 99 Prozent ihres Preises verloren und auch der Dow Jones nur noch bei 260 Punkten gewesen ist, folgte ein kompletter Zusammenbruch des Marktes. Leider war das alles noch nicht alles. Die Aktienkurse fielen immer weiter, als gäbe es keinen Boden.

Beginn der Weltwirtschaftskrise

Die Panik der Anleger breitete sich aus bis nach Europa. Auch hier begann nun das panische verkaufen der Wertpapiere, ohne auf Preise zu achten. Daher entstand auch in Europa ein Zusammenbruch der Märkte. Das war der Beginn der Weltwirtschaftskrise. Die Menschen hatten enorme Schulden, welche nicht zurückgezahlt werden konnten und auch viele Firmen konnten sich nicht mehr halten und mussten schließen. Keiner hatte mehr Vertrauen in die Wirtschaft. Daher dauerte es eine lange Zeit, bis dies (das Vertrauen) wieder ansteigen konnte. Die Rezession hatte ihren Tiefpunkt im Jahr 1932. In diesem Jahr ist der Index des Dow Jones bis auf 41 Punkte gesunken.

Auswirkung in Deutschland

Für Deutschland war die Weltwirtschaftskrise besonders hart. Es gab hier immer noch Schulden, welche durch den verlorenen Ersten Weltkrieg entstanden sind. Es wurde eine Sparpolitik eingeführt. Aber auch diese hatte nur negative Folgen. Die gesamte Nachfrage brach zusammen und die Warenpreise gingen drastisch zurück. Gleichzeitig wuchs die Arbeitslosigkeit auf bis zu 30 Prozent. Den Menschen ging es schlecht und sie litten. Daher war es nun alles andere als schwer, dass rechtsextreme Parteien die Bevölkerung am besten beeinflussen konnten. Immerhin wurde den Menschen Arbeit und Aufschwung der Wirtschaft zugesagt. Somit wuchs das Vertrauen in diese rechtsextreme Parteien immer mehr. Nur dadurch konnte Hitler 1933 überhaupt an die Macht gelangen.

Weitere Folgen

Der Tiefpunkt war erreicht und die Länder fingen an, sich zu überlegen mit welchen Maßnahmen die Wirtschaft wieder einen Aufschwung erleben könnte. Der damalige Präsident der USA Roosevelt versuchte es, in dem er den New Deal durchsetzte. Dies war ein Konzept, welches viele Reformen beinhaltet.
Hitler dagegen hatte für Deutschland andere Pläne, was schließlich zum Zweiten Weltkrieg führte. Auf der ganzen Welt gab es nun die Einführung von Börsenaufsichten. Auch die Kreditaufnahme wurde nun beschränkt und es war nicht mehr so einfach ein Darlehen zu erhalten. Weiterhin konnte nicht mehr unbeschränkt in Aktien investiert werden. Damit wollten die Länder das Risiko für weitere wirtschaftliche Krisen relativ gering halten.

Der Kondratjew-Zyklus

Auch in der heutigen Zeit herrscht wieder eine Weltwirtschaftskrise, nachdem sich die Wirtschaft eine Zeit lang wieder im Aufschwung befand.
Diese Theorie hat der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolei Kondratjew aufgestellt. Er glaubte, dass es immer nach einem wirtschaftlichen Aufschwung eine Krise/ Rezession geben wird.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass immer mehr neue Technologien entwickelt werden. In diese investieren dann die Menschen und Unternehmen immer mehr. Das führt wieder zu einem Anstieg der Aktienkurse. Daher gibt es dann immer mehr neue Investoren, die ihr Geld anlegen. Dies führt wiederum zu einer Spekulationsblase. Ist die Situation soweit gekommen, erfolgt zum Schluss wieder der Zusammenbruch.
Beispiele gab es im Jahr 1929, 2008 und auch jetzt aktuell. Es wird auch immer wieder so etwas passieren. Hierbei kann jedoch keiner sagen, wie die Gesellschaft und die Politik auf die nächsten Krisen reagieren werden.

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