Schweigeminute von Siegfried Lenz – Inhaltsangabe/Zusammenfassung

Die Novelle „Schweigeminute“ von Siegfried Lenz erschien im Jahr 2008 und behandelt die Liebesbeziehung zwischen dem achtzehnjährigen Schüler Christian und seiner Lehrerin Stella Petersen. Vielmehr geht es aber auch um Verlust und Tod, denn die Liebesgeschichte nimmt ein tragisches Ende, als Stella nach einem Bootsunglück im Krankenhaus ihren Verletzungen erliegt. Bei ihrer Gedenkfeier werden in Rückblenden die gemeinsamen Ereignisse aus Sicht von Christian erzählt.

Rückblenden einer Liebe, die endet, noch bevor sie richtig begonnen hat

Die Geschichte beginnt in der Schulaula eines Gymnasiums, wo eine Gedenkstunde für die verstorbene Lehrerin Stella Petersen stattfindet, die sowohl bei den Schülern als auch bei ihren Kollegen beliebt war. Als Klassensprecher wird Christian vom Schulleiter gebeten, einige Worte bei der Feier zu sagen. Allerdings sieht sich Christian dazu nicht im Stande und lehnt ab. Über Stelle sprechen vor all den Anwesenden sprechen zu müssen, schmerzt ihn zu sehr. Während er Stellas Foto betrachtet, das auf dem Podium aufgestellt ist, erinnert er sich zurück an die gemeinsamen Ereignisse.

In den Sommerferien hilft Christian seinem Vater, der Steinfischer ist, beim Bau eines neuen Wellenbrechers. Dabei werden sie von einer jungen Frau beobachtet, in der Christian sofort seine Englischlehrerin Stella Petersen erkennt. Da sich diese sehr für ihre Arbeit interessiert, lädt Christian sie auf ihr Schiff ein und bietet an, ihr die Stelle zu zeigen, bei denen sie die geeigneten Steine für die Wellenbrecher finden.

Als eine Regatta stattfindet, kann Stella diese von dem Schiff von Christians Vater aus beobachten. Aufgrund von Fallböen kentert dabei das Boot von Stellas Lieblingsschüler Georg Bisanz. Während Christian das Schiff seines Vaters „Katarina“ auf seinen Mitschüler zusteuert, um zu helfen, springt Stella von Bord und rettet Georg vor dem Ertrinken.

Erinnerung an erste Berührungen

Christian will sein Versprechen, die unterseeischen Steinfelder zu besichtigen, wahrmachen und macht sich gemeinsam mit Stella auf den Weg dorthin. Aufgrund des aufziehenden Gewitters stranden sie jedoch auf der „Vogelinsel“, wo sie Schutz vor Wind und Regen in der alten Hütte des Vogelwartes suchen. Hier kommt es zu einer ersten zaghaften Berührung.

Zufällig kommt Frederik der Bootsmann von Christians Vater mit der „Katarina“ auf den Strand zugefahren und bringt die beiden zu Stellas Hotel, wo Christian sie auf ihr Zimmer begleitet. Es kommt zum ersten Kuss und einer anschließenden Liebesnacht. Als sich Christian von Stella am nächsten Morgen verabschiedet, hält er sein Liebesgeständnis zurück, da es ihm zu kitschig erscheint.

Trennung auf Zeit und Zukunftspläne

Nach den Sommerferien, in der ersten Englischstunde, lässt sich Stella nichts von ihren gemeinsamen Ereignissen anmerken und distanziert sich, obwohl Christian gehofft hatte, ein Zeichen von Zuneigung geschenkt zu bekommen. Daraufhin fallen mehrere Englischstunden unbegründet aus.

Während Christian bei der Gedenkfeier klar wird, wie nahe ihm Stellas Tod geht und ihren Verlust schmerzlich spürt, erinnert er sich weiter zurück.

Als Christian beschließt, Stella daheim zu besuchen, trifft er dort auf ihren Vater. Zwar führt sie Christian auf ihr Zimmer, verweigert jedoch eine zärtliche Berührung, da sie ihre Liebesbeziehung und ihr eigentliches Lehrer-Schüler-Verhältnis getrennt halten möchte. Sie selbst zieht eine Versetzung in Betracht, da dies alles einfacher machen würde. Vor allem auch, weil sie einen Segelausflug mit einigen Freunden geplant hat, weswegen sie ein weiteres Treffen auch auf einen Zeitpunkt nach ihrer Rückkehr verschiebt.

Einige Tage später überrascht Christian Stella und fotografiert sie am Meer, wobei sie einige gewagte Posen einnimmt. Später erfährt Christians Mutter durch diese Fotos, dass die beiden ein Paar waren. Da ihre Freunde mittlerweile eingetroffen sind und sie am nächsten Tag ihren Segeltrip beginnen würden, verabschiedet Stella sich von Christian.

Da der Vogelwart sein Amt aufgeben will, kommt Christian die Idee, die alte Hütte auf der „Vogelinsel“ zu reparieren und herzurichten, um mit Stella dort eine gemeinsame Zukunft zu beginnen. In einem Brief an Stella unterrichtet er sie sogleich von seinem Plan. Statt den Brief abzuschicken, bewahrt Christian diesen jedoch vorerst auf und denkt über die Finanzierung des zukünftigen Zusammenlebens nach. Dafür überredet er seinen Vater, ihn für seine Hilfe zu bezahlen.

Unglück mit Todesfolge

Als das Schiff „Polarstern“, auf dem sich Stella mit ihren Freunden befindet, zurückkehrt, herrscht schlechtes Wetter. Das Schiff droht zu kentern, kann sich durch einen kräftigen Windstoß jedoch wieder fangen. Kurz darauf muss Christian mit ansehen, wie das Schiff gegen die Mole kracht und der Mast bricht und auf das Deck einschlägt. Dabei reißt er Stella und eine weitere Personen von Bord. Die Anwesenden schaffen es die beiden zu bergen. Daraufhin bemerkt Christian Stellas Kopfverletzung und würde sie am liebsten liebkosen, hält sich vor den Augen der Leute jedoch zurück. Als der Krankenwagen kommt, fährt er mit ins Krankenhaus.

Bei einem seiner Krankenhausbesuche, erfährt Christian, dass Stella ihren Kopfverletzungen erlegen und gestorben ist. Christian will diese Nachricht Stellas Vater überbringen, der jedoch schon davon in Kenntnis gesetzt wurde und dem Schüler einen weiteren Brief von Stella aushändigt. In diesem befindet sich ein Foto, auf dessen Rückseite ein einziger Satz steht: „Love, Christian, is a warm bearing wave.“

Der endgültige Abschied

Nach der Gedenkfeier, nimmt Christian das Foto von Stella als Andenken an sich. Von seinem Direktor wird er dabei beobachtet und angesprochen, der das Bild neben den anderen Porträts ehemaliger Lehrer aufhängen will, weswegen Christian es zurücklassen muss.

Stellas Wunsch war eine Seebestattung. Da auf dem Schiff des Bestattungsunternehmens kein Platz mehr frei ist, kann Christian an dieser nicht direkt teilnehmen. Stattdessen fährt er mit Frederik dem Schiff hinterher. Stellas Vater schüttet ihre Asche ins Meer.

Allein bleibt Christian eine ganze Weile auf der „Vogelinsel“ und besucht später den Kaffeegarten, in dem sich die Trauernden zu einem gemeinsamen Essen versammeln. Da sich Christian jedoch nicht zu ihnen setzen will, ergreift er die Möglichkeit, sich abzusetzen, als ein Schnellboot näherkommt, das ein Segelschiff mit gebrochenem Mast abschleppt.

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