Stammkapital in BWL leicht erklärt + Beispiel

Das Stammkapital einer GmbH (siehe auch § 5 GmbHG)

– Das Stammkapital einer GmbH muss einen Mindestbetrag in Höhe von 25.000,00 Euro betragen (siehe Mindestkapital, § 5 Absatz 1 GmbHG).

– Das Stammkapital wird dann sozusagen zu Geschäftsanteilen mit den jeweiligen Werten umgewandelt. Je nach Geschäftsanteil kann dieser Nennbetrag unterschiedlich sein (siehe hierzu bitte auch § 5 Absatz 3 Satz 1 GmbHG). Der Nennbetrag muss allerdings mit vollen Euros angegeben sowie eingeteilt werden. Dieserhalb muss der Betrag auch mindestens 1,00 Euro betragen. (siehe bitte auch § 5 Absatz 2 Nr. 1 GmbHG).

Nachfolgend haben wir auch ein diesbezügliches Beispiel aufgeführt:

– Schmidt und Meier haben zusammen einen GmbH mit einem Mindeststammkapital von 25.000,00 Euro ins Leben gerufen. Dieses Mindeststammkapital wird in 500 Geschäftsanteilen zu je 50,00 Euro eingeteilt. Sowohl Schmidt als auch Meier teilen sich diese Geschäftsanteile, so dass jeder 250 Geschäftsanteile erhält. Die beiden sind somit zu je 50 % an der Gesellschaft mit beschränkter Haftung beteiligt.

– Wahlweise wäre es auch möglich gewesen, dass die beiden jeweils einen Geschäftsanteil zu je 12.500,00 Euro oder aber 12.500 Geschäftsanteile zu je 1,00 Euro genommen hätten. Sie hätten das aber auch noch individuell anders aufteilen können. Der Vorteil einer kleineren Ein-/Aufteilung ist es, dass man die Geschäftsanteile später besser verkaufen kann.

– Bevor die Eintragung der Anmeldung einer GmbH in das Handelsregister erfolgen kann, müssen auf jeden Geschäftsanteil mindestens 25 % des Nennbetrages eingezahlt werden (siehe bitte auch (§ 7 Absatz 2 GmbHG). Die Ausnahme ist, wenn spezielle Sacheinlagen, beispielsweise für ein Fahrzeug oder eine Maschine, vereinbart worden sind.

– Durch die insgesamt eingezahlten Bareinlagen zuzüglich des Gesamtnennbetrages der sogenannten Geschäftsanteile, welche hinsichtlich der Sacheinlagen zu bezahlen sind, muss man mindestens auf das halbe Mindeststammkapital (in Höhe von 25.000,00 Euro) kommen (siehe bitte § 7 Absatz 2 Satz 2 GmbHG).

– Die genaue Höhe des GmbH-Stammkapitals wird im sogenannten Gesellschaftsvertrag schriftlich beschlossen (siehe bitte auch § 3 Absatz 1 Nr. 3 GmbHG). Dieses Kapital wird auf der Passivaseite der Bilanzaufstellung unter dem Punkt Gezeichnetes Kapital eingetragen sowie kann man auch im Handelsregister sehen (siehe bitte auch § 266 Abs. 3 A. I. HGB sowie § 42 Absatz 1 GmbHG).

Möglicherweise wird es auch so genannt: Nennkapital, GmbH-Einlagen, Nominaleinlage sowie Stammeinlage.

Erhaltung des Kapitals

Das Stammkapital darf natürlich auch verwendet werden (beispielsweise werden hierfür Maschinen oder Computer käuflich erworben).

Keine Rückgewähr des Kapitals

Das Vermögen (beispielsweise Maschinen, Geld oder Computer), welches für die Erhaltung des Stammkapitals gilt, kann allerdings nicht an die Gesellschafter zurückgezahlt werden (siehe bitte auch § 30 Absatz 1 Satz 1 GmbHG).

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(Partieller) Verlust des Stammkapitals

Wenn man mindestens das halbe Stammkapital verliert, muss auf der Stelle eine außerordentliche Gesellschafterversammlung anberaumt werden.

Erhöhungen des Kapitals der GmbH

– Wenn die GmbH nach einigen Jahren beispielsweise auf Grund eines weiteren Firmenwachstums weiteres Kapital (sogenanntes Eigenkapital) benötigt, können entsprechende Kapitalerhöhungen durchgeführt werden (siehe hierzu auch § 55 GmbHG).

– Die Handlungsweise ist der bei einer AG sehr ähnlich. Der einzige Unterschied besteht jedoch darin, dass nicht der sogenannte Kapitalmarkt mit mehreren Millionen von Anlegern erreicht wird, sondern vereinzelte Geldgeber angesprochen werden.

– Siehe hierzu bitte auch im Kapitel Kapitalerhöhungen bei einer AG.

– Jede Erhöhung des Stammkapitals muss im Gesellschaftsvertrag abgeändert werden, da die genaue Höhe des Stammkapitals im Gesellschaftsvertrag schriftlich festgelegt ist (siehe hierzu bitte auch § 3 Absatz 1 Nr. 3 GmbHG). Bei dieser Vorgehensweise braucht man dringend einen Gesellschafterbeschluss mit einer entsprechenden ¾-Mehrheit (siehe bitte § 53 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 2 GmbHG). Die Unterlagen müssen von einem Notar beurkundet werden (siehe bitte § 53 Absatz 2 GmbHG) und sodann hinsichtlich der Eintragung in das sogenannte Handelsregister eingetragen werden (siehe bitte § 54 Absatz 1 GmbHG).

– Daneben ist außerdem auch noch ein sogenanntes Genehmigtes Kapital möglich (siehe bitte § 55 a GmbHG).

Geringe Fungibilität der Anteile hinsichtlich der GmbH

– Für den Inhaber bzw. dem Geldgeber gibt es hinsichtlich der GmbH-Anteile auch einen kleinen Nachteil. Sie weisen nur eine geringe Fungibilität auf, dies bedeutet, dass man mit ihnen im Gegensatz zu den Aktien schwer handeln kann.

– Zunächst einmal ist keine diesbezügliche Börse für die GmbH-Anteile der Firma (sogenannter liquider Markt) vorhanden. Daneben muss die Übertragung der GmbH-Anteile – wenn man das Glück hatte, einen Käufer zu finden – durch eine Beurkundung beim Notar erfolgen (siehe hierzu bitte auch § 15 Absatz 3 GmbHG). Diese notarielle Beurkundung ist dann auch noch mit entsprechenden Kosten verbunden.

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