Silikatfarbe abtönen – Anleitung & Tipps

Silikatfarbe abtönen -

Sie möchten mit Silikatfarbe arbeiten und suchen eine Möglichkeit, diese abzutönen? Sie möchten allgemein mehr über die Eigenschaften von Silikatfarbe wissen? Dann finden Sie nachfolgend Informationen zu dieser besonderen Farbe und erhalten Tipps und Tricks zum Abtönen der Substanz.

Silikatfarbe – was ist das?

Silikatfarbe gehört zu den mineralischen Farben und besitzt nicht die gleichen Eigenschaften wie Dispersionsfarben. Mineralfarbe ist als Fachbegriff zu verstehen, der Anstrichstoffe bezeichnet, die sogenannte mineralische Bindemittel enthalten. Die Substanz, die für die Farbgebung verantwortlich ist, muss hingegen kein mineralisches Element besitzen. Unterschieden werden im Wesentlichen zwei Bindemittel, die mineralischen Ursprungs sind. Es werden Silikat oder Kalk als mineralische Substanzen zur Bindung genutzt.

Kalkbindemittel – welche Eigenschaften haben diese?

Kalkbindemittel sind in Mineralfarben zu finden und reagieren mit Wasser und Kohlendioxid. Die Reaktion der Substanzen führt zur Bildung von Karbonat. Der Prozess wird auch als Karbonatisierung bezeichnet.

Silikatbindemittel – welche Eigenschaften haben diese?

Bindemittel aus Silikat reagieren in Kontakt mit bestimmten mineralischen Oberflächen und unter Einwirkung von Kohlendioxid. Es werden in der Folge Kalziumsilikathydrate gebildet. Silikatbindemittel benötigen sogenannte mineralische Reaktionspartner. Als Silikatbindemittel werden Kaliwasserglas oder Kaliumsilikat genutzt.

Wo werden Mineralfarben eingesetzt?

Kalkbindemittel werden von privater Seite kaum verwendet, sondern werden eher im Lehmbau und in der Denkmalpflege genutzt. Die Farben mit Kalkbindemitteln sind nur geringfügig stabil unter Witterungseinflüssen. Mit Mineralfarbe ist häufig Silikatfarbe gemeint. Die Farben werden auf mineralischen Untergründen genutzt und enthalten häufig Kaliwasserglas als Bindemittel. Weitere Bezeichnungen für Silikatfarben sind Keimfarben oder Wasserglasfarben. Der Begriff Keimfarbe hängt mit dem Entwickler der Silikatfarbe, Adolf Wilhelm Keim, zusammen.

Silikatfarbe – welche Eigenschaften besitzt sie?

Silikatfarbe besitzt einen anderen pH-Wert als herkömmliche Dispersionsfarbe. Des Weiteren trocknet Silikatfarbe anders als Dispersionsfarbe und sollte nur auf mineralischen Untergründen genutzt werden. Zudem können im Baumarkt erhältliche und als handelsüblich zu bezeichnende Abtönfarben nicht mit Silikatfarben gemischt werden.

Wieso benötigt Silikatfarbe einen mineralischen Untergrund?

Silikatfarben können nur mit einem mineralischen Untergrund und unter Einfluss von Kohlendioxid eine feste Bindung eingehen. Diese Verkieselung ist notwendig, damit die Farbe wirklich auf der Fläche verbleibt. Das zur Bildung von Kalziumsilikathydrat benötigte Kohlendioxid wird der Luft entnommen.

Welchen pH-Wert besitzt Silikatfarbe?

Silikatfarbe ist sehr alkalisch. Das in der Farbe verwendete Kaliumsilikat kann pH-Bereiche von 9 bis 11 entwickeln. Handelsübliche Abtönfarben, wie sie in Baumärkten erhältlich sind, können diesen pH-Werten nicht ausgesetzt werden. Diese Abtönfarben sind nicht zum Mischen mit Silikatfarben geeignet. Eine Mischung mit normaler Dispersionsfarbe ist daher nicht möglich.

Welche Vorteile bietet Silikatfarbe?

Silikatfarbe bietet den Vorteil, dass sie diffusionsoffen ist. Das bedeutet, dass sie Wasserdampf und Luft passieren lässt und somit zu einem angenehmen Raumklima beiträgt. Durch den alkalischen pH-Wert wirkt die Mineralfarbe gegen Schimmel und kann diesen abtöten. Des Weiteren sorgt der hohe pH-Wert auch dafür, dass Bakterien abgetötet werden. Ein weiterer Vorteil von Silikatfarben ist ihre Langlebigkeit. Die Farben sind zudem für Allergiker gut verträglich und können, durch ihre Witterungsbeständigkeit, auch im Außenbereich verwendet werden. Durch die Verkieselung der mineralischen Farbe wird eine ästhetisch aussehende Beschichtung erzeugt.

Wie kann Silikatfarbe abgetönt werden?

Das Abtönen von Silikatfarbe erfordert Farbpigmente, die im alkalischen pH-Bereich beständig sind. Nur mit sogenannten alkalibeständigen Farben kann Silikatfarbe gemischt werden, sodass das gewünschte Farbergebnis erzeugt wird. Farben, die dafür infrage kommen, sind eher im Fachhandel als im Baumarkt zu finden. Im Fachhandel können verschiedenste Farbkonzentrate gefunden werden, die mit Silikatfarbe mischbar sind. Die alkalibeständigen Farbkonzentrate werden auch als Abtönpigmente für Silikatfarben bezeichnet.

Silikatfarbe – worauf beim Mischen achten?

Beim Mischen der Silikatfarbe sollte darauf geachtet werden, dass maximal 25 Prozent Abtönkonzentrat in der Mischung enthalten sind. Das Mischungsverhältnis kann, in Abhängigkeit vom Farbhersteller, abweichen. Wenn Silikatfarben abgetönt bzw. gemischt wurden, können Sie, nach Herzenslust, mit anderen abgetönten Silikatfarben gemischt werden.

Bei der Nutzung von Silikatfarben ist Vorsicht geboten

Silikatfarben sollten fachgerecht gemischt und gehandhabt werden. Durch den hohen alkalischen pH-Wert wirken die Farben ätzend. Die Anwendung sollte unter Beachtung von Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. Nutzer der Farben sollten mit alkalibeständigen Handschuhen und Schutzbrille arbeiten. Des Weiteren sollten die Flächen, die nicht gestrichen werden, exakt abgedeckt werden. Gelangt Silikatfarbe auf Fliesen oder Glas, kann es zu unerwünschten Reaktionen kommen. Die Farbe darf nicht auf die menschliche Haut gelangen. Das kann zu Verätzungen führen. Vor dem Auftragen der Farbe sollte diese gründlich umgerührt und durchgemischt werden. Die Farbe muss gleichmäßig aufgetragen werden.

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