Semiotisches Dreieck für Schüler leicht erklärt

Semiotisches Dreieck für Schüler leicht erklärt

Der Begriff „semiotisches Dreieck“ ist in sprachphilosophischen Texten oft zu finden. Daraus entsteht immer wieder die Frage: Was ist denn darunter zu verstehen?

Die Lehre von den Zeichen

Die Lehre von den Zeichen wird auch „Semiotik“ genannt. Semiotik kommt aus dem altgriechischen und bedeutet Zeichen oder auch Signal.

Überall in der menschlichen Kultur gibt es Zeichen. Sie finden sich in der Kunst in Bildern, in Schriften, aber auch im Straßenverkehr. Sie treten aber auch in der Mathematik oder in der Chemie auf. Diese Aufzählung ist unvollständig. Es sind nur Beispiele angeführt.
Zeichen sind keine moderne Erfindung. Die Menschen nutzten schon immer Zeichen, denken Sie nur an die Höhlenmalerei, die Himmelsscheibe von Nebra oder den Steinkreis von Stonehenge.

Semiotik als Wissenschaft der Zeichen wird auch manchmal Zeichentheorie genannt. Ganz allgemein kann gesagt werden: Gegenstand dieser Wissenschaft sind die betrachteten Zeichen, ihre Bedeutung und der dargestellte Sachverhalt.

Das semiotische Dreieck

Bereits die Philosophen in der Antike schufen sich zum besseren Verständnis ein Modell. Sie stellten in einem Dreieck, dessen Spitze nach oben zeigt, die entstehenden Beziehungen bildlich dar. In der zeitlichen Entwicklung der Semiotik als Wissenschaft wurde die Dreiteilung und Darstellung als Dreieck beibehalten, die Bezeichnung der Punkte A, B und C änderte sich öfter. Eine mögliche und auch heute noch gebräuchliche Darstellung in der Linguistik (Sprachwissenschaft) lautet:

  • Punkt A (linke Ecke) symbolisiert das Zeichen, das Wort
  • Punkt B (Spitze des Dreiecks) symbolisiert die Bezeichnung, den Begriff, die Bedeutung
  • Punkt C (rechte Ecke) symbolisiert den Sachverhalt

Betrachten wir den Punkt A. Das Zeichen, geschrieben als Buchstabenfolge „H-a-u-s“. In der Sprache kann es auch das gesprochene Wort (als Lautfolge) sein. Hier können Sie sich den Sprecher vorstellen. So spricht er zum Beispiel das Wort „Haus“.
Mit diesem Wort bezieht sich der Sprecher auf die Bezeichnung im Punkt B, den Begriff oder auch den Inhalt des Wortes „Haus“. (Ein Haus ist ein Bauwerk, es hat Wände, Türen, Fenster, ein Dach.)

Für den Hörer am Punkt C symbolisiert dies einen bestimmten Sachverhalt, der von dem Hörer abhängig ist. Der Hörer übersetzt das gehörte Wort „Haus“ innerhalb seiner Gedankenwelt. Unterschiedliche Hörer können dabei unterschiedliche Bilder vor ihrem inneren Auge sehen. Der Eine sieht ein einfaches Fachwerkhaus, das mit einem Strohdach gedeckt ist.

Der Andere sieht ein einstöckiges Steinhaus mit einem roten Ziegeldach. Ein Dritter sieht vor seinem inneren Auge vielleicht sogar einen ganzen Häuserblock mit vielen Wohnungen und mehreren Eingangstüren, oder er sieht vielleicht ein Hochhaus.
Voraussetzung ist jedoch, dass die Beteiligten aus einem gemeinsamen Sprachraum kommen, eine gemeinsame Sprache sprechen. Für einen Hörer mit einer anderen Muttersprache, der die deutsche Sprache nicht kennt, wird das deutsche Wort „Haus“ gar keine Bedeutung haben. Er wird den Begriff nicht verstehen. Für ihn symbolisiert es also keinen Sachverhalt, er kann sich darunter nichts vorstellen.

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