Skonto in BWL leicht erklärt + Beispiel

Was ist ein Skonto?

Ein Skonto ist eine Einigung zwischen einem Betrieb und dem Kunden. Dieser Vertrag ist ein Preisnachlass einer Ware, welcher gewährt wird, wenn der Kunde die Bezahlung einer Rechnung innerhalb einer bestimmten Frist tätigt. Ziel ist es dabei den Kunden zu einer möglichst schnell Zahlung zu bewegen. Man bezeichnet ein Skonto auch als Skontierung oder Skontoabzug.

Ein Anwendungsbeispiel für ein Skonto

Beispielsweise könnten bei einer Skontovereinbarung folgende Werte auftreten:
für 14 Tage 2 % Skonto und 30 Tage netto“.

Dies bedeutet, dass wenn der Kunde innerhalb der vorgegebenen Zeit, also 14 Tage nach Rechnungsdatum, die Zahlung tätigt, so darf dieser 2 % von der gesamten Summe Rechnungssumme abziehen. Im Endeffekt hat der Kunde lediglich 98 % des Betrags der Rechnung zahlen.

Skontoabzug vom brutto oder netto?

Ein Skonto wird vom Rechnungsbetrag und somit vom Bruttobetrag inkl. Umsatzsteuer) gezogen. Dadurch reduzieren sich einerseits der Aufwand oder die Anschaffungskosten, was vorteilhaft für das Unternehmen ist und andererseits ebenfalls der abziehbare Vorsteuerbetrag.

Kundenskonto und Lieferantenskonto

Was ist der Unterschied zwischen den beiden Skonti?

Hierbei ist in der Perspektive zu unterscheiden. Ist es der Fall, dass dem Kunden ein Skonto von einem Unternehmen angeboten wird, dann liegt hier ein Kundenskonto vor. Im Fall des Unternehmens ist das Skonto dann Bestandteil der zu tragenden Kosten, jedoch reduziert das Kundenskonto die Umsatzerlöse, was § 277 Abs. 1 HGB entspricht.
Wenn jedoch das Unternehmen von dessen Lieferanten ein Skonto gewährt wird, so ist die Rede von einem Lieferantenskonto beziehungsweise Lieferskonto. Hierbei zieht das Unternehmen quasi Skonto und als Folge liegt eine Reduktion der Anschaffungskosten vor, was in § 255 Abs. 1 HGB festgesetzt ist.

Wie wird ein Skonto berechnet?

Nehmen wir ein, dass ein Unternehmen beispielsweise vom Steuerberater eine Rechnung über netto 100 € zzgl. 19 € Umsatzsteuer erhält, was bedeutet, dass der Rechnungsbetrag bei 119 € brutto liegt. Zahlt dann die Firma innerhalb der Frist für das Skonto, also innerhalb von 14 Tagen, so dürfte es 2% vom Brutto-Rechnungsbetrags abziehen:
119 € × 0,02 = 2,38 €

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Als Folge dessen vermindern sich einerseits der Nettorechnungsbetrag um 2 € von 100 € auf 98 € und andererseits die Umsatzsteuer von 19 € um 0,38 € auf 18,62 €. Schließlich liegt eine Kontrollrechnung von 98 € × 19 % USt = 18,62 € vor.

98 Euro ist dann der Wert der Steuerberatungskosten, welche das Unternehmen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen verbucht.

Vorteilhaft für das Unternehmen ist lediglich das Skonto des Nettobetrags von 2 €; da die 0,38 € sich in den meisten Fällen nur auf den durchlaufenden Posten Umsatzsteuer auswirken. Diese sind folglich unerheblich.

Probleme bei einem Skonto

Es kommt vor, dass die Seite, welche zahlen muss, Skonto berechnet, obwohl dieser nicht innerhalb des Zeitraumes die Zahlung getätigt hat. Außerdem wird ab und zu das Zahlungsziel nicht eingehalten. Oft ist es vorteilhaft, wenn Erfahrung und Geschick im Umgang mit einem Skonto vorliegen.

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Autor(in) des Artikels:

mm
Hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel studiert.Einzelunternehmer seit Mai 2006 & Chefredakteur von Uni-24.de

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